Mittwoch, 21. Juni 2017

Neue Erfahrungen und ganz viel Mut

Die letzten Monate waren nicht nur äußerst bewegt und bisweilen emotional sehr belastend; sie waren für mich auch äußerst lehrreich. Und sie haben mich ungeachtet der seelischen Belastung darin bestärkt, dass ich eigentlich auf einem guten Weg bin, meinem Leben neue Nuancen hinzuzfügen.

Mich derart intensiv mit meinen Gefühlsausbrüchen und mit anderen Menschen im engen Miteinander zu beschäftigen, war und ist sehr ungewohnt.  Meine bisherigen Freundschaften und auch die familiären Beziehungen laufen allesamt in relativ ruhigen Gewässern. Ich fühle mich dort sicher - mit klaren Strukturen und einem über die Jahre und Jahrzehnte eingespielten Miteinander. 

Verlässlichkeit und Kontinuität sind die Begriffe, mit denen sich diese Beziehungen am Besten kennzeichnen lassen und beides ist für mich und mein großes Bedürfnis nach klaren Strukturen, Durchschaubarkeit und Sicherheit absolut unabdingbar. Sowohl bei meinen beiden Geschwistern, als auch bei den langjährigen Freunden finde ich genau das und es tut mir unendlich gut.

Bei der bereits des Öfteren erwähnten Frau ist das alles komplett anders: Es ist eine große emotionale Nähe zwischen uns, wie ich sie nur aus langjährigen Freundschaften und Beziehungen kenne und die hier innerhalb kürzester Zeit entstanden ist. Und dieses Miteinander berührt und bewegt mich auf eine Weise, wie ich sie in dieser einmaligen und mich sehr fordernden Intensität bisher noch nie erlebt habe. Es ist so, als ob wir uns schon ein Leben lang kennen und unendlich viel Zeit miteinander verbracht hätten. Das alle hat mich immer wieder vollkommen verwirrt, aufgewühlt und an meine Grenzen gebracht. 

Das Fatale daran ist, dass diese Nähe und scheinbare Vertrautheit auch Erinnerungen an die sehr unschönen und traumatischen Zeiten meiner Kindheit und Jugend wieder zum Erwachen gebracht hat - mit ebenso fatalen und verheerenden Folgen für uns beide. Inzwischen ist es aber (hoffentlich) überstanden und wir beide sind um wichtige Erfahrungen in unserer sehr speziellen Beziehung zueinander reicher, die es uns in Zunkunft leichter machen können, noch mehr Verständnis und Toleranz für einander zu entwickeln.

Und dann ist da das Schreiben und Veröffentlichen: Als ich im vergangenen Jahr die erste Version von "Grenzgänger" verfasst habe, war das eine unglaublich intensive und wunderschöne Zeit für mich. Zu entdecken, dass ich eine Begabung habe, das was mich bewegt in Sprache zu gießen, auszuformulieren und anderen Menschen mitzuteilen, hat etwas sehr Befreiendes und unglaublich Schöpferisches für mich. Ich habe die Erfahrung machen dürfen, dass dieser kreative Prozess Kräfte in mir freigesetzt hat, die ich bei mir nie vermutet hätte. Und die mich seitdem anspornen, damit weiterzumachen.

Seit ein paar Monaten bin ich nun damit befasst gewesen, "Grenzgänger" zu überarbeiten und einen Gedichtband ("Zwischen den Zeilen") zusammenzustellen - beides inzwischen veröffentlicht und mit einigen Exemplaren sogar bereits verkauft. Das sind für mich echte und nachhaltige Erfolgserlebnisse und Balsam für jemanden wie mich, für den Neuanfänge, neue Dinge auszuprobieren immer mit großer, lähmender Angst und leider auch mit Scheitern verbunden war - bis jetzt.

Ich habe neuen Mut gefasst und dieser Mut trägt mich auch in den anderen Bereichen meines Lebens. Er treibt mich an, die Dinge anzugehen und mich auszuprobieren - ohne Scheu und mit ganz viel Neugier, auch unbekanntes Terrain zu betreten, wie zum Beispiel Buchcover selber zu gestalten und Lesungen zu veranstalten. Oder mich in die Feinheiten der Blogsoftware einzuarbeiten, anstatt wie bisher nur die grundlegenden Funktionen zu nutzen. Das alles macht unglaublich viel Spaß und ganz nebenbei habe ich durch diese Tätigkeiten auch neue und spannende Kontakte geknüpft.

Ach ja: Und morgen bin ich mit einem Beitrag im Blog von Nora Fieling zu Gast! Vielleicht schaut ihr ja mal rein!

Soweit für heute...








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