Dienstag, 27. September 2016

Enttäuschung

Ich könnte jetzt schreiben: ich bin wieder mal gescheitert. Könnte meinem Unvermögen, meiner Begrenztheit, oder dem Unverständnis meines Chefs die Schuld daran geben, dass ich den Anforderungen des Jobs nicht gewachsen war. Und im Moment tut es tatsächlich weh. Ich bin traurig, wütend (auf mich selber), schäme mich und würde mich am liebsten im tiefsten Loch verkriechen.
Feststellen müssen, den Anforderungen des Arbeitslebens nicht mehr gewachsen zu sein; vermittelt zu bekommen, dass einem zu erledigende Aufgaben nicht mehr zugetraut werden - nicht einmal im Rahmen