24. Dezember 2018

Weihnachtsgedanken

Mit Weihnachten kann ich
inhaltlich gesehen
nichts anfangen

Weihnachten
ein von Menschen willkürlich
festgelegter Termin
dessen religiöser Inhalt
mir nichts bedeutet

All das Gerede vom "Fest der Liebe"
als sei Liebe 
auf diese wenigen Tage
im Jahr beschränkt

Die Menschen in dieser Zeit
im Konsumrausch
hektisch
aggressiv
unachtsam
von Liebe nichts zu spüren

Wenn es um Liebe geht
dann ist für mich 
das ganze Jahr Weihnachten
denn ohne sie
wäre mein Leben leer und freudlos

Gelebte Liebe verhilft mir
zu einem erfüllten Leben
zu tiefen Einsichten
und Dankbarkeit

Und es können tatsächlich
besinnliche und schöne Tage sein
in der dunklen Jahreszeit
eine schöne Gelegenheit
sich bewusst 
auf die Liebe zu besinnen

Ganz ohne Weihnachten





22. Dezember 2018

Zwischen den Jahren

Ich habe es früher immer mit großer Vehemenz abgelehnt, das zuende gehende Jahr noch einmal für mich Revue passieren zu lassen. Und ich hatte aus damaliger Sicht auch gute Gründe für meine Abneigung: Schließlich erlebte ich meine Lebenszeit als weitgehend sinnlos, frustrierend und von Stillstand geprägt. Also hatte ich mit schöner Regelmäßigkeit  den starken Impuls, das vergangene Jahr schnellstmöglich abzuhaken, verbunden mit der trügerischen und überaus schwachen, zögerlichen Hoffnung, das nächste Jahr möge auf irgendeine, unbestimmte Weise besser und anders werden. 

Im letzten Jahr jedoch war ich erstmals nicht nur dazu imstande, einen Rückblick zu "riskieren", sondern ich hatte sogar den innigen Wunsch, mir "mein" Jahr noch einmal anzuschauen. Denn es war tatsächlich zu meinem Jahr geworden, in dem sich unglaublich viel zum Guten hin verändert hatte: Nicht nur, dass ich meiner großen Liebe begegnet war, sondern auch, dass meine Depressionen wie durch ein Wunder endgültig der Vergangenheit angehörten. Mein gesamtes Leben hatte sich von Grund auf verändert. Und so schrieb ich mir an Silvester 2017 erstmals zwölf Dinge auf, für die ich in diesem Jahr besonders viel Dankbarkeit empfunden hatte.

Noch etwas hat sich seit letztem Jahr gravierend verändert: In der Vergangenheit war für mich die Zeit um Weihnachten und Neujahr immer besonders problematisch. Während meine Freunde und Verwandten mit ihren Familien feierten, war ich in dieser Zeit ganz auf mich gestellt und fühlte mich einsam und verlassen.

Gleichzeitig verspürte ich jedoch auch den Wunsch, in dieser Zeit in Ruhe gelassen zu werden. Auch das ganze Drumherum mit Weihnachtsschmuck und den christlichen Bräuchen erfüllt mich mit großer Abneigung und ich war bestrebt, all diese Dinge aus meiner Wahrnehmung zu verbannen. 

In diesem Jahr verspüre ich das erste Mal so etwas wie Vorfreude auf diese "Feiertage". Ich freue mich sehr darauf, die Besinnlichkeit dieser letzten Tage im Jahr für mich bewusst und frei von jeder lästigen Verpflichtung und Konvention, ganz bewusst zu gestalten und zu nutzen. Und das, obwohl sich an den äußerlichen Bedingungen rein gar nichts verändert hat. Aber ich habe mich verändert, indem ich mich inzwischen in meinem So-Sein  immer mehr anzunehmen und zu lieben gelernt habe. Ich lasse es mir gut gehen und tue alles dafür, dass die vor mir liegenden Tage einfach schön für mich sind.

Ich werde schreiben, mir etwas Leckeres kochen, Musik hören und dem, was in diesem Jahr alles geschehen ist, ganz bewusst nachlauschen. Es wird eine schöne und besinnliche Zeit, in der ich das vergangene Jahr mit Dank für all das Wunderbare bewusst verabschiede und mich voller Vorfreude und Gespannt-Sein auf das kommende Jahr einstellen werde. Und es wird ein wunderbares und ereignisreichen Jahr 2019!

