Mittwoch, 14. November 2018

Inneres Wachstum und tiefe Einsichten

Eigentlich hatte ich mir ja vorgenommen, mir beim Veröffentlichen von Texten etwas mehr Zurückhaltung aufzuerlegen. Denn schließlich möchte ich meine werte Leserschaft nicht mit meinen Gedanken und Ideen überfluten. Aber zur Zeit geschieht in meinem Leben so viel an Entwicklung und ich gewinne für mich so viele tiefere Einsichten, dass ich wiederum ein Ventil benötige, um damit fertig zu werden und es für mich zu ordnen. Außerdem liegt es ja in der Freiheit eines Jeden, meine Texte wahrzunehmen und sich damit zu beschäftigen, oder für sich zu entscheiden, dies im Moment nicht zu tun, weil es ihm/ihr "zu viel" ist. So viel zur Einleitung.

Kennt ihr den Begriff "tiefe Einsichten"? Bis vor kurzem war mir dieser Begriff gänzlich unbekannt. Erst im Rahmen der Meditationschallenge des Psychologen und Meditationslehrers Andrej Uhrich bin ich das erste Mal damit in Berührung gekommen und war ausgesprochen neugierig darauf zu erfahren, was sich dahinter verbirgt.

Andrej beschreibt diesen Begriff als eine neue Qualität der Selbsterkenntnis, der durch regelmäßige Meditation, Selbstreflexion und achtsamen Umgang mit sich selbst, erlangt werden kann. Trotz dieser sprachlich so präzisen Definition blieb diese Erklärung bis gestern ein Abstraktum für mich. 

Schon seit Beginn der Challenge habe ich mich mit mir und mit anderen Menschen zunehmend unwohl und bisweilen sogar überfordert gefühlt, ohne erkennen zu können, warum das so ist. Ich war launisch, ungeduldig, fühlte mich ängstlich und verletzlich. In meinem Inneren fühlte ich mich eng und bedrückt. Situationen, denen ich ansonsten mit Gelassenheit und Verständnis begegnen konnte, überforderten mich komplett. Es fühlte sich fast an wie in früheren Zeiten, als ich keinerlei Kontrolle über meine Gefühle hatte. Und das, obwohl ich in den letzten Monaten sehr viel über meine Gefühle und mein Denken gelernt und mich dadurch deutlich wahrnehmbar weiterentwickelt habe. Mit einem Satz: Ich bin an mir verzweifelt!

Gestern dann geschah etwas Wunderbares: In den Tagen zuvor hatte ich mich sehr intensiv in der Meditation mit dem Begriff der Akzeptanz, dem nicht wertenden Beobachten dessen, was gerade geschieht, übend beschäftigt. Passend dazu hatte Andrej in einem Coaching-Video von "der einen Sekunde" gesprochen, in der wir kurz innehalten können, um bewusst zu entscheiden, wie wir auf einen Reiz von Außen (beispielsweise in einem Gespräch) reagieren wollen: Möchte ich mich darüber ärgern, oder darüber hinweggehen, oder vielleicht mit Humor darauf reagieren?

Bei diesen Impulsen von Andrej hatte ich sofort ein ganz besonders starkes Empfinden dazu, das heißt, ich begriff diese Ideen nicht nur mit meinem Verstand, sondern fühlte ihre hilfreiche Qualität und konnte sie unmittelbar umsetzen und für mich nutzen.

Es fällt mir schwer, in Worte zu fassen, was genau passiert ist. Aber es fühlte und fühlt sich noch immer so an, als hätten diese Impulse unmittelbar Wurzeln in mir geschlagen und seien nun ein Teil von mir, mit dem ich jederzeit und mühelos arbeiten kann.

Seitdem fühle ich mich wie befreit. Ich bin nun wieder innerlich weit, glücklich, leicht und voller Lebensfreude. Und ich bin sowohl mit mir, als auch mit meinen Lieben wieder im Gleichgewicht. 

Es war wohl eine "tiefe Einsicht", die mir zuteil wurde und die mir auf meinem weiteren Weg des inneren Wachstums unglaublich viel weiterhilft.






Montag, 12. November 2018

Meditation - Sein und Handeln

Vor kurzem schrieb ich darüber, wie wichtig es mir inzwischen ist, das Meditieren von unnötigem Ballast zu befreien und es auf die für mich wesentlichen Inhalte zu reduzieren oder auch zu komprimieren: 

  • Völlige Akzeptanz und die wertungsfreie, genaue Beobachtung dessen, was während der Meditation geschieht.
  • Die Aufmerksamkeit immer wieder sanft auf den gewählten Fokus (Körperwahrnehmung, Atmung, Gefühle, Gedanken, usw) zurückführen, wenn ich abgelenkt werde.
  • Das Gleichgewicht zwischen Entspannung und Aufmerksamkeit immer wieder neu suchen. Denn bereits das ist der meditative Zustand, den es zu üben gilt.
Ich glaube immer mehr, dass es in der Meditation darum geht, das eigene Bewusstsein kennenzulernen und zu erforschen. Und dabei der Frage, was Bewusstsein eigentlich ist, immer ein Stück näher zu kommen, ohne sie endgültig klären zu können.

Sehr spannend finde ich dabei die Erkenntnis, dass in der Meditation zwei Qualitäten zusammenkommen: Sein und Handeln. Denn ich befinde mich ja während des Meditierens in einem Zustand: dem meditativen Zustand. Doch gleichzeitig bin ich auch aktiv, indem ich meditiere und damit eine Tätigkeit ausübe.

Es gibt immer wieder Momente während der Meditation, wo für einen ganz kurzen Moment keine Gedanken existieren. Für mich ist das ein Zustand von reinem Bewusstsein. Ich spüre dann weder Glück, noch Unruhe oder irgendeine andere Regung. Ich bin einfach in diesem Moment. 

Es gibt Menschen, für die die permanente Erlangung dieses Zustands ihr Lebensziel darstellt. Für mich ist das nicht so. Denn ungeachtet der nachträglich empfundenen Freude über dieses besondere Erlebnis, lebe ich dennoch im Hier und Jetzt und sehe mich einer Fülle von Herausforderungen im Leben gegenüber, die ich weder ignorieren will, noch kann.

Ich möchte weiter lernen, mich weiterentwickeln, neue Erfahrungen sammeln. Und das wird nur funktionieren, indem ich aktiv bin, mich konfrontiere und dabei auch gelegentlich scheitere. Und wenn es mir dann noch gelingt, die in der Meditation ständig weiter eingeübten Qualitäten Akzeptanz und wertungsfreie Beobachtung immer besser in meinen Alltag zu integrieren, die Balance zwischen Entspannung und Aufmerksamkeit aus der Meditation mitzunehmen, dann ist alles gut. 

Sonntag, 11. November 2018

Von Annahmen und Schuldgefühlen

Ich verfüge über ein sehr stark ausgeprägtes Gefühlsleben und erlebe meine Emotionen ungefiltert und sehr intensiv und unmittelbar. Das macht es mir sehr schwer, in emotional sehr bewegenden Momenten einen klaren Kopf zu bewahren und mich von Annahmen darüber, was diese Situation wirklich bedeutet, frei zu machen. 

Es sind diese Annahmen, die uns Menschen dazu bringen, auf eine bestimmte Weise zu reagieren. Sie speisen sich aus unseren Erfahrungen und früheren Erlebnissen. Und gerade bei traurigen und belastenden Erfahrungen neigen wir dazu, diese in uns "abzuspeichern". Geraten wir dann später in eine ähnliche Situation, erwarten wir unwillkürlich, dass sie sich unabänderlich auf genau die gleiche Weise entwickeln wird, wie wir es schon früher erlebt und erfahren haben. Dementsprechend sind dann auch unsere Gefühle und Gedanken und damit auch unsere jeweilige Handlungsweise. 

Die Leser von "Grenzgänger" wissen, dass meine Mutter mich gerne durch tagelanges, eisiges Schweigen für vermeintliche Missetaten bestrafte. Dieses Schweigen war die Hölle für mich und ich fühlte mich als Gefangener meines schlechten Gewissens. 

