Freitag, 30. Juni 2017

Von schweren Entscheidungen

Noch immer und ungeachtet meines neuerwachten Selbstwertgefühls, fällt es mir ungeheuer schwer, wichtige Entscheidungen für mich und mein Leben zu treffen. Das gilt insbesondere für Entscheidungen, die nicht nur mich, sondern auch andere Menschen betreffen.

Die letzten vier Wochen war ich hin- und hergerissen zwischen meinem Herzen, das nur diesen einen Menschen wollte und meinem Verstand, dem die Unmöglichkeit dieses Wunsches und die emotionalen Verwicklungen, die mit ihm einhergehen würden, überaus klar waren. Aber meine Gefühle wollten und wollten und wurden immer lauter und fordernder - bis mein Verstand sich irgendwann resigniert verabschiedete und mich mit einem Bündel undefinierbarer Gefühle, bestehend aus Angst, Hoffnung, Verzweiflung und einer immer größer werdenden Wut zurückließ.

Am vergangenen Wochenende war ich dann endlich so verzweifelt und außer mir vor Erschöpfung, dass ich mich zu einer Entscheidung durchringen konnte, die in erster Linie mein Seelenheil und vor allem meinen Seelenfrieden zum Inhalt hatte: ich habe mich endgültig von meinen geheimen Wünschen und Sehnsüchten, die mir solche Qualen bereitet haben, verabschiedet und damit auch offiziell und unmissverständlich von der Frau meiner Träume, der ich einen letzten und deutlichen Brief geschrieben habe.

Seelenfrieden? Am Arsch! Noch immer tobt in mir dieser elendige Widerstreit und er lässt mich hin- und her schwanken zwischen der Gewissheit, eine gesunde Entscheidung getroffen zu haben und den Zweifeln darüber, ihr vielleicht doch noch eine letzte Chance geben zu wollen. Dabei weiß ich genau, dass es nichts bringt und dass sie selber wohl noch immer zu gefangen in ihren Traumata ist, als dass sie ihr so verstörendes Verhalten, ihre Uneinsichtigkeit und ihre Ignoranz gegenüber meinen Bedürfnissen ablegen würde, geschweige denn, sich überhaupt eingestehen könnte.

Also wie wichtig ist es mir, dass es mir tatsächlich gut geht und ich mit mir und meinem jetzigen Leben im Reinen bin? Und wieviel bedeutet es mir, die Erfolge, die Fortschritte der letzten Monate bewahren und fortschreiben zu können? Es sollte mir alles gleichermaßen wichtig sein; selbst um den Preis, einem anderen Menschen weh getan und ihm womöglich Unrecht zugefügt zu haben. Dabei geht es mir aber beileibe nicht um den so perfiden Grundsatz: "Wie du mir, so ich dir!" Sondern es ist blanker Selbstschutz und Achtsamkeit gegenüber meinen seelischen Narben, die gerade in den letzten Tagen wieder auf Heftigste geschmerzt haben und kurz davor waren, erneut mit voller Wucht aufzubrechen.

Erfahrungen zu sammeln, um beim nächsten Mal besser gewappnet zu sein, kann schmerzhaft und mühsam sein. Genauso, wie Entscheidungen zu treffen und mit den Konsequenzen daraus leben zu lernen, ohne sie ständig verunsichert zu hinterfragen. Ich arbeite daran!

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