23. November 2017

Im Wandel begriffen

Als ich vor gut eineinhalb Jahren mein Buch "Grenzgänger" schrieb, habe ich damit auch einen Entwicklungsprozess in Gang gesetzt, der mir mehr Bewusstheit in Bezug auf mich und meine biografischen Besonderheiten ermöglicht hat und noch immer ermöglicht.

Allmählich wurde mir bewusst, dass meine psychische Erkrankung und die unzähligen Konflikte mit anderen Menschen für etwas Gut waren; sie dienten nämlich meiner Entwicklung hin zu einem Menschen, der sich seiner Stärken und Schwächen, seiner Begabungen und Einzigartigkeit sehr bewusst ist und, der schon immer das Gefühl hatte, dass hinter allem im Leben ein tieferer Sinn verborgen sein muss.

Heute weiß ich, dass es dabei um die stetige Entwicklung der eigenen Persönlichkeit geht und um das aktive Annehmen aller Facetten meiner Persönlichkeit. Gerade das ist nicht immer leicht, vor allem, wenn es um mir unangenehme Anteile, wie Ungeduld und Impulsivität geht, denen ich auch heute noch immer wieder begegne - ganz so, als werde ich vom Leben immer wieder an sie herangeführt, bis es mir irgendwann gelingt, sie hinter mir zu lassen.

Mich selbst in meiner Gesamtheit zu erkennen bedeutet aber auch, mir der Unterschiede zu anderen Menschen sehr bewusst zu werden. Und auch das ist nicht immer einfach, gerade wenn es um Menschen geht, denen ich mich über viele Jahre sehr verbunden gefühlt habe und in nahezu vollkommener Übereinstimmung. Diese Unterschiede zu bemerken, ist für mich äußerst schmerzlich, auch wenn ich weiß, dass so etwas zur eigenen Entwicklung dazugehört und vollkommen natürlich ist. In jeder zwischenmenschlichen Beziehung gibt es Verbindendes und Trennendes und es kommt immer darauf an, was von beidem überwiegt. Aber ich bin es (noch) nicht gewohnt, diese Unterschiede so klar wahrzunehmen und aus diesem Grund bereiten sie mir anfangs immer großes Unbehagen und die Angst, den Anderen deswegen zu verlieren.

Dabei gehört es zu den Unabänderlichkeiten des Lebens dazu, dass nicht alle Menschen - und seien sie einem noch so nah - mich bis an mein Lebensende begleiten. Es werden immer wieder neue Menschen hinzukommen und andere werden verschwinden. Das ist der Lauf des Lebens, dem mich im festen Vertrauen um seine Richtigkeit anzupassen, ich noch lernen muss.

Allerdings habe ich in den vergangenen Monaten schon einiges hinzugelernt: Nämlich mir und meinem Gefühl zu vertrauen und damit auch darauf, dass Alles sich immer zum Guten wendet, wenn ich es mit den richtigen Gedanken begleite und unterstütze.




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