Diese traumatischen Erfahrungen hatten zur Folge, dass ich länger andauerndes Schweigen im Miteinander noch heute als unangenehm empfinde. Selbst dann, wenn es nicht aus einer Auseinandersetzung heraus entsteht, sondern lediglich eine harmlose Denkpause darstellt. Ich fühle mich dann verunsichert und empfinde unwillkürlich Schuldgefühle, Angst und Enge, wenn auch bei weitem nicht mehr so intensiv und bedrohlich wie damals. Es ist also eine Annahme von mir, dass  Schweigen grundsätzlich eine Strafe, eine Bedrohung darstellt.

Für mich ist es ein hartes Stück Arbeit, mich von diesen negativen und belastenden Annahmen zu lösen und jede Situation ergebnisoffen und unvoreingenommen zu betrachten und auch aufzunehmen. Ich erlebe es als Mangel von (Selbst)-Vertrauen und (Selbst)-Sicherheit, der diese negativen Annahmen verstärkt und noch immer am Leben erhält. 

Allerdings darf ich durch solche Situationen auch lernen, sowohl mir, als auch meinem Gegenüber zu vertrauen, indem ich immer  öfter die Erfahrung mache, dass es eben nicht um Strafe oder Böswilligkeit geht, beziehungsweise nicht ich automatisch der Auslöser des Schweigens bin. Nicht alles bezieht sich auf mich oder mein Verhalten, sondern hat viel öfter seine Ursachen in meinem Gegenüber, wie zum Beispiel Müdigkeit oder Erschöpfung. 

Es geht also darum zu lernen, bestimmte Reaktionen und Situationen, an denen ich zwar beteiligt bin, als von mir unabhängig zu betrachten. Denn schließlich bin ich nicht das Zentrum des Universums. 





Samstag, 10. November 2018

Auffassungen

Jeder Mensch hat seine ureigene Auffassung davon
was ihm Liebe bedeutet
und auf welche Weise
in welcher Qualität sie
seinen Umgang mit sich und anderen bestimmt

Manche sagen
Gegensätze ziehen sich an
andere wieder 
Gleich und Gleich gesellt sich gern
und wieder andere
Was sich liebt das neckt sich

Für mich ist es eine Mischung aus Allem
in tiefster und nahester Verbundenheit
und im Anerkennen der jeweiligen Unterschiede
die weder gut noch schlecht sind
einfach weil sie sind

Ich erkenne Liebe immer mehr
als einen Weg der Selbsterkenntnis
die sich von Zeit zu Zeit
an den Grenzen 
dem Anderssein des Anderen stößt

Ich erkenne sie in ihrer Widersprüchlichkeit
und dem gemeinsamen Bemühen
diese Widersprüche aufzulösen
und im zuerst 
die eigenen Wunden heilen
um den Anderen nicht zu verletzen

Ich erkenne sie in dem Bestreben
nach innerem Frieden und nach Harmonie
die ich mir und meinem Gegenüber
gleichermaßen aus ganzem Herzen wünsche

Liebe ist kein fester unveränderlicher Zustand
sondern sie ist 
ständig in Bewegung
vereint Schmerz und Freude
Gelassenheit und Unbändiges
Gemeinsames und Einzelnes

Und sie ist das Schönste
das mir je widerfahren ist






Mittwoch, 7. November 2018

Betrachtungen zur Meditation

Seit über einem halben Jahr meditiere ich regelmäßig. Inzwischen sogar zweimal am Tag. Und auch hier im Blog schreibe ich immer wieder über dieses Thema. Dass ich dies tue, hat einen guten Grund: Denn Meditation ist für mich ein sehr essentieller Baustein für meine seelische Gesundheit und für mein inneres Wachstum, für meine geistige Entwicklung.

Warum ist das so? Ich mache jeden Tag die Erfahrung, dass keine Meditation der anderen gleicht. Jedes Mal fühlt es sich anders an. Mal bin ich sehr entspannt und fokussiert dabei. Beim nächsten Mal fällt es mir schwer, mich wirklich darauf einzulassen und ich bin innerlich angespannt und unruhig. Trotzdem lasse ich es dann nicht bleiben. Sondern ich übe mich darin, jede Stimmung, jede unterschiedliche Qualität während der Meditation einfach zu akzeptieren, ohne sie zu werten und ohne mich dabei positiv oder negativ zu beurteilen. 

Diese Akzeptanz des Hier und Jetzt zu üben, bewirkt, dass ich auch lerne, mich selbst mit all meinen Stärken und Defiziten immer besser zu akzeptieren, also wertungsfrei anzunehmen, ohne das Bestreben zu haben, daran etwas zwanghaft ändern zu müssen. 

Ein nächster Schritt ist dann immer, genauer hinzuschauen, was gerade in diesem Moment in mir und mit mir passiert. Woher kommt die innere Unruhe, oder, warum mache ich mir gerade Sorgen? Wo fühle ich die Unruhe

Auf diese Weise mache ich weitere Lernschritte, indem ich ebenso wertungsfrei zu beobachten lerne, mich also in Aufmerksamkeit und Achtsamkeit übe. 

Dieses mich Üben verhilft mir in meinem Alltag dazu, nach und nach sämtliche Situationen, Erfahrungen und Erlebnisse mit einer immer größer werdenden inneren Ruhe zu betrachten und mit ihnen umzugehen. Die Dinge werfen mich einfach nicht mehr komplett aus der Bahn. Und ich bekomme allmählich einen viel klareren Blick auf mich und meine Umgebung.

Es sind ungemein spannende Erfahrungen, die ich so täglich sammle. Ich lerne mich in meinem eigentlichen Wesen immer besser kennen und verstehen. Es ist also eine ganz neue Stufe von Selbst-Bewusstsein, die ich so täglich erfahren und erleben darf. 

Samstag, 3. November 2018

Männlich, Weiblich, oder einfach nur Menschlich?

Kürzlich las ich den Text einer lieben und sehr geschätzten Kollegin, in dem diese sich mit verschiedenen Aspekten der Weiblichkeit beschäftigt und wie sich die von ihr beschriebenen Stärken vollends zur Geltung bringen lassen. 

Ich fand diesen Text außerordentlich spannend und anregend. Aber gleichzeitig spürte ich starken Widerspruch in mir und den Impuls, diese Darstellung aus meiner "männlichen" Perspektive heraus zu ergänzen. 

Offen gestanden: Ich habe mir niemals Gedanken darüber gemacht, was "typisch weiblich" oder "typisch männlich" ist. Denn es war und ist niemals von Bedeutung für mich gewesen. Und auch für mein Selbstverständnis, für mein Selbst-Bewusstsein, ist es völlig unwichtig, mir immer wieder vor Augen zu führen, dass ich ein Mann bin. Oder mich zu fragen, was genau mich als Mann auszeichnet. Im Gegenteil: In erster Linie begreife ich mich als Mensch, der bestimmte Eigenschaften und sowohl Stärken als auch Schwächen in sich trägt. Das Gleiche gilt für meine Betrachtungsweise der Frauen. Denn bei genauerer Betrachtung tragen sie genau die gleichen Eigenschaften in sich, in jeweils individueller Ausprägung. 

Auch die uralten Diskussionen und Geschlechter-Streits um Gleichberechtigung, Unterdrückung, usw. konnte ich aus meinem Erleben heraus nie wirklich nachvollziehen. Denn Frauen waren für mich, solange ich denken kann, immer Menschen wie ich einer bin. Und es war immer selbstverständlich für mich, sie auch genauso zu behandeln, mit ihnen umzugehen. 

Ich habe in meinem Leben gleichermaßen taffe, einfühlsame, gefühlsbetonte und intellektuell starke und schwache Frauen und Männer kennengelernt. Und somit beschränken sich die Unterschiede für mich lediglich auf die sichtbaren Geschlechtsmerkmale. 

