Freitag, 7. Juli 2017

Liebes-Leben (Die Zweite)


Gerade seelische Verletzungen sind auch wertvolle Erfahrungen. Und ich lasse mich nicht von ihnen daran hindern, nach Vorn zu schauen und voller Erwartung neue zwischenmenschliche Begegnungen erfahren zu wollen.

Nach den wirklich aufwühlenden Erlebnissen der letzten Monate sind mir mehrere Dinge klar geworden: Ich fühle mich nach langen Jahren trotz aller Unwägbarkeiten und noch immer vorhandener Unsicherheiten wirklich dazu bereit, mich wieder ganz auf einen Menschen einzulassen, mit allen Unwägbarkeiten und Gefühlstiefen, die eine Liebesbeziehung mit sich bringen kann. Und dadurch, dass mein Leben eine neue Wendung nimmt, möchte ich auch sehnlichst wieder einen Menschen in meinem Leben haben, der mich tatsächlich liebt, so wie ich bin und mit dem gemeinsam ich Liebe und Beziehung tatsächlich gestalten kann - um einiges reicher an Erfahrungen.

So bin ich jetzt seit etwa drei Wochen bei einer Singlebörse angemeldet und habe dort - neben einigen absonderlichen und wirklich schrägen Begegnungen  - auch wirklich spannende und berührende Erfahrungen machen dürfen, von denen eine jetzt in einem ersten persönlichen Kennenlernen münden wird. 

Nach zweiwöchigem, sehr intensivem Schriftwechsel (ein großes "Danke!" an den Erfinder der E-Mail) und mehreren langen Telefonaten haben wir uns heute zum Kaffee verabredet und ich bin natürlich gespannt und aufgeregt wie ein Schuljunge. Und ich bin etwas verunsichert. 

Zwei Wochen regelmäßiger Kontakt sind in Zeiten von eher unverbindlichem und oberflächlichem Online-Dating schon ein recht langer Zeitraum und es entstehen eine gewisse Nähe und Vertrautheit. Obwohl: Mehr als einen ersten Eindruck (Aussehen, Stimme, eine erste Sympathie und die Entdeckung von Gemeinsamkeiten und auch Unterschieden) kann es noch nicht geben. Oder vielleicht doch? Zumindest ist es ihr gelungen, mich sehr neugierig zu machen. Und natürlich spiele ich schon jetzt im Kopf alle möglichen Szenarien durch.

Ich bin seit über zehn Jahren alleine und habe lange Zeit geglaubt, dass ich mich mit all meinen Unzulänglichkeiten und meiner Erkrankung keiner Frau wirklich zumuten kann und, dass sich auch keine Frau finden lassen würde, die mir tatsächlich unvoreingenommen und mit wirklichem Interesse begegnet. Und so ganz vermag ich das noch immer nicht zu glauben...Aber hätte ich diese Gedanken nicht zumindest teilweise hinter mir gelassen und mich nicht mit einer gewissen Gelassenheit und Offenheit den Möglichkeiten die es gibt, gestellt - all das würde jetzt nicht geschehen können. 

Ich habe es also selber in der Hand und das ist wirklich schön!










Kommentare:

  1. Hallo Eckhard. Das klingt sehr schön und aufregend. Ich wünsche dir viel Spaß bei eurem Spaziergang und bin gespannt, was du von eurem Kennenlernen zu berichten hast. Lg und ein schönes Wochenende, Nadja

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    1. Liebe Nadja,
      ich finde es sehr schön, dass Du an meinen Gedanken so regen Anteil nimmst! Leider hat sich das Date schon im Vorfeld erledigt, denn es gab zu unterschiedliche Erwartungen. Aber wie heißt es so schön? Neues Spiel, neues Glück!

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  2. Liebe Heike,
    ich habe deinen Text zum passenden Artikel "Depressionen erklären?" verschoben!
    LG, Eckhard

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