Montag, 15. Oktober 2018

Wie das Schreiben mein Leben veränderte: Ein Gastbeitrag von Carolin Stark


Ich habe schon immer gern geschrieben: früher Tagebuch, heute Briefe, Karten, Mails. Das was mich bewegt, bringe ich gern zu Papier. Und teile es mit Freude. Sprache ist mir wichtig. Ich habe Spaß daran, Worte bedacht und mit voller Absicht zu wählen. Mir tut es gut, mich schriftlich auszudrücken; ich sortiere mich gern während des Schreibens. Auch heute schreibe ich lieber, als dass ich telefoniere, obgleich ich mir der Vorteile des Telefonierens durchaus bewusst bin.

Ich liebe es, mich hinzusetzen. Neben und vor mir ausgewählte Details - Kerzenlicht, Kaffee, ätherische Öle - die mich motivieren. Ich schreibe per Hand oder tippe in die Tasten. Im Winter vor fast drei Jahren, in der Ruhe am Meer, verfasste ich meinen ersten kurzen Text, von dem ich wusste, er würde nach „draußen“, in eine Öffentlichkeit gehen. Der Titel lautete „Ehrlich direkt – direkt ehrlich“. Kurz darauf entstanden die Zeilen zu „Bei sich selbst zu Hause sein“. Als Mutter, Musiktherapeutin, Menschenliebhaberin und Sinnsucherin fiel es mir nicht schwer, passende Worte zu finden.

Meine Intention war mir auch sehr schnell klar: 

Ich will und wollte Menschen dazu anregen, sich selbst zu reflektieren, darüber nachzusinnen, was für sie Wert und Sinn hat – zu wem oder was sie „Ja“ sagen in ihrem Leben. 

Ich möchte Menschen ansprechen, die sich trauen, sich ehrlich zu betrachten, sich selbst auf die Schliche zu kommen. Zeitgenossen, die frei und groß denken. Menschen, die kraftvoll, mutig, leicht und gleichzeitig selbstkritisch ihren Weg gehen. Auch wünsche ich mir, durch Anekdoten zu unterhalten. Meine Themen sind meine Vorstellungen von Lebenskunst: Selbstfürsorge, bewusste, wache Kommunikation, die Tiefen und Abgründe des Lebens. Dazu gleich mehr.

Die Reaktionen auf meine Texte, die ich im Familien-, Freundes- und Bekanntenkreis via Mail verschickte, waren überwiegend positiv: Einige erlebten meine Zeilen als „kleine Geschenke“, anderen sprach ich offenbar direkt aus Herz und Seele. Auch erhielt ich die Rückmeldung, ich sei in der Lage, die „Tiefen und Abgründe des Lebens auszuloten“. Letzteres inspirierte mich besonders, denn ja, mir liegt es, auch über Themen zu schreiben, zu denen nicht allzu viel zu finden ist, so auch Tabuisiertes: Schattenarbeit, unliebsame Eigenschaften, Schwierigkeiten in der Kommunikation, Thema Tod.

Mit Hilfe des Buches „Werde verrückt“ von Veit Lindau und vielen, vielen kleinen Schritten brachte ich dann im Frühjahr 2016 meinen Lebenskunst-Blog „auf die Straße“: www.seisofrei-lebenskunst.de. Und spürte: Ich wollte weiter hinaus, aus mir heraus, ich wünschte und wünsche mir mehr Leser, mehr Reichweite. 

Ich hatte Lust auf mehr Resonanz, auch mehr Abenteuer

Nicht zu wissen, was kommt, wie was ankommt, was meine Worte auslösen. Auch wollte ich etwas erschaffen und andere ermutigen, ihre ganz eigene Wahrheit zu leben. Mein Blog sollte ein Ort des Mitgefühls und der Wertschätzung werden. Die Freude ist immer noch riesig, wenn ich mit Gleichgesinnten in den Austausch komme und wir uns gegenseitig inspirieren.

Das Schöpferisch-Tätigsein ist meins – in der Musik, im Schreiben, Fotografieren, während der Kundalini-Yoga-Praxis, einfach im Sein, kann ich mich ausdrücken, meine Kreativität leben – und andere auf diese Weisen berühren. 

Die Ausbildung zur Kundalini-Yogalehrerin, die ich zeitgleich zu den „Schreib-Schritten“ absolvierte, veränderte mich: Ich lernte mich tiefer kennen, wurde mutiger, präsenter. 

Aus Mut erwächst Mut, oh ja! 

Sichtbarer werden, immer neue Bühnen betreten – sei es als Musiker, der sein Publikum in der Tiefe berühren möchte, sei es als Autor oder Blogger, der etwas Preis gibt, das wiederum ihn in der Tiefe berührt – machte mir immer mehr Freude. Und tut es heute.

Parallel zum Blog suchte ich weitere Orte und Plattformen, in denen ich mich „austoben“ konnte: So kam ich mit dem Online-Magazin "Compassioner" in Kontakt und schreibe dort auch heute noch leidenschaftlich gern. Mittlerweile hat es einer meiner Artikel, „Sich dem Leben hingeben“, sogar in eine Print-Ausgabe des Maas-Magazins geschafft, worauf ich sehr stolz bin.

Und so folge ich weiter der Freude und vor allem meinen inneren Impulsen, meinem Herzen. Meine Leser möchte ich gern dazu ermutigen, das zu leben und “auszuspucken”, was in ihnen steckt

Dranzubleiben an einer Sache, selbst wenn’s holprig wird. 

Erfolg kann heißen: zu wissen was du in der Tiefe willst und dich dann auf den Weg zu machen, dein Potential dafür einzusetzen. Und: Scheitern ist nicht nur ok, sondern wichtig und lehrreich.

Einen herzlichen Dank an Eckhard, mit dem ich mich menschlich und schriftstellerisch verbunden fühle.

In diesem Sinne: Gehaben wir uns wohl!
Carolin Stark

Über Carolin Stark  


Carolin Stark schreibt fein beobachtend über Heiteres, Kurioses und zum Nachdenken Anregendes aus ihrem Leben. Dabei scheut sie sich nicht davor, die Tiefen und Abgründe des Lebens – Tabuisiertes, Tod und Triggerndes  - auszuloten und ehrlich zu reflektieren. Ihre Leser*innen möchte sie dazu anstecken, mit sich selbst in Tuchfühlung zu kommen und sich bewusst, tiefgehend und gleichzeitig wertschätzend zu beobachten.




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