Samstag, 12. August 2017

Traumata und Heilung

Wir Menschen neigen dazu, unangenehme Erinnerungen und Ereignisse aus unserem Gedächtnis zu verdrängen, damit wir uns nicht mit Schmerz, der Angst und der Wut auseinandersetzen müssen. Das ist natürlich und verzeihlich. Aber da die Ereignisse ja trotz allem stattgefunden haben, verdienen sie auch unsere Aufmerksamkeit. Schenken wir ihnen jedoch zuviel und von trüben, pessimistischen Gedanken bestimmte Aufmerksamkeit, verstärken sie sich immer mehr und werden zu chronischen körperlichen und seelischen Erkrankungen. Diese Folgerichtigkeit nennt sich "Das Gesetz der Anziehung". Je nachdem, in welcher Weise wir auf etwas unsere Aufmerksamkeit lenken und fokussieren, fällt das Resultat gut oder schlecht aus.

Je länger wir also Verletzungen eine notwendige, aber liebevoll und vollkommen positiv gestimmte Aufmerksamkeit verweigern, um sie hinter uns lassen zu können,  umso mehr Zeit haben sie, Wurzeln zu schlagen und umso schwerer und langwieriger kann es werden, sie samt ihren Wurzeln zu entfernen.

Es ist ein außerordentlich schmerzvoller Prozess, sich diesen vor langer Zeit zugefügten Verletzungen zu nähern, sie angemessen zu betrachten und - sie am Ende loszulassen. Es dauert oft Jahre, überhaupt zu erkennen, dass diese Verletzungen existieren.

Hier sind wir bei einem weiteren Aspekt der Heilung angelangt: Es geht darum, die erlittenen Traumata in einem ersten Schritt zu erkennen, zu betrachten und sie dann im zweiten Schritt mit Gelassenheit, Demut und Dankbarkeit anzunehmen. 

Manch einer wird sich jetzt voller Empörung fragen: Warum sollte ich für etwas dankbar sein, das mir soviel Schmerz bereitet und mein Leben so unheilvoll begleitet hat? Meine Antwort darauf lautet: Weil wir auch durch Schmerzen etwas lernen können und, weil der Weg, den wir mit den Traumata gegangen sind, uns eine Fülle an wertvollen Erfahrungen beschert hat, die wir für unser weiteres Leben nutzen können und die wir ohne sie niemals hätten machen können! 

So bin ich inzwischen sehr dankbar dafür, durch meine Depressionen und die zunächst schmerzvollen Erfahrungen, nicht in dieses Leben hineinzupassen, letztendlich meinen Weg und mich gefunden zu haben - zusammen mit überaus wertvollen zwischenmenschlichen und lebenspraktischen Erfahrungen. Ich bin durch meine Krankheitsphase als Mensch gereift. Und dafür kann ich bloß dankbar sein!

Der bereits angedeutete dritte und letzte Schritt lautet, die Verletzungen loszulassen. Und das geschieht mit Hilfe unseres Denkens, dem keinerlei Grenzen gesetzt sind. Kann ich etwas denken, dann ist es auch real! Wenn ich mich vollends darauf konzentriere, vollkommen gesund zu sein und das nicht als Wunsch, sondern als bereits existente Tatsache formuliere, dann bin ich auch gesund! Hilfreich dabei ist es auch, sich ausschließlich auf freudige Gedanken und Lachen zu konzentrieren, denn beides eröffnet der positiven Energie die Möglichkeit, einfach zu wirken.

Als Quintessenz der Heilung von Krankheiten - seien es körperliche oder seelische - kann gelten: Gelassenheit, Dankbarkeit und Freude, sowie der unbedingte Glaube an das Endresultat der Genesung; und nicht zu vergessen: Die vollständige Konzentration auf ausschließlich Positives. Dann ist alles möglich!

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