24. April 2019

Vertrauen, Liebe und Dankbarkeit: Einem Rätsel auf der Spur

Meine Texte und Gedichte sind allesamt sehr persönlich. Sie handeln durchweg von meiner seelischen und geistigen Entwicklung und sind damit sehr subjektive Momentaufnahmen meines gegenwärtigen Seins.

Sie zu lesen bedeutet, sich auf mich wirklich einzulassen und an meinen Gedanken und Gefühlen tatsächlich teilhaben zu wollen. Das ist bestimmt nicht immer einfach; genauso wenig, wie ich ein "einfacher" Mensch bin. 

Dass ich mich wiederum in diesem Blog so vorbehaltlos öffne, und mich ganz und gar ehrlich mitteile, hat unter anderem etwas mit Vertrauen zu tun. Vertrauen erleichtert. Und obwohl ich diese durchweg schöne und befreiende Erfahrung nun schon seit 2012, dem Beginn dieses Blogs, immer wieder mache, ist mir das erst jetzt so richtig bewusst geworden. 

Als ich mit dem Schreiben anfing, befand ich mich inmitten einer äußerst anstrengenden und kräftezehrenden Psychotherapie. Die mir heute so wichtigen Themen "Selbstliebe" und "Vertrauen" spielten zum damaligen Zeitpunkt überhaupt keine Rolle in meinem Leben. Stattdessen beherrschten Angst und Unsicherheit in Bezug auf mich und mein Leben, und eine große Wut auf etliche meiner Mitmenschen und "die Gesellschaft", fast mein gesamtes Denken, Fühlen und Handeln. 

Dennoch war ich, ohne es selbst zu bemerken, dazu imstande, mich im Rahmen dieses Blogs, Euch, meinen Leserinnen und Lesern, einfach so anzuvertrauen und mir all meine Gedanken und Empfindungen im wahrsten Wortsinn "von der Seele zu schreiben"; ohne dass es mich große Überwindung gekostet hätte und ohne jede Angst davor, missverstanden oder gar dafür angegriffen zu werden. 

Daher möchte ich mich an dieser Stelle aus ganzem Herzen bei Euch allen bedanken: Danke für's Lesen, Danke für Eure Treue und Danke dafür, dass Ihr meine bisweilen so düsteren und schwierigen Texte und Gedichte "ertragt" und sogar wertschätzt! 

Das Thema "Vertrauen", insbesondere in Bezug zu mir selbst, ist ein ganz zentrales und immens wichtiges Thema für mich, das mich im Moment immer wieder beschäftigt. Ich bemerke das daran, wie unterschiedlich stark und verlässlich ich den mir nahestehenden Menschen Vertrauen entgegenzubringen bereit und imstande bin. 

Die Qualität meines Vertrauens hängt immer davon ab, wie sehr ich mir im Moment selbst vertraue, mit mir selbst zufrieden und im Reinen bin. Hege ich Zweifel an mir, an meinem Weg, dann ist auch mein Vertrauen gegenüber meinen Lieben beeinträchtigt. Bin ich mir meiner Selbst sicher, dann spiegelt sich dies auch in meiner "Vertraulichkeit", meiner Offenheit in sämtlichen Begegnungen wider.   

Das Paradoxe daran ist: in meinen Texten und Gedichten, die ich an dieser Stelle teile, findet sich  mein "mich verschließen" nicht wieder. Egal, wie unsicher und voller Selbstzweifel ich auch sein mag: darüber zu schreiben, "frei von der Leber weg",  bereitet mir keinerlei Probleme und kostet mich auch keine Überwindung. Ganz im Gegenteil! Es befreit und erleichtert mich und ist mir in solchen Momenten sogar ein großes, inneres Bedürfnis.

Während ich diese Zeilen schreibe wird mir bewusst, wie unmittelbar Vertrauen, Offenheit, Dankbarkeit und Liebe miteinander verbunden sind und sich gegenseitig bedingen: kein Vertrauen ohne Offenheit. Keine Liebe ohne Dankbarkeit. Keine Dankbarkeit ohne Vertrauen. Kein Vertrauen ohne Liebe. Und ohne Liebe nichts von alledem.

So schlüssig dies auch alles sein mag, bleiben die Zusammenhänge, das Zusammenwirken aller Qualitäten, dennoch ein großes Rätsel für mich. Dem ich weiter nachgehen werde.






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