Die für mich entscheidende und weitaus wichtigere und spannendere Frage lautet also: Was macht uns gemeinsam als Menschen aus? Und: Auf welche Weise können wir uns gegenseitig ergänzen und beflügeln?

Es geht für mich also viel mehr um das Gemeinsame, als um das Trennende. Ich bin der festen Überzeugung, dass Mann und Frau nur gemeinsam das gesamte Potential des Menschseins verkörpern und zur vollen Entfaltung bringen können

Also lasst uns doch die überkommenen Betrachtungsweisen hinter uns lassen und zusammen als Männer und Frauen an unserem Mensch-Sein arbeiten!



Mein neuer Text im Compassioner: Leben als transformativer Weg des Lernens

Leben als transformativer Weg des Lernens und der Selbsterkenntnis

Mittwoch, 31. Oktober 2018

Friedvolle Stille

Zur Zeit genieße ich
die innere Ruhe meinen Frieden
die völlige Übereinstimmung
den Müßiggang

Es ist gelebte und erfüllte Freiheit
über die ich selbst mit mir nicht diskutiere
sondern ich koste sie aus
und lasse meine Seele atmen

So haben Impulse und Ideen
Zeit zum Reifen
und müssen nicht überhastet
und unausgereift an die Öffentlichkeit

Stattdessen ordnen sie sich
in der friedvollen Stille meines Geistes
währenddessen ich einfach
das Leben spüre und genieße

Sonntag, 28. Oktober 2018

Warum Dankbarkeit mir so wichtig ist

Noch vor zwei Jahren war ich ein Gefangener meiner Depressionen. Ich befand mich in Therapie und es fiel mir außerordentlich schwer, positive Gefühle wie Glück, Zufriedenheit oder Freude, in mir überhaupt wahrzunehmen. Stattdessen bestimmten Angst und Unsicherheit meine Gefühlswelt.

Ziemlich genau vor zwei Jahren nahm eine große Veränderung in meiner Selbstwahrnehmung ihren Anfang: Mit einem Mal war ich dazu imstande, liebevolle Anteilnahme und Zuwendung, sowohl durch die Mitglieder meiner Therapiegruppe, als auch durch Freunde und Geschwister wahrzunehmen und zu erleben. Ich empfand Freude und Glück! Und Dankbarkeit für die unglaubliche Wärme, die mir durch diese Menschen zuteil wurde.

Es sollte aber noch längere Zeit dauern, bis ich diesen ungewohnten und bisweilen überwältigenden Gefühlen zu vertrauen lernte. Denn noch immer hatte die Depression mich im Griff. Und die erlebte Freude erwies sich als noch längst nicht nachhaltig.

Nur ganz allmählich erkannte und verstand ich, dass die Gefühle, die mir entgegengebracht wurden, tatsächlich echt und von Dauer waren. Sie beruhten auf Sympathie mir gegenüber und darauf, dass ich mich immer mehr öffnete und mich in meinem So-Sein, wie ich bin, zu zeigen traute. 

Allerdings war es noch ein weiter Weg vom Erleben von Dankbarkeit dahin, diese auch bewusst zu formulieren und auszusprechen. Zwar fühlte ich sie, konnte sie aber noch längst nicht in Worte fassen. 

Erst im Laufe des letzten Jahres, nachdem ich damit begonnen hatte, mich intensiver mit meinem Gefühlsleben und seinen Auswirkungen auf mich und andere Menschen zu beschäftigen, erkannte ich die Bedeutung und Wichtigkeit von Dankbarkeit für mich und meine Genesung. Und je mehr ich mich mit diesem Thema auseinandersetzte und infolgedessen auch Dankbarkeit erfuhr, desto intensiver und nachhaltiger fühlte und erlebte ich ihre heilsame, befreiende Wirkung auf mich. Zusätzlich erlebte ich immer häufiger, dass, je mehr Dankbarkeit ich empfinde und bewusst und zielgerichtet auch an andere Menschen weitergebe, sie daran teilhaben lasse, sie sich spürbar in meinem Leben vermehrt. 

Mittlerweile ist Dankbarkeit ein fester Bestandteil meines Lebens: Meinen Tag beginne ich damit, dass ich unmittelbar nach dem Aufwachen für meinen guten Schlaf, für den neuen Tag, für mein Leben und für meine Gesundheit danke. Auch in meiner Meditationspraxis hat sie inzwischen ihren festen Platz: "Meine Dankbarkeit öffnet mein Herz für alles Gute und Schöne!" ist der Satz, mit dem ich alle meine Meditationen beschließe. Auch vor dem Einschlafen sage ich nochmals Dank für den Tag und für die Begegnungen und Erfahrungen, die ich während des Tages hatte. Auf diese Weise schlafe ich friedlich und mit guten Gedanken ein.

Dankbarkeit bewusst zu praktizieren, ist eine Frage der Übung. Und stumpfe Routine ist der Feind von Aufmerksamkeit und bewusstem Handeln. Deswegen muss ich von Zeit zu Zeit innehalten und mir die Wichtigkeit von Dankbarkeit immer wieder neu vor Augen halten. Denn ansonsten wird sie zum Automatismus und verliert ihre Wirksamkeit. Aus diesem Grund betrachte ich Dankbarkeit für mich als einen Übungsweg, den zu gehen ich mich jeden Tag ganz bewusst entscheide. Und wenn ich etwas erlebe, das Dankbarkeit in mir hervorruft, dann halte ich für einen Moment inne und lasse dieses Erlebnis in mir ganz bewusst nachwirken. 

Dass ich heute diesen Text geschrieben habe, war ein solch bewusster Moment. Es war mir wichtig, diesem Gefühl, das so viel mehr ist als ein bloßes Gefühl, nämlich eine innere Haltung, noch einmal nachzuspüren und ihm Raum zu geben. Für heute und für den Rest meines Lebens.


Mittwoch, 24. Oktober 2018

Einfachheit

Immer deutlicher erkenne ich
dass nur in der Einfachheit 
in der Schnörkellosigkeit 
die Wahrheit zu finden ist

Anstatt die Dinge unnötig zu verkomplizieren
sie mit schönen Worten und komplexen Ritualen
auszuschmücken
nenne ich sie schlicht beim Namen

ICH BIN
und
ICH LIEBE
sind der Schlüssel
zu meinem Sinn zu meinem Sein

Und je tiefer sich mir
der Sinn die Substanz die Kraft
dieser Worte erschließen
umso mehr bin ich dazu imstande
sie auch zu leben

Sonntag, 21. Oktober 2018

Blick nach Innen

Wende den Blick nach Innen
versuche zu ergründen was mich
aufhält und blockiert
mich daran hindert
wirklich frei zu sein

Erkenne dass ich mir selbst
im Weg stehe
zu vieles auf Einmal will
anstatt mich auf das Wesentliche
zu fokussieren

Neige dazu
mich zu verzetteln
von Idee zu Idee zu eilen
und die Blumen hinterm Zaun
sind viel bunter als die meinen

Dabei ist mein Weg der
gründlich zu sein
zum Kern vorzudringen
ohne mich dabei
festzubeißen

Aber die Seele wirklich
zu entspannen
und ein Fundament aus 
festverwurzelter liebevoller Dankbarkeit
zu erschaffen
fällt noch immer schwer

Ertappe mich dabei
mich selbst zu geißeln
wenn ich unsicher bin
anstatt glücklich über das 
schon Erreichte zu sein
und systematisch darauf aufzubauen

Erkenne die Schatten des Vergangenen
die mir den Erfolg nicht gönnen
aus Angst davor zu verschwinden
nicht länger bedeutsam zu sein

Manchmal benötigt das Gute Wahre Schöne
länger um seinen Platz zu behaupten
und so will ich mich
in Geduld und Verzeihen üben
und lernen mir zu vertrauen






Freitag, 19. Oktober 2018

Aus der Stille

Inmitten meiner lauten Gedanken
meiner starken Wünsche und sehnenden Hoffnungen
suche ich die Ruhe
jenseits von allem das mich vorwärts drängt

