25. April 2019

Was mich beschäftigt

Manchmal bin ich von der Vielzahl und Verschiedenheit meiner Ideen, Wünsche und Impulse nahezu überwältigt. Und es fällt mir außerordentlich schwer, Ordnung in dieses kreative Chaos zu bringen, mich zu entscheiden, welchen meiner zahlreichen Gedankenblitze ich weiter verfolge und welchen nicht.

Die Fragen, die sich hinter all dem verbergen, lauten: "Was will ich wirklich?" "Wohin möchte ich in meinem Leben?" "Welches konkrete Ziel möchte ich erreichen?" Darauf eine klare und unmissverständliche Antwort zu finden, scheint fast unmöglich zu sein.

Natürlich ist da das Schreiben und Veröffentlichen, dem ich mich nun schon sehr lange widme und das mir ein tiefes und erfüllendes Anliegen ist. Ich liebe es, zu schreiben

Aber warum will sich dann kein messbarer Erfolg einstellen? Warum fristen meine Bücher noch immer ein Nischendasein, anstatt sich gut zu verkaufen? Und warum bekomme ich auf meine veröffentlichten Texte in Magazinen und in meinem Blog nicht die Resonanz, die sie meiner Ansicht nach verdienen? 

Ehrlich gesagt, beneide ich die/den eine(n) oder andere(n) Kolleg*In um ihre Sichtbarkeit und um die Resonanz, die sie für ihre Texte bekommen. Um möglichen Missverständnissen vorzubeugen: Ich gönne ihnen allesamt von ganzem Herzen ihren wohlverdienten Erfolg! Denn es sind großartige, mir sehr liebe Kolleg*Innen, die es reichlich verdient haben, wahrgenommen und gelesen zu werden! 

So ist es womöglich nicht wirklich "Neid", was ich ihnen gegenüber empfinde, sondern viel mehr das Gefühl, dass ich irgendetwas falsch mache. 

Andererseits glaube ich aus ganzem Herzen an die Qualität und Substanz meiner Texte und Bücher. Ich weiß, dass ich schreiben kann. Genauso, wie ich weiß, dass ich mit meinen Werken grundsätzlich  Menschen erreiche und berühre. 

Ich bin Realist genug, um zu wissen und zu verstehen, dass nicht jedes Buch ein Bestseller mit Millionen von verkauften Exemplaren sein kann. Und, dass es nicht jedem Autor vergönnt ist, von seinen Büchern tatsächlich (gut) leben zu können. Das gilt insbesondere für solche Themen, an denen ich arbeite, denen ich  mich im Wortsinn "verschrieben" habe: autobiografisch geprägte, mich selbst reflektierende und hinterfragende Bücher, Texte und Gedichte über inneres Wachstum und Selbst-Findung. Sie sind ohne jede Frage und im besten Sinn "Nischenprodukte". 

Erfolg ist eine Frage der inneren Einstellung und des Glaubens an sich selbst. Und genau daran mangelt es mir. Denn tief in mir habe ich große Zweifel daran, dass mir finanzieller Wohlstand und Erfolg tatsächlich zustehen. Ich habe Zweifel daran, dass ich verantwortungsvoll damit umzugehen imstande bin. Und ich bezweifele immer wieder, ob es für mich tatsächlich "dran" ist, erfolg-reich und finanziell unabhängig zu sein. 

Immer wieder habe ich das Gefühl, mich mit der finanziellen Situation, wie sie jetzt und seit so langer Zeit schon ist, abfinden zu müssen. Mich in Bescheidenheit und Verzicht üben zu müssen. Ich stehe mir also selbst mal wieder im Weg. Das kann ich gut und ich habe jahrzehntelange Übung darin. 

Finanzieller Erfolg und Wohlstand würden eine große, grundlegende Veränderung für mein Leben bedeuten. Und das bereitet mir eine ebenso große Angst. Denn im Grunde meines Herzens bin ich ein Gewohnheitsmensch. Gewohnheit bedeutet Sicherheit für mich. Und Sicherheit ist mir sehr wichtig. 

Dem auf die Spur zu kommen und es mir einzugestehen, war nicht leicht, hat mich aber dennoch er-leichtert und es hat Klarheit geschaffen. Ich bin mir selbst wieder ein Stück näher gekommen. Und das ist gut so.



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