20. Dezember 2018

Gehen mit dem was ist

Gehen, nicht schlendern oder rennen
mit dem was gerade ist -
eine wundervoll entspannte innere Haltung
die die gelegentliche Last des Alltags
leichter und einfacher macht

Gehen bedeutet für mich
in der Mitte zu sein
in meiner Mitte
in meinem ganz individuellen Tempo

Ich nehme mir die Zeit
nach rechts und links zu schauen
und bin dennoch stetig unterwegs

Und ich entscheide
was von Unterwegs ich mitnehme
oder was ich liegenlassen
weil es meine Schritte hemmt

Gehen mit dem was ist
eine wundervolle Übung
in Gelassenheit und Achtsamkeit
für mich

19. Dezember 2018

Was haben negativer Stress und Selbstliebe miteinander zu tun?

Bekanntlich gibt es ja verschiedene Arten von Stress. Da ist einmal der positive Stress, wenn wir etwas Schönes tun oder erwarten. Wir sind dann innerlich unruhig, voller Vorfreude. Oder wir sind mit etwas Angenehmem beschäftigt und haben das starke Verlangen, es trotz Erschöpfung noch unbedingt zuende bringen zu wollen.

Negativer Stress hingegen entsteht bei zu viel Arbeit, oder wenn wir uns unter Druck gesetzt fühlen. Bei mir entsteht er vorwiegend dann, wenn ich das Gefühl habe, die Lösung für ein Problem schnellstmöglich finden zu müssen, ohne mir dabei genügend Zeit zuzugestehen. Oder wenn ich den Eindruck habe, etwas unbedingt tun zu müssen, obwohl sich in mir alles dagegen sträubt. Beides setzt mich massiv unter Druck. Ich werde dann innerlich unruhig, fahre gedanklich Karussell, komme innerlich nicht zur Ruhe und bin extrem reizbar und dünnhäutig.

Der wesentliche Punkt bei solchen Geschehnissen ist aber der, dass ich allein derjenige bin, der dies alles auslöst. Denn wer außer mir bestimmt denn, innerhalb welchen Zeitrahmens eine Aufgabe zu erledigen ist? Oder wer, wenn nicht ich selbst, verursacht die Reizbarkeit, die Unruhe und Dünnhäutigkeit?

Gerade in einer solchen Situation fallen mir derart selbstkritische Beobachtungen und Eingeständnisse nicht leicht. Denn sie verstärken mein dann ohnehin schon angekratztes und wenig liebevolles Selbstbild zusätzlich. Doch indem ich gerade dann genauer hinschaue und mir die Mechanismen hinter der Anspannung selbst verdeutliche, habe ich die Möglichkeit, bewusst gegenzusteuern. 

In meinem Artikel über Selbstliebe im Compassioner habe ich darüber geschrieben, dass es uns, und damit auch mir, viel leichter fällt, Geduld und Achtsamkeit gegenüber anderen Menschen zu entwickeln und gleichermaßen zu leben, als gegenüber mir selbst. Insbesondere dann, wenn ich diesen anderen Menschen von ganzem Herzen liebe. Aber diese Intensität und Tiefe der Liebe auf mich selbst zu übertragen, ist nicht leicht. Denn Stressverhalten geht nach meiner Überzeugung auf alte Glaubenssätze zurück, wie zum Beispiel: " Sei nicht so zögerlich!" Oder: " Denk nicht so lange darüber nach, sondern tu endlich was!" Noch heute setzten mich derartige Sätze ganz unwillkürlich unter Druck, während sich in mir alles zusammenzieht. Und anscheinend sind sie noch immer in mir "gespeichert" und kommen immer dann zum Vorschein, wenn ich mit Dingen befasst bin, die mir unangenehm sind - wiederum aus Gründen, die in meiner Vergangenheit begründet liegen. 