Denn sie alle zerren an mir
und versperren mir den Blick auf das
was wirklich ist
was sein möchte

Nicht länger mit aller Macht etwas erreichen wollen
und nach guten Eigenschaften suchen
die ein fernes Ideal sehnsüchtig bestätigen
sondern einfach sein
denn Ich bin

Ganz allmählich erkenne ich
dass in der Stille meines Seins
alles längst vorhanden ist was mich ausmacht
und erst durch Loslassen und bedingungsloses Vertrauen
ans Tageslicht gelangen kann

So erkunde ich die Stille und die Ruhe
lausche in Demut meiner Seele
lerne in Gelassenheit dankbar zu vertrauen
und mich wirklich in meinem So-Sein anzunehmen

Was jetzt wirklich zählt
ist das Hier und Jetzt
und nicht länger das Gestern oder Morgen

Ich lerne mich von Selbstzweifeln und Ängsten
zu verabschieden
wie auch von Annahmen und Zuschreibungen der Anderen

Ich lerne mich zu lieben
die darin verborgene Freiheit zu erkennen zu be-greifen
und je mehr ich mich zu lieben lerne
kann ich diese Liebe auch Anderen schenken


Montag, 15. Oktober 2018

Wie das Schreiben mein Leben veränderte: Ein Gastbeitrag von Carolin Stark


Ich habe schon immer gern geschrieben: früher Tagebuch, heute Briefe, Karten, Mails. Das was mich bewegt, bringe ich gern zu Papier. Und teile es mit Freude. Sprache ist mir wichtig. Ich habe Spaß daran, Worte bedacht und mit voller Absicht zu wählen. Mir tut es gut, mich schriftlich auszudrücken; ich sortiere mich gern während des Schreibens. Auch heute schreibe ich lieber, als dass ich telefoniere, obgleich ich mir der Vorteile des Telefonierens durchaus bewusst bin.

Ich liebe es, mich hinzusetzen. Neben und vor mir ausgewählte Details - Kerzenlicht, Kaffee, ätherische Öle - die mich motivieren. Ich schreibe per Hand oder tippe in die Tasten. Im Winter vor fast drei Jahren, in der Ruhe am Meer, verfasste ich meinen ersten kurzen Text, von dem ich wusste, er würde nach „draußen“, in eine Öffentlichkeit gehen. Der Titel lautete „Ehrlich direkt – direkt ehrlich“. Kurz darauf entstanden die Zeilen zu „Bei sich selbst zu Hause sein“. Als Mutter, Musiktherapeutin, Menschenliebhaberin und Sinnsucherin fiel es mir nicht schwer, passende Worte zu finden.

Meine Intention war mir auch sehr schnell klar: 

Ich will und wollte Menschen dazu anregen, sich selbst zu reflektieren, darüber nachzusinnen, was für sie Wert und Sinn hat – zu wem oder was sie „Ja“ sagen in ihrem Leben. 

Ich möchte Menschen ansprechen, die sich trauen, sich ehrlich zu betrachten, sich selbst auf die Schliche zu kommen. Zeitgenossen, die frei und groß denken. Menschen, die kraftvoll, mutig, leicht und gleichzeitig selbstkritisch ihren Weg gehen. Auch wünsche ich mir, durch Anekdoten zu unterhalten. Meine Themen sind meine Vorstellungen von Lebenskunst: Selbstfürsorge, bewusste, wache Kommunikation, die Tiefen und Abgründe des Lebens. Dazu gleich mehr.

Die Reaktionen auf meine Texte, die ich im Familien-, Freundes- und Bekanntenkreis via Mail verschickte, waren überwiegend positiv: Einige erlebten meine Zeilen als „kleine Geschenke“, anderen sprach ich offenbar direkt aus Herz und Seele. Auch erhielt ich die Rückmeldung, ich sei in der Lage, die „Tiefen und Abgründe des Lebens auszuloten“. Letzteres inspirierte mich besonders, denn ja, mir liegt es, auch über Themen zu schreiben, zu denen nicht allzu viel zu finden ist, so auch Tabuisiertes: Schattenarbeit, unliebsame Eigenschaften, Schwierigkeiten in der Kommunikation, Thema Tod.

Mit Hilfe des Buches „Werde verrückt“ von Veit Lindau und vielen, vielen kleinen Schritten brachte ich dann im Frühjahr 2016 meinen Lebenskunst-Blog „auf die Straße“: www.seisofrei-lebenskunst.de. Und spürte: Ich wollte weiter hinaus, aus mir heraus, ich wünschte und wünsche mir mehr Leser, mehr Reichweite. 

Ich hatte Lust auf mehr Resonanz, auch mehr Abenteuer

Nicht zu wissen, was kommt, wie was ankommt, was meine Worte auslösen. Auch wollte ich etwas erschaffen und andere ermutigen, ihre ganz eigene Wahrheit zu leben. Mein Blog sollte ein Ort des Mitgefühls und der Wertschätzung werden. Die Freude ist immer noch riesig, wenn ich mit Gleichgesinnten in den Austausch komme und wir uns gegenseitig inspirieren.

Das Schöpferisch-Tätigsein ist meins – in der Musik, im Schreiben, Fotografieren, während der Kundalini-Yoga-Praxis, einfach im Sein, kann ich mich ausdrücken, meine Kreativität leben – und andere auf diese Weisen berühren. 

Die Ausbildung zur Kundalini-Yogalehrerin, die ich zeitgleich zu den „Schreib-Schritten“ absolvierte, veränderte mich: Ich lernte mich tiefer kennen, wurde mutiger, präsenter. 

Aus Mut erwächst Mut, oh ja! 

Sichtbarer werden, immer neue Bühnen betreten – sei es als Musiker, der sein Publikum in der Tiefe berühren möchte, sei es als Autor oder Blogger, der etwas Preis gibt, das wiederum ihn in der Tiefe berührt – machte mir immer mehr Freude. Und tut es heute.

Parallel zum Blog suchte ich weitere Orte und Plattformen, in denen ich mich „austoben“ konnte: So kam ich mit dem Online-Magazin "Compassioner" in Kontakt und schreibe dort auch heute noch leidenschaftlich gern. Mittlerweile hat es einer meiner Artikel, „Sich dem Leben hingeben“, sogar in eine Print-Ausgabe des Maas-Magazins geschafft, worauf ich sehr stolz bin.

Und so folge ich weiter der Freude und vor allem meinen inneren Impulsen, meinem Herzen. Meine Leser möchte ich gern dazu ermutigen, das zu leben und “auszuspucken”, was in ihnen steckt

Dranzubleiben an einer Sache, selbst wenn’s holprig wird. 

Erfolg kann heißen: zu wissen was du in der Tiefe willst und dich dann auf den Weg zu machen, dein Potential dafür einzusetzen. Und: Scheitern ist nicht nur ok, sondern wichtig und lehrreich.

Einen herzlichen Dank an Eckhard, mit dem ich mich menschlich und schriftstellerisch verbunden fühle.

In diesem Sinne: Gehaben wir uns wohl!
Carolin Stark

Über Carolin Stark  


Carolin Stark schreibt fein beobachtend über Heiteres, Kurioses und zum Nachdenken Anregendes aus ihrem Leben. Dabei scheut sie sich nicht davor, die Tiefen und Abgründe des Lebens – Tabuisiertes, Tod und Triggerndes  - auszuloten und ehrlich zu reflektieren. Ihre Leser*innen möchte sie dazu anstecken, mit sich selbst in Tuchfühlung zu kommen und sich bewusst, tiefgehend und gleichzeitig wertschätzend zu beobachten.




