Freitag, 28. Oktober 2016

Glücksmomente

Manchmal überrasche ich mich selber: Wie kann es sein, dass ich trotz meiner eher depressiven Stimmung und momentaner, weitgehender gefühlter Handlungsunfähigkeit ein Empfinden für Glück habe?
Eigentlich bin ich es gewohnt, dass Depression und Glücksempfinden sich ziemlich kategorisch gegenseitig ausschließen, und, dass inmitten meiner trüben Gedanken kein Platz für das Empfinden von Schönem vorhanden ist. Und doch habe ich im Laufe dieser Woche einige wirklich schöne und nachhaltige Erlebnisse gehabt, denen es wider jedes Erwarten gelungen ist, den dicken Panzer aus Wehmut, Traurigkeit und Resignation zu durchdringen, und meine Seele zu erwärmen.
Es waren Freunde und Geschwister, denen diese Unmöglichkeit gelungen ist und es waren die Menschen aus meiner Therapiegruppe, denen ich mein Vertrauen geschenkt habe, und von ihnen mit Verständnis und Anteilnahme belohnt wurde. Und mit für mich wichtigen Erkenntnissen dazu, warum ich so bin, wie ich bin.
Ich glaube, dass bestimmte Entwicklungen zum Positiven hin unmerklich vonstatten gehen - so unmerklich, dass ich sie selber nur mit Verzögerung wahrnehmen kann,  und auch nur dann, wenn ich ganz genau hinsehe. Denn eigentlich bin ich viel zu sehr auf all das Schlimme fixiert und in meinen Erfahrungen ausgerichtet, das mir im Laufe meines Lebens widerfahren ist. So sehr, dass ich an Schönes und an Glücksmomente nicht einmal wirklich zu glauben vermag. Umso schöner ist es, am eigenen Leib zu spüren, dass es auch für mich schöne und bedeutsame Momente gibt, und ich sie wahrzunehmen und sogar zu genießen vermag.

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