Liebe ist ein warmes, helles und weites Gefühl für mich. Wenn ich an einen geliebten Menschen denke oder mit ihm zusammen bin, dann fühle ich mich heil, vollständig und vollkommen entspannt. Ich bin dann sowohl ganz bei mir, mit mir im Reinen, als auch bei meinem Gegenüber. Es sind für mich immer ganz besonders kostbare  und Kraft-spendende Momente. Und es bleibt eine große Herausforderung für mich, diese Empfindungen und Eindrücke auf mich zu übertragen, im Zusammensein mit mir selbst.

Erst dann, wenn meine Selbstliebe wirklich Wurzeln geschlagen hat und ich die Dimension ihrer Fülle verinnerlicht habe, dann hat auch der Stress, der mich gelegentlich überkommt durch meinen Umgang mit mir selbst, keine Chance mehr. Aber ich arbeite daran.

15. Dezember 2018

Gewahrsein

Ich erschaffe mir in mir
einen Raum der Stille und des Friedens
in dem alles was gegenwärtig ist
seinen Platz findet

Es ist ein bewusster Akt der Liebe zu mir
allem was ist zu lauschen
und es nicht wertend zu betrachten

Und manchmal sind es gerade die leisen Stimmen
die im Lärm des Alltäglichen kein Gehör finden
die in diesem Raum wichtig werden
und mir neue Inspiration und Visionen schenken

Immer besser lerne ich
meine Wahrnehmung zu vertiefen
ein Gespür für meine Umgebung
und für mich zu entwickeln

Ich lerne
das Wichtige von Unwichtigem
zu unterscheiden
und übe mich in Gewahrsein

9. Dezember 2018

Leseprobe aus "Vom Grenzgänger zum freien Menschen"