Sonntag, 14. Oktober 2018

Achtsamkeit

Seitdem ich achtsam bin und achtsam lebe
werden ich der Schönheit der Natur
ihrer Einzigartigkeit und Kraft 
immer mehr gewahr

Nie war die Morgenluft so würzig klar
das Farbenspiel des Herbstes schöner
der Morgennebel auf den Wiesen geheimnisvoller
seit ich mit wachem und bewusstem Blick durchs Leben gehe

Und während ich früher all dies wohl sah
es mich aber nicht im Innersten erreichte und berührte
bin ich inzwischen von Herzen dankbar 
für diese wundervolle Pracht zu jeder Jahreszeit









Montag, 8. Oktober 2018

Was ich wirklich will

Ich bin ein sehr kreativer Mensch und habe ständig neue Ideen in Kopf für neue Buchprojekte, Texte, und Gedichte. Manche dieser Ideen sind eher flüchtig, andere dagegen tauchen immer wieder auf und nehmen immer deutlicher Gestalt an.

Seit ein paar Monaten beschäftigt mich allerdings sehr intensiv eine Idee, die mir wie eine Art Weiterentwicklung meines Schriftsteller-Seins erscheint und die für mich noch vor einem Jahr völlig undenkbar erschienen wäre: einen eigenen Verlag zu gründen! 

Nun bin ich aber keinesfalls der geborene Verkäufer oder Vertriebler. Und auch Betriebswirtschaft gehört nicht gerade zu meinen Lieblingsthemen. Ich bin mit Leib und Seele Schriftsteller. Ich arbeite aus Liebe zur Sprache und mit der Intention, durch meine Texte andere Menschen zu inspirieren und zum Nachdenken anzuregen.

Seitdem ich immer öfter die Gelegenheiten geschenkt bekomme, mit anderen Autoren zusammenzuarbeiten, sei es in Form von Gastbeiträgen in ihren Blogs, oder erst kürzlich in Form eines gemeinsam geschriebenen Artikels, ist diese Idee des Verleger-sein- Wollens immer deutlicher und bestimmender zutage getreten. Es erscheint mir sehr reizvoll, andere Menschen darin zu unterstützen, ihr erstes Buch zu schreiben und ihnen mit Rat und Tat zur Seite zu stehen. Außerdem habe ich immer wieder die Erfahrung gemacht, wie schwer es ist, außergewöhnliche Manuskripte, die sich den gängigen Kategorien entziehen, bei Verlagen unterzubringen. 

Auch in der spirituellen Verlagsszene gibt es so etwas wie "Mainstream", der sich sowohl durch seine Beliebigkeit in der Themenauswahl, als auch durch vermeintlich allgemeingültige "Rezepte" zur Optimierung des eigenen Lebens und zum Auffinden des eigentlichen Lebenssinns "auszeichnet".

Ich durfte in jüngster Zeit zu meiner großen Freude einige Autor*Innen kennenlernen, denen eben jener Mainstream genau so zuwider ist, wie mir. Und wie ich, legen sie großen Wert auf die sprachliche und inhaltliche Qualität und Einzigartigkeit ihrer Texte. 

Wir gehen gemeinsam ausschließlich von unseren eigenen Erfahrungen aus und verstehen unsere Texte lediglich als vollkommen freilassende und vor allem gänzlich undogmatische Anregungen für unsere Leser. Wir möchten dazu ermutigen, den ureigenen Lebensweg zu finden. Und indem wir von unseren ganz individuellen Erfahrungen und Erlebnissen berichten, möchten wir den Lesenden Mut machen, sich ganz und gar auf sich selbst und die eigenen, vielleicht noch schlummernden Herzenswünsche in Bezug auf die eigene Lebensführung, einzulassen.

Durch diese Herangehensweise sind unsere Texte sehr individuell und ganz bewusst nicht allgemein gültig. Der vordergründige Nachteil dieser Besonderheit ist jedoch, dass bewusst in diesem freilassenden Duktus gehaltene Bücher für rein gewinnorientierte Verlage nicht attraktiv sind. Aus genau diesem Grund erscheint mir die Idee eines unabhängigen, nicht nur auf Gewinn ausgelegten Verlages so verlockend.

Vielleicht ist es an der Zeit, auch hier neue Wege zu suchen, die diesen Idealismus mit verlegerischem Erfolg zusammenbringen. Und auch, wenn ich als Schriftsteller nicht zum Verleger tauge: womöglich lassen sich finanzstarke und ebenso idealistische Partner finden, die meine, unsere Ideale teilen und unterstützen, und sie gemeinsam mit mir, mit uns, auch in die Welt bringen möchten. 

Das was ich tue, tue ich mit absoluter Hingabe, Überzeugung und Liebe. Und ich glaube fest daran, dass diese innere Einstellung auch immer - über kurz oder lang - zum Erfolg führt. Wie auch immer dieser Erfolg dann aussehen mag.





Samstag, 6. Oktober 2018

Donnerstag, 4. Oktober 2018

NEUERSCHEINUNG "GRENZGÄNGER"



Das Warten hat sich gelohnt! 
Mein Buch "Grenzgänger" ist in einer vollständig überarbeiteten Version, und mit einem Vorwort des großartigen Dichters Hermann Borgerding versehen, soeben erschienen!

"Neuerscheinung! Das großartige Werk von Eckhard Neuhoff. 110 Seiten - 12 € mit einem Vorwort von Hermann Borgerding. 
Kann über https://literafreakpress.jimdo.com/ oder auch bei Amazon bestellt werden. Danke an Eckhard Neuhoff, mit dessen Werk hier auch eine neue Serie ProduKtTheMa beginnt.

.... Nein,
„Grenzgänger“ ist kein Ratgeber. Kein
Sachbuch. Ja, es ist ein ehrlicher, schonungsloser und dennoch auch oft sehr stiller und beruhigender Bericht eines, in einer
psychischen Erkrankung Gestrandeten.
Und es ist eine anspruchsvolle Autobiographie, die den Lesern zeigt, wie man sich aus angst-
verzerrten oder depressiven Höllen befreien und ein neues, anderes Leben beginnen kann.
Eckhard Neuhoff beschreibt sich und seine (Ex-)Welt – ohne
zu belehren. Sein Buch ist weise und klug. Und ohne Weltschmerz. Es ist auch ein Bericht des Verzeihens… Sich und den Anderen… (Ralf Preusker)

„Die quälende, über viele Jahre immer wiederkehrende Frage: „Warum bin ich psychisch krank geworden?“ war es, die mich letztlich dazu bewegte, das nun vorliegende Buch zu schreiben. Zwar hatte ich mich schon in den Jahren zuvor im Rahmen diverser Klinikaufenthalte und Psychotherapien mit einzelnen Aspekten meiner Biografie und mit meiner Erkrankung beschäftigt, aber noch nie hatte ich mich getraut, meine Empfindungen und Gedanken dazu in einer Gesamtschau genauer zu betrachten. Offen gestanden, ich hatte sogar große Angst davor verspürt, in den tiefen und dunklen Abgrund meiner Seele zu schauen.“ (Eckhard Neuhoff)

Dienstag, 2. Oktober 2018

Selbstliebe, Selbstvertrauen und Selbstbewusstsein

Seit geraumer Zeit bin ich sehr intensiv mit dem Thema Selbstliebe befasst. Dieses Thema ist, nicht nur für mich, von zentraler Bedeutung, wenn es um inneres Wachstum und die eigene Entwicklung geht. Denn nur, wer sich selbst wirklich liebt, kann den Mut zur Veränderung aufbringen.

Je intensiver ich mich mit diesem Thema auch in der Meditation beschäftige, umso deutlicher wird für mich, dass mit Selbstliebe die Qualitäten "Selbst-Vertrauen" und "Selbst-Bewusstsein" untrennbar verbunden sind. 

Sich selbst und damit den eigenen Stärken und Begabungen in allen Lebenslagen uneingeschränkt vertrauen zu können, verleiht uns sowohl Stärke als auch die Gewissheit, dass ohne Ausnahme wirklich alles, was uns geschieht, seine Berechtigung hat und uns ausschließlich zum Guten dient. Selbst aus Fehlversuchen und biografischen Umwegen können wir etwas lernen, was uns weiter bringt und uns darüber hinaus uns selbst immer besser kennenlernen lässt. Wir erlangen immer mehr Verständnis davon, wie wir "ticken" und worin unsere individuellen Eigenschaften bestehen.

