Dienstag, 27. Juni 2017

Ein Kapitel wird geschlossen

Manche Situationen überfordern mich. Und sie machen mich wütend und traurig. Die immer wiederkehrende Frage dabei ist: Warum verletzen Menschen andere Menschen? 

Ist es die eigene Hilflosigkeit? Oder ist es vielmehr die unbändige Angst vor Gefühlen, die nicht sein dürfen? 

Ich werde auf diese Fragen wohl keine Antwort mehr bekommen und irgendwie bin ich darüber sogar erleichtert. Denn das permanente Auf und Ab der letzten Monate hat mir nicht gut getan und mir sehr deutlich und schmerzhaft meine emotionalen Grenzen aufgezeigt. 

Sehr mühsam habe ich gelernt, mich vor Überforderung zu schützen und nicht mehr demütig alles auszuhalten, was mir an Missachtung und Verletzungen zugefügt wird. Und so habe ich nun dieses Kapitel von meiner Seite aus endgültig geschlossen - auch auf die Gefahr hin, wiederum meinerseits einem anderen Menschen weh zu tun. 

Wenn wir offen und ehrlich miteinander umgehen, uns Vertrauen schenken, dann lassen sich Missverständnisse und unbeabsichtige Verletzungen vermeiden. Wer aber das Gespräch und jede andere Form der Kommunikation verweigert, der fügt seinem Gegenüber wissentlich und willentlich Schaden zu. Und das ist nicht verzeihlich!

Ich sehe mich als einen Menschen, der für die Schwächen und Narben Anderer sehr viel Verständnis und Mitgefühl hat. Die wirklich einzige Voraussetzung dafür ist, mit mir das Gespräch zu suchen! Und nach einer Vielzahl von sehr intimen und intensiven Gesprächen kann die Hürde dafür nicht zu groß sein. Umso größer ist dann meine Enttäuschung, wenn mir mit Schweigen begegnet wird. Ohnehin ist Schweigen für mich so ziemlich die aggressivste und verletzendste Form der Kommunikation - denn auch durch  Stille wird eine Menge gesagt!

Einen Menschen wirklich loslassen zu können, fällt mir sehr schwer; vor allem dann, wenn nichts miteinander geklärt ist. Denn die nagende Ungewissheit bleibt - und mit ihr für lange Zeit die Frage, was wäre gewesen, wenn... Ich lasse mich davon aber nicht aufhalten, sondern versuche zu verarbeiten und mich neuen Begegnungen zu öffnen. Mein Leben geht weiter!

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