Nachhaltigkeit

Ein weiterer, wichtiger Schritt auf meinem Genesungsweg war und ist es nach wie vor, Nachhaltigkeit in dem, was ich denke, fühle und tue, wirklich zu spüren und zu erleben.
Wenn ich beispielsweise früher nach einer Therapiesitzung hoffnungsvoll glaubte, eine wichtige Erkenntnis in Bezug auf mich und meine Erkrankung gewonnen zu haben, dann entpuppte sich diese Erkenntnis in den meisten Fällen als äußerst flüchtig. Und sie verschwand so schnell, wie sie zu mir gekommen war, zusammen mit dem damals so trügerischen Gefühl der Hoffnung.
In fast allen Bereichen meines Lebens verspürte ich während der Zeit meiner Erkrankung einen großen Mangel an Nachhaltigkeit. So erwiesen sich auch meine Liebesbeziehungen als nicht sonderlich haltbar, genauso wie mein Durchhaltevermögen in sämtlichen Lebenslagen. Selbst wenn ich mit großer Begeisterung etwas Neues ausprobieren wollte, war diese Begeisterung ganz schnell verflogen und ich verfiel wieder in meinen alten Trott.
Zunächst betrachtete ich sowohl mein fehlendes Durchhaltevermögen, als auch die Flüchtigkeit von Ideen und Visionen für mein Leben, als einen unabänderlichen Charakterzug von mir - ganz so, wie meine verstorbene Mutter es mir immer eingeredet hatte. Es war ein fest in Stein gehauener Glaubenssatz, mit ironischer Weise überaus großer Nachhaltigkeit.
Erst während der letzten Jahre begann eine zunächst unmerkliche Veränderung: Mit großer Begeisterung und Entschlossenheit fing ich 2011 damit an, Texte und Gedichte für meinen Blog zu verfassen. Und wider Erwarten hielt diese Begeisterung selbst in Zeiten an, in denen ich wegen meiner Depressionen nicht zu viel Aktivität imstande war.
Mit einem Mal fühlte ich eine tiefe Verpflichtung mir gegenüber, dieses Projekt gegen jeden inneren Widerstand fortzuführen. Durch das regelmäßige Schreiben war unversehens ein Samenkorn in mich gelegt worden, das allmählich Wurzeln geschlagen hatte und das erst recht zu wachsen begann, als ich mit meinem Buchprojekt „Grenzgänger“ (2018 neu erschienen bei „literafreakpress“)befasst war. Noch während des gesamten Zeitraums, in dem ich an diesem Buch arbeitete, war ich mir nicht sicher, ob ich es würde zuende bringen können. Umso größer waren dann mein Stolz und meine Zufriedenheit, als ich das erste gedruckte Exemplar in meinen Händen hielt. Es war mir tatsächlich gelungen, etwas zuende zu bringen!
Zur gleichen Zeit bemerkte ich zu meiner großen Überraschung und Freude auch in anderen Bereichen meines Lebens eine Veränderung: Ich erlebte fortwährende Entwicklung und Fortschritte in der Therapie. Dieses Mal aber keinesfalls flüchtig und vorübergehend, sondern nachhaltig.
Ich stellte fest, dass es mir von Sitzung zu Sitzung leichter fiel, mich zu öffnen und mich dabei gleichzeitig auch meinen Mitpatienten voller Empathie zuzuwenden.
Auch die Erkenntnisse, die ich während der Therapie über mich gewinnen konnte, verschwanden nicht mehr, sondern blieben mir erhalten. Als dann meine allerletzte Sitzung vorbei war, wusste ich mit einer gänzlich neuen und tief erfühlten Sicherheit, dass nun ein neues Leben voller faszinierender Möglichkeiten vor mir lag. Und zum ersten Mal überhaupt verspürte ich keine Angst mehr vor eventuellen Rückschlägen. Stattdessen war ich mir gewiss, dass es mir auch weiterhin gut gehen würde. Inzwischen ist über ein Jahr seit dem Ende meiner Therapie vergangen, in dem sich mit großer Deutlichkeit gezeigt hat, dass auch meine Genesung nachhaltig ist.
Henry Ford hat einmal sinngemäß gesagt: „Ob du denkst, dass du etwas kannst oder denkst, dass du etwas nicht kannst: Beide Male hast du Recht!“ Mit diesem einen Satz hat er einen weiteren Aspekt des Gesetzes der Anziehung wunderbar prägnant zusammengefasst: Allein unser Denken entscheidet über Erfolg oder Misserfolg unserer Absichten! Wenn ich schon mit der Gewissheit ohnehin zu scheitern, an eine neue Aufgabe herangehe, dann werde ich scheitern. Und wenn ich mit dem Gedanken, erfolgreich zu sein, an diese Aufgabe herangehe, dann bin ich erfolgreich.
Ob wir uns vorstellen können, eine Aufgabe zu meistern, hängt von unseren Erfahrungen ab. Sind wir in Kindheit und Jugend davon geprägt worden, dass uns Vieles nicht zugetraut wurde, oder, dass wir es charakterbedingt nicht schaffen werden, dann haben wir diesen Glaubenssatz verinnerlicht und bekommen ihn fortwährend durch die niederschmetternden Resultate unseres Handelns bestätigt.
Einer meiner Glaubenssätze lautete: „Ich kann keine Mathematik!“ Entsprechend ernüchternd und frustrierend waren sämtliche Übungen und Klausuren während meiner Schulzeit für mich. Als ich mich dann Jahrzehnte später gänzlich unvoreingenommen und neugierig mit dem Programm „Excel“ beschäftigte, bemerkte ich zu meiner großen Überraschung, dass es mir mühelos gelang, die Gesetzmäßigkeiten dieses Programms nicht nur zu begreifen, sondern sie auch praktisch anzuwenden.
Neugierde, wirkliches Interesse und Unvoreingenommenheit gegenüber Herausforderungen und Aufgaben sind für mich zum Schlüssel geworden, um nachhaltigen Erfolg und Fortschritt zu erleben. Mit Hilfe dieses Schlüssels erlebe ich auch in der Liebe großartige Veränderungen: Ebenfalls zum Ende meiner Therapie lernte ich Petra, eine wundervolle Frau kennen, die inzwischen zur Liebe meines Lebens geworden ist.
Neben erstaunlich vielen Gemeinsamkeiten und Übereinstimmungen gibt es in unserem Miteinander jedoch auch Differenzen und Streitigkeiten, wie in jeder Beziehung. Lebte ich noch immer mit dem Glaubenssatz, dass ich Streitigkeiten und Schwierigkeiten in der Liebe, wie auch in allen anderen zwischenmenschlichen Beziehungen, nicht imstande sei zu bewältigen, dann wäre dieser einzigartige Mensch schon längst nicht mehr Bestandteil meines Lebens.
Weil wir uns aber immer wieder mit wirklichem Interesse, mit Unvoreingenommenheit und Neugierde begegnen, lassen sich sämtliche Hindernisse aus dem Weg räumen und bringen uns sogar noch näher zusammen. Mit diesem wunderbaren Menschen erlebe ich tagtäglich Nachhaltigkeit und Wachstum.
Mein Erleben von Nachhaltigkeit ist aber nicht auf die soeben geschilderten Beispiele aus meinem Alltag begrenzt. Tatsächlich hat Nachhaltigkeit nach und nach Einzug in sämtliche Bereiche meines Lebens gehalten.
So ist auch mein gesamtes Gefühlsleben inzwischen nicht mehr flüchtig, sondern sehr intensiv und bewusst. Das Gleiche gilt für alles, was ich im Laufe eines Tages erlebe: seien es Begegnungen, die noch lange nachwirken, oder auch Gespräche, die auch noch nach Stunden und sogar Tagen sehr detailliert in meinem Gedächtnis verweilen.