Je besser und tiefer wir uns auf diese Weise erkennen, umso stärker und ausgeprägter wird auch unser  Selbst-Bewusstsein. Gerade dieser Begriff wird aber sehr oft missverstanden. Denn in der Regel verbinden wir mit ihm nur die Fähigkeit, uns gegenüber anderen Menschen zu behaupten und uns von ihnen abzugrenzen. Aber wenn wir uns intensiver damit befassen, können wir erkennen, dass dies nur ein Aspekt unseres Selbst-Bewusstseins ist. Viel bedeutsamer ist nämlich, dass wir immer besser und umfassender begreifen lernen, wer und was wir sind.  Und diese Fähigkeit ist es, die uns nach und nach innere Unabhängigkeit verleiht und uns unbeirrt von den Meinungen Anderer unseren eigenen Weg beschreiten lässt.

Selbst-Liebe im Verbund mit Selbst-Vertrauen und Selbst-Bewusstsein ist die denkbar stärkste schöpferische Kraft, mit der wir unserem Leben, unserem gesamten Sein eine vollkommen frei gewählte Richtung und ureigene Qualität geben können, wenn wir es wirklich wollen. Oder zusammengefasst: Ich will, ich kann, ich tue!




Sonntag, 30. September 2018

Innerer Friede und Entscheidungen

Das Thema, das mich neben der Selbstliebe zur Zeit am Meisten beschäftigt, ist, im Frieden mit mir selbst zu leben. Und gerade dieses Thema stellt mich immer wieder gerne vor Herausforderungen.

Sehr oft fühle ich mich in letzter Zeit durch äußere Umstände, auf deren Ursachen ich keinerlei Einfluss habe, in meinem inneren Frieden empfindlich gestört. Und ich bemerke, dass eine starke Unruhe in mir entsteht: das genaue Gegenteil von Frieden.

Ich hadere mit Entscheidungen, von denen ich glaubte, sie seien die richtigen, stelle sie infrage und bemerke gleichzeitig, dass die Alternativen, die ich in Gedanken durchspiele, mir meinen Frieden nicht zurückgeben. Im Gegenteil: Sie sorgen für noch mehr Unruhe.

Konkret geht es dabei um meine beiden Bücher, die darauf warten, an die Öffentlichkeit zu gelangen. Im ersten Fall ist der Verleger plötzlich erkrankt und die von mir herbeigesehnte Veröffentlichung auf unbestimmte Zeit verschoben. Im zweiten Fall lässt der Verlag sich mit seiner Entscheidung, ob er mein Buch überhaupt herausbringen möchte, sehr viel Zeit. In beiden Fällen war ich mir zunächst absolut sicher, dass das jeweilige Manuskript sich in den richtigen Händen befindet. Um es auf den Punkt zu bringen: Beides sind Situationen, die mir sehr viel Geduld und Vertrauen abverlangen: Eigenschaften, an denen es mir offensichtlich noch immer mangelt und denen ich offensichtlich während meiner Reise zu mir selbst bisher zu wenig Aufmerksamkeit gewidmet habe.

Während ich dieser inneren Unruhe nachgehe, manifestiert sich immer der gleiche Gedanke: Wie wäre es, die Veröffentlichung meiner Bücher komplett in die eigenen Hände zu nehmen? Und nicht nur das. Denn wenn ich diesen außerordentlich verlockenden Gedanken weiterspinne, komme ich unweigerlich zu dem Punkt, an dem ich ernsthaft überlege, mich als Verleger zu versuchen. Die Idee, die dahinter verborgen liegt ist, dass ich sämtliche Schritte einer Veröffentlichung selbst in der Hand hätte, mich also mit diesem Schritt komplett unabhängig von anderen Menschen machen könnte und nicht länger darauf angewiesen wäre, die Verantwortung für Buchprojekte in fremde Hände zu legen.
Allerdings ist ein solcher Schritt unweigerlich mit gewissen Risiken verbunden, vor denen ich zumindest im Moment noch zurückschrecke. Damit wären wir wieder beim Thema Vertrauen.

In früheren Zeiten und in deutlich abgeschwächter Form auch noch heute, war und bin ich ein sehr impulsiver Mensch, der sich durch seine unbedachten Handlungen immer wieder selbst in die Bredouille gebracht hat. Mittlerweile habe ich viel dazulernen dürfen, sodass ich Entscheidungen sehr gründlich abwäge und meine Motivation zu bestimmten Handlungen hinterfrage und auch von meinem Schatz hinterfragen lasse.

Dass ich dazu imstande bin, stimmt mich sehr dankbar und zeigt mir, dass ich mich weiterentwickelt habe. Dennoch zeigen mir diese inneren Konflikte sehr deutlich und immer wieder aufs Neue, welchen Themen ich noch immer sehr viel Aufmerksamkeit zu widmen habe: Vertrauen und Geduld.

Wenn ich genauer hinschaue, dann spüre ich, dass die Situation meiner beiden Bücher nur ein Symptom für meine innere Unsicherheit ist, das ich womöglich selbst herbei gedacht und gefühlt habe. Denn in den Momenten innerer Übereinstimmung mit mir selbst weiß ich, dass es richtig war, die Bücher in andere, mit Sicherheit äußerst kompetente Hände abzugeben. Zumindest zunächst. Mir mangelt es (noch) an verlegerischem Know How, was sich aber natürlich ändern lässt, wenn ich es wirklich möchte.

Und hier schließt sich der Kreis: Je mehr Vertrauen und Geduld ich sowohl mir selbst als auch anderen Menschen gegenüber zu entwickeln imstande bin, desto sicherer und konsistenter werden auch die Entscheidungen sein, die ich für mich und meinen Weg treffe. Und je tiefer ich Vertrauen und Geduld in mir verankere, umso mehr lebe ich auch im Frieden mit mir selbst.



Donnerstag, 27. September 2018

Das ganze Geheimnis


Ich erinnere mich an die Geborgenheit
an die mich sanft umhüllende Wärme der Liebe
die mich tröstend und stärkend durchströmt
während sie das Beste in mir zum Erklingen und zum Vorschein bringt

Von anderen Menschen kann ich Liebe nicht erwarten
kann sie nicht erzwingen
denn sie ist bedingungslos und in Wort gegossene Freiheit

Wenn ich Liebe schenken möchte
muss ich sie zuerst in mir finden
sie ergründen und wachsen lassen
sie mir selbst zum Geschenk machen

Denn nur was ich selbst habe kann ich auch verschenken
und wie soll ich mein Gegenüber lieben
wenn ich mich selbst nicht liebe

Ohne das Ich zu finden findet sich kein Du
denn erst in der Selbsterkenntnis offenbaren sich
die Qualität die Freiheit das Menschsein
als Urgrund der Liebe

Es heißt: Liebe deinen Nächsten wie dich selbst
und das ist schon
das ganze Geheimnis



Montag, 24. September 2018

Eine Erwiderung (Für Hermann)

Wenn ich deine jüngsten Poeme lese
empfinde ich starkes Mitgefühl 
und bin ein wenig betroffen von
deiner düsteren Stimmung

Deine Empfindungen sind mir nicht unbekannt
auch wenn sie schon längst und endgültig
hinter mir liegen
und wünschte dir ginge es genauso

Aber offensichtlich sind sie
noch immer ein Teil von dir
und in gewisser Weise machen sie
auch die Tiefe und Qualität deiner Texte aus

Jeder Mensch hat seine eigene Weise
Erlebnisse zu verarbeiten
und ich bin mir sicher dass all die Liebe
die du in dir trägst nicht ohne Wirkung bleibt

Vielleicht können meine Zeilen
eine Art Gegengewicht 
zu deinen düsteren Gedanken bilden
und das von dir gemalte Bild vervollständigen

Ich jedenfalls wünsche dir von Herzen
ganz viel Licht und noch mehr Liebe in deinem Leben
die irgendwann die Düsternis vertreiben mögen
und dir vollkommen neue Perspektiven schenken


Donnerstag, 20. September 2018

Im Gedenken an meine Schwester Gisela

Über viele Jahre haben wir einander verkannt
waren uns fremd
voneinander be-fremdet
weil unsere Leben so unterschiedlich
und weit entfernt erschienen

Erst kurz vor deinem Tod erkannten wir uns
und begegneten einander das erste Mal
im bewussten Erleben von Freiheit 
in der gemeinsamen Erkenntnis
dass wir in Wahrheit 
auf dem selben Weg waren und es noch immer sind

Es war ein besonderer Moment in meinem Leben
vielleicht ein letztes großes Geschenk von dir an mich
dessen Bedeutung mir erst im Nachhinein
wirklich bewusst geworden ist

Noch immer ist es ein Erleben
tiefer Liebe zueinander
wenn ich dein Bild betrachte
und an dieses eine Gespräch zurückdenke

Heute vor einem Jahr bist du gegangen
und noch immer bin ich dir 
in Liebe und Dankbarkeit verbunden
und wünsche dir 
für deinen weiteren Weg im Licht
Frieden und Glück



Freitag, 14. September 2018

Ein neuer Artikel im Compassioner

Mein neuer Artikel im Compassioner-Magazin zum Thema "Die Schöpferkraft des Ich bin" ist online!

Hier ist er: Entdecke deine Schöpferkraft des "Ich bin"

Was ist Seelenfrieden?

Ein Thema, das mich schon sehr lange begleitet und immer präsent ist, ist mein Seelenfrieden. Insbesondere dann, wenn ich ihn aufgrund innerer Spannungen vermisse und spüre, dass ich mit mir nicht im Reinen bin, taucht dieser Begriff auf und fordert meine Aufmerksamkeit.
Während der Zeit meiner Erkrankung war Seelenfrieden für mich, wie so vieles, nur ein nicht greifbares Abstraktum, mit dem ich eine große Sehnsucht verband. Und ich wusste nicht, auf welche Weise ich diesen Zustand jemals erreichen sollte. Ich glaubte, ich müsse mich dafür anstrengen und erst ein anderer, besserer Mensch werden, um diesen Seins-Zustand überhaupt erreichen zu können.
Inzwischen weiß ich, dass Seelenfrieden darauf beruht, ob ich mit mir tatsächlich übereinstimme, mit mir in vollem Umfang "zu-frieden" bin. 
Es ist also meine freie Entscheidung und nicht ein Zustand, der sich durch äußerliche Veränderung und krampfhaftes Bemühen erreichen lässt. Dennoch ist gerade dieser immer wieder herbeigesehnte, tiefe und beständige Seins-Zustand noch immer eine besondere Herausforderung an mich. Das liegt darin begründet, dass es so viele Kleinigkeiten in meinem Alltag und in meinem Leben gibt, die mich noch immer, wenn auch nur kurzzeitig, irritieren und verunsichern: Das können Gespräche sein, oder körperliches und seelisches Unwohlsein, Situationen, wie sie jeder Mensch zwischenzeitlich durchlebt. 
Ich erlebe diese Situationen sehr deutlich als Störung meines inneren Gleichgewichtes und bin mir gleichzeitig immer mehr bewusst, dass es meine alten Glaubenssätze sind, die diese Störung verursachen: "Ich genüge mir und Anderen nicht". "Ich werde nicht angemessen wahr- und ernst genommen." "Ich bemühe mich nicht genug." Ich bin es also selbst, der diese Störungen verursacht und damit auch der Einzige, der sie beseitigen kann.
Als äußerst hilfreich hat sich für mich mittlerweile die Meditation erwiesen. In ihr erlebe ich jedes Mal, unabhängig vom Alltagsgeschehen den Zustand des in mir Ruhens. Sämtliche Gefühle und Gedanken verlieren während des Meditierens ihre Bedeutung und ihre Macht über mich. Ich bin eins mit mir! Und ich erkenne immer deutlicher, das mein Erleben alltäglicher Situationen noch immer von meinen auf alten Annahmen vom Leben und Miteinander basierenden Erfahrungen beeinflusst wird. Das bedeutet: Ich glaube noch immer, dass bestimmte Situationen inneren Unfrieden zwangsläufig bewirken müssen. 
Je mehr und vollständiger es mir also gelingt, mich von diesen Glaubenssätzen und Annahmen zu lösen, indem ich ihnen bewusst gewählte entgegensetze, umso konsistenter und tiefer wird auch der Zustand des permanenten Seelenfriedens in mir Wurzeln schlagen. 



Mittwoch, 12. September 2018

Den Weg gehen

Schon seit über einem Jahr gehe ich meinen Weg
und bin mir seiner Konsequenzen bewusst
Ich gehe ihn mit Freude und spüre
an jedem Tag die Veränderungen die er bewirkt

Es ist die ständige Veränderung die den Reiz ausmacht
das Nicht -Wissen was als nächstes geschieht
Und dennoch ist da die Gewissheit
dass selbst große Herausforderungen und Zweifel
ihre Richtigkeit haben und dazu gehören

Immer mehr gelingt es mir mich mit Gelassenheit zu betrachten
und gelegentlich sogar mit einem liebevollen Lächeln
das meine Wunden heilen lässt

Doch ich sehe auch die Schatten die mich noch immer begleiten
und die mich von Zeit zu Zeit straucheln lassen
Aber es gelingt ihnen nicht mehr mich in den Abgrund zu reißen
sondern sie sind wichtige Wegbegleiter die mir dienen

Ich gehe meinen Weg unbeirrt weiter
erfreue mich an ihm und an der Aussicht auf mein Selbst
und bin an jedem Tag dankbar dafür
dass ich nicht alleine gehe



Dienstag, 11. September 2018

Mein Gedichtband "So wie Du bist"

"So wie Du bist" ist kein gewöhnlicher Gedichtband. Denn er enthält zum Teil sehr persönliche Liebesgedichte, die allesamt einem Menschen gewidmet sind. Dennoch möchte ich ihn Euch ganz besonders ans Herz legen!

Normalerweise beschäftigen sich Liebesgedichte fast ausschließlich mit den Gefühlen des Schreibenden. Damit stellt er sich aber auch unwillkürlich in den Mittelpunkt der Beziehung. 

Mit "So wie Du bist" versuche ich einen anderen Weg einzuschlagen: Natürlich geht es auch um meine Gefühle für den geliebten Menschen. Allerdings steckt mehr dahinter: Denn mir geht es darum, die Besonderheiten unserer Liebe herauszuarbeiten, den gemeinsamen Weg. Es geht um die Veränderungen, die diese Liebe in mir angestoßen hat und um die Erkenntnisse, die ich durch sie gewonnen habe und noch immer gewinne. 

Damit untrennbar verbunden ist eine ganz besonders tiefe Dankbarkeit, sowohl gegenüber meiner Liebsten, als auch dafür, diesem so besonderen Menschen überhaupt begegnet zu sein. Und es ist diese gegenseitige Dankbarkeit, die unserer Liebe beflügelt und die uns immer näher zusammenbringt.

Liebe ist nicht immer eitel Sonnenschein, sondern birgt auch Herausforderungen, denen wir uns beide immer wieder stellen. Denn es ist in erster Linie eine spirituelle Liebe, die dem inneren Wachstum dient. Und ohne Spannungsfelder und Herausforderungen ist ein solches Wachstum nicht möglich.

Meine Gedichte spiegeln all das wider. Und ich habe sie bewusst der Öffentlichkeit übergeben, weil ich den starken Impuls hatte, damit andere Menschen anzuregen, ihre jeweilige Liebe noch einmal neu zu ergreifen und miteinander die Möglichkeiten zu erkunden, die sie in sich trägt. Wenn mir das gelingt. dann freut es mich von Herzen!

