12. November 2018

Meditation - Sein und Handeln

Vor kurzem schrieb ich darüber, wie wichtig es mir inzwischen ist, das Meditieren von unnötigem Ballast zu befreien und es auf die für mich wesentlichen Inhalte zu reduzieren oder auch zu komprimieren: 

  • Völlige Akzeptanz und die wertungsfreie, genaue Beobachtung dessen, was während der Meditation geschieht.
  • Die Aufmerksamkeit immer wieder sanft auf den gewählten Fokus (Körperwahrnehmung, Atmung, Gefühle, Gedanken, usw) zurückführen, wenn ich abgelenkt werde.
  • Das Gleichgewicht zwischen Entspannung und Aufmerksamkeit immer wieder neu suchen. Denn bereits das ist der meditative Zustand, den es zu üben gilt.
Ich glaube immer mehr, dass es in der Meditation darum geht, das eigene Bewusstsein kennenzulernen und zu erforschen. Und dabei der Frage, was Bewusstsein eigentlich ist, immer ein Stück näher zu kommen, ohne sie endgültig klären zu können.

Sehr spannend finde ich dabei die Erkenntnis, dass in der Meditation zwei Qualitäten zusammenkommen: Sein und Handeln. Denn ich befinde mich ja während des Meditierens in einem Zustand: dem meditativen Zustand. Doch gleichzeitig bin ich auch aktiv, indem ich meditiere und damit eine Tätigkeit ausübe.

Es gibt immer wieder Momente während der Meditation, wo für einen ganz kurzen Moment keine Gedanken existieren. Für mich ist das ein Zustand von reinem Bewusstsein. Ich spüre dann weder Glück, noch Unruhe oder irgendeine andere Regung. Ich bin einfach in diesem Moment. 

Es gibt Menschen, für die die permanente Erlangung dieses Zustands ihr Lebensziel darstellt. Für mich ist das nicht so. Denn ungeachtet der nachträglich empfundenen Freude über dieses besondere Erlebnis, lebe ich dennoch im Hier und Jetzt und sehe mich einer Fülle von Herausforderungen im Leben gegenüber, die ich weder ignorieren will, noch kann.

Ich möchte weiter lernen, mich weiterentwickeln, neue Erfahrungen sammeln. Und das wird nur funktionieren, indem ich aktiv bin, mich konfrontiere und dabei auch gelegentlich scheitere. Und wenn es mir dann noch gelingt, die in der Meditation ständig weiter eingeübten Qualitäten Akzeptanz und wertungsfreie Beobachtung immer besser in meinen Alltag zu integrieren, die Balance zwischen Entspannung und Aufmerksamkeit aus der Meditation mitzunehmen, dann ist alles gut. 

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