Das Wunderbare an dieser Nachhaltigkeit ist, dass sie im Gegensatz zu den Zeiten meiner Erkrankung, nicht länger nur auf die vermeintlich negativen Aspekte meines Lebens beschränkt ist, sondern dass sie gleichermaßen auch das Schöne mit einbezieht. Sie befindet sich inzwischen nahezu in einem Zustand der Balance und ist damit zu einem deutlichen Anzeichen für Gesundheit geworden.

5. Dezember 2018

Neues aus der Schreibwerkstatt

Es gibt Neuigkeiten: Aus meinem schon länger angekündigten Buchprojekt "Mein Genesungsweg" wird: "Vom Grenzgänger zum freien Menschen - Selbst-Erkenntnis als Weg der Genesung". 

Auch wird das Manuskript noch einmal gründlich überarbeitet und erweitert. Erscheinen wird das Buch voraussichtlich im ersten Quartal 2019 im Selbstverlag.

Demnächst werde ich hier im Blog eine erste Leseprobe veröffentlichen, damit Ihr einen ersten Eindruck vom Buch erhaltet und es dann auch zahlreich erwerbt! 😎

4. Dezember 2018

Warum nicht mal einen Gedichtband zu Weihnachten verschenken?

Mein Gedichtband "Zwischen den Zeilen" beschäftigt sich mit dem gesamten Gefühlsspektrum, macht es sichtbar und für Andere nacherlebbar.
Es sind ehrliche und authentische Gedichte, die unter die Haut gehen und berühren.
Aus dem Klappentext:
„Zwischen den Zeilen“ zu lesen bedeutet, sich auf sein Gegenüber wirklich einlassen zu wollen und den Menschen hinter der Fassade zu erkennen.
Ich sehe es als meine Lebensaufgabe an, alles Zwischenmenschliche zu ergründen und mir begreifbar zu machen. Das ist nicht einfach, denn durch meine Biografie bedingt, habe ich große Schwierigkeiten damit, die Nuancen des menschlichen Miteinanders zu verstehen und mit anderen Menschen entspannt und offen zu interagieren.
Mit diesem Buch versuche ich nun, mich diesem Thema auf andere Weise zu nähern: Indem ich meine Gedanken und Gefühle zum sozialen Miteinander und zu meiner zeitweisen Sprachlosigkeit in Form von Gedichten sichtbar mache, setze ich einen Anfang! 
Ich zeige mich unverfälscht, ehrlich und direkt in der Hoffnung, andere Menschen damit anzuregen, dasselbe zu tun. Es geht hierbei aber nicht nur um Gefühle wie Traurigkeit, Einsamkeit oder Depression, sondern genauso um freudige, glückliche und schöne Momente, die in meinem Leben inzwischen einen ebenbürtigen Platz gefunden haben.

Auf diese Weise entsteht vielleicht wirkliche Kommunikation – nicht nur „zwischen den Zeilen“.
Ihr bekommt das Buch direkt bei mir für 7,90€ plus 1,45€ Porto und Verpackung. 
Bestellen könnt Ihr es
per Email
Ich freue mich auf zahlreiche Bestellungen!