Bestellen könnt ihr den Gedichtband hier: "So wie Du bist" 

Sonntag, 9. September 2018

Annahmen

Ganz zu Beginn nahm ich an
du seist der wundervollste Mensch
weil ich es glauben wollte und glaubte

Heute weiß ich es
denn mein Wissen um dich
ist durch meine Erfahrungen bestätigt

Früher nahm ich an
dass Liebe begrenzt und nicht von Dauer ist
Heute hingegen weiß ich dass ich dich für immer liebe

Viele meiner Annahmen haben sich von Grund auf verändert
weil ich gelernt habe wirklich zu lieben
und ich habe es gelernt weil ich daran glaubte

Jetzt glaube und weiß ich
dass du die Liebe meines Lebens bist
und ich nehme an: Es ist gut und richtig so

Samstag, 8. September 2018

Genesung und das Höhere Selbst

Wenn ich gelegentlich selber mal in meinem Blog stöbere und Texte und Gedichte aus den letzten Jahren lese, dann fällt mir auf, wie oft ich mich schon damals mit den Themen "Seelenfrieden" und "Gelassenheit" befasst habe. 

Das ist umso interessanter, weil ich mich damals als Agnostiker gesehen und gefühlt habe, für den spirituelle Fragestellungen in seinem Leben eigentlich keine Rolle gespielt haben. Aber anscheinend war mein Unterbewusstsein, oder mein Höheres Selbst, da ganz anderer Auffassung.

In vielen Texten und Gedichten spüre ich heute beim Lesen eine tiefe Sehnsucht nach etwas, das ich damals noch nicht benennen konnte: nach einer Tiefe und Sinnhaftigkeit im Leben, von denen ich geahnt haben muss, dass sie von großer Wichtigkeit für mich und mein eigentliches, wahres Leben sind. Auch Petra, meiner großen Liebe ist beim Lesen von "Grenzgänger" aufgefallen, dass in diesem Buch eine starke, aber unbewusste Spiritualität spürbar ist, die sich sowohl in einer tiefen Dankbarkeit gegenüber den mich begleitenden Menschen, als auch in dem innigen Wunsch nach, und dem unerschütterlichen Glauben an Veränderung, innerer Freiheit, Entwicklung und Genesung ausdrückt. 

Nach der Lektüre teilte sie mir sichtlich bewegt mit, sie habe den Eindruck gewonnen, dass ich schon damals intuitiv das Wissen um das Gesetz der Anziehung in mir gehabt haben müsse. Was letztlich dann zu meiner so überraschenden Genesung im vergangenen Jahr geführt hat.

Inzwischen bin ich für mich zu der Überzeugung gelangt, dass eine psychische Erkrankung eine Art Warnsignal der Seele ist, dass man sich zu weit von seinen tatsächlichen Intentionen und Idealen entfernt hat. Die Seele wird krank, indessen das Höhere Selbst, oder der Ewige Kern, sich immer wieder darum bemüht, Signale auszusenden, in Form von Wünschen und Vorstellungen, die mich dazu bewegen und anregen sollten, diesen Intentionen zu vertrauen und ihnen zu folgen. Und ich glaube daran, dass ich, je mehr ich in völliger Übereinstimmung mit diesen Intentionen bin und sie auch lebe, tatsächlich an Leib und Seele vollkommen gesund bin.

Auf diese Weise wird Genesung für mich immer mehr ein Weg des Glaubens und der Erkenntnis.


Donnerstag, 6. September 2018

Herausforderung Freiheit

Sich versöhnen mit dem was nicht ist
es akzeptieren und arbeiten mit dem was ist
und die Ursachen dafür nicht bei anderen zu suchen
stattdessen auch ihnen ihre Freiheit zugestehen
in der Gewissheit dass es so richtig ist

Manchmal vertragen sich verschiedene Vorstellungen nicht
weil jeder aus seiner Perspektive sich im Recht sieht
auch im Recht ist
aber eine Gemeinsamkeit an dieser Stelle unmöglich erscheint

Ich bin von der Richtigkeit dessen was ich tue
nicht nur überzeugt sondern ich lebe es auch
kann aber nicht von anderen erwarten
es mir gleich zu tun oder es so wie ich zu sehen

Jede Perspektive hat ihre Berechtigung
und genau darin liegen die Herausforderungen
konsequenter und gelebter Freiheit
deren jeweilige Auslegung mir nicht gefallen muss

Wirkliche Freiheit entsteht erst außerhalb der eigenen Komfortzone
und entfaltet sich vollends
in der Überwindung ihrer Herausforderungen
die nur ein waches Bewusstsein als solche erkennt

Und nicht immer sind ihre Intentionen sofort zu erkennen
fühlen sich im ersten Moment disharmonisch an
riechen nach Ungerechtigkeit und Willkür
deren Ursachen aber in mir allein begründet sind

So liegen das Erleben von Harmonie Freiheit und Gerechtigkeit
immer im Auge des jeweiligen Betrachters
der zugleich auch ihr Verursacher und Schöpfer ist
genauso wie der Schöpfer seines eigenen Glücks






Mittwoch, 5. September 2018

Denkimpulse

Ausnahmslos alle Themen, mit denen ich mich sowohl hier im Rahmen dieses Blogs, als auch in meinen Büchern und Artikeln befasse, entspringen meiner inneren Arbeit an mir selbst. Sie alle sind Ausdruck und Spiegel meiner geistiger Entwicklung, gewonnener Erkenntnis und eines sich in stetigem Wandel befindlichen Entwicklungsprozesses. Somit sind alle meine Texte und Gedichte auch Ausdruck dessen, was mich als Individualität ausmacht und natürlich damit auch abhängig meiner ganz persönlichen und ebenso subjektiven Sichtweise auf mich und die Welt. 

Im Gegensatz zu vielen spirituellen Lehrern und selbst ernannten "Gurus" bin ich der festen Überzeugung, dass es "die Eine, allein seligmachende und allumfassende Wahrheit" nicht gibt. Denn aus meiner Erfahrung ist alles, was wir Menschen denken und an Erkenntnissen im Laufe unseres Lebens sammeln, allein durch unsere persönlichen, von unserem individuellen Glauben geprägten Annahmen von der Welt bestimmt. Was wir jeweils glauben, hängt von unseren subjektiven Erfahrungen ab und davon, was wir an Glaubenssätzen in unserer Kindheit, Jugend und während unserer Lebenszeit als Erwachsene von Anderen übernommen haben, ohne es einer eigenen und unabhängigen Überprüfung zu unterziehen. Dieser Glaube formt und bestimmt damit auch die Ausrichtung und Qualität unseres gesamten Lebens, einschließlich aller Begegnungen und Beziehungen.

Befreien wir uns jedoch von übernommenen Glaubenssätzen und entschließen wir uns dazu, grundsätzlich in Allem, was uns im Laufe des Lebens widerfährt, nur Gutes und Hilfreiches zu sehen, aus dem wir lernen und uns entwickeln können, dann verändern sich damit auch die gesamte Ausrichtung, die Qualität unseres Lebens und die Art von Menschen, die uns uns zukünftig begegnen. Wir verändern willentlich und bewusst unsere Welt und unsere Wahrnehmung von ihr.

Das spannende daran ist, dass wir auf diese Weise zum Schöpfer unseres eigenen Lebens werden und ganz alleine, vollkommen frei entscheiden, ob wir zufrieden und glücklich, oder lieber unzufrieden und unglücklich sein möchten. Ich habe mich für Ersteres entschieden!

  

Dienstag, 4. September 2018

Innensicht

Je mehr und je öfter ich 
in der Stille des frühen Tages in mich hinein lausche
umso deutlicher spüre ich 
die Kraft des inneren Friedens der in mir lebt

Und ich empfinde große Dankbarkeit für alles
das mein Leben ausmacht
sowie für die Herausforderungen
vor die ich gestellt werde

Mit immer mehr Gelassenheit
die aus Liebe und Vertrauen erwächst
betrachte ich alle Situationen
weil ich weiß dass sie mir zum Guten dienen

Es ist insbesondere die Liebe
aus der meine Stärke hervorgeht
und immer deutlicher erkenne ich
dass Liebe und Dankbarkeit meine Stärken sind