3. Dezember 2018

Sich selbst verzeihen können

Manchmal gelangen wir ungewollt in Situationen, die uns auf sehr intensive und schmerzhafte Weise an längst Vergangenes erinnern. Mir kommen diese Situationen so vor, als sei ich in der Zeit zurückversetzt worden und erlebe meine Gefühle, die ebenfalls noch von damals herrühren, auf die gleiche, mich zutiefst verunsichernde und durchschüttelnde Weise, genauso wie damals.

Zumeist sind dies Situationen der Konfrontation mit anderen Menschen. Verschiedene Sichtweisen und disharmonische Interpretationen des Geschehenen und Erlebten prallen dann aufeinander. Der einzige, aber überaus deutliche Unterschied zu damals besteht darin, dass mir der "Mechanismus" dieses Geschehens und der dadurch in mir ausgelösten Gefühle inzwischen klar ist. Dessen ungeachtet fühle ich mich in einem solchen Moment kurzzeitig wieder wie ein Gefangener meiner Gefühle: eingeengt und unfrei.

Zu meinem Erstaunen sind es überwiegend Schuldgefühle, die dann wieder in mir hochsteigen. Ganz unwillkürlich erlebe ich mich für einen kurzen Moment als der alleinige Verantwortliche für die Situation: so wie damals im Elternhaus, als mir für ausnahmslos jede Auseinandersetzung, in die ich verwickelt war, die Verantwortung, die Schuld auferlegt wurde. 

Erst vor kurzem schrieb ich darüber, dass mir heute bewusst ist, dass jeder Mensch für seine jeweiligen Gefühle und Reaktionen die alleinige Verantwortung trägt. Und selbstverständlich gilt dies auch für für Auseinandersetzungen. Was sich für den Einen wie eine relativ unbedeutende Uneinigkeit anfühlt, kann sich für den Anderen als überaus existentiell und unverzeihlich anfühlen. 

Ich glaube, wir Menschen neigen unwillkürlich dazu, unser Erleben als einzig gültigen Maßstab zu betrachten und reagieren mit Unverständnis, wenn unser Gegenüber in seinem Erleben davon abweicht. Immer wieder "erwische" ich mich genau dabei und fühle mich auf fatale Weise an das Verhalten meiner verstorbenen Mutter erinnert, die ihre Art zu denken und zu agieren als die einzig richtige Art ansah. Was mich wiederum zunehmend irritierte, mich sogar mit Abscheu erfüllte und mit dazu beitrug, dass ich mich immer deutlicher und vehementer von dieser inneren Haltung abzugrenzen suchte.

Die Tatsache, dass ich selbst heute noch von Zeit zu Zeit immer wieder in solche Situationen geführt und dabei nach meinem Erleben "auf die Probe gestellt" werde, zeigt mir, dass ich wohl noch immer einige ungelöste Anteile aus der Vergangenheit in mir trage. Aber indem ich mir dies immer wieder bewusst mache, mich diesen meinen "Schatten" nicht nur stelle, sondern auch lerne, sie mir bewusst zu verzeihen, löse ich sie allmählich auf. 

Es gelingt mir mittlerweile sogar, Dankbarkeit für solche Situationen, wie auch für die darin involvierten Menschen zu entwickeln. Denn durch sie werde ich immer wieder ermutigt, weiter kontinuierlich an mir zu arbeiten und noch viel bewusster und achtsamer sowohl mit mir, als auch mit anderen Menschen und Situationen umzugehen.

"Manches wird erst gut, wenn wir es gut sein lassen!" Diesen Spruch fand ich heute Morgen nach einem Jahr wieder. Genau passend zu meinem gegenwärtigen Lernprozess, bei dem es um Authentizität, Selbstwert und Selbstliebe geht. Und wohl auch darum, Dankbarkeit und Verzeihen miteinander zu verbinden.



1. Dezember 2018

Mein neuer Artikel im Compassioner-Magazin ist online!

In ihm gehe ich der Frage nach, warum Dankbarkeit für ein erfülltes Leben so wichtig ist und, warum Glück und Dankbarkeit so eng miteinander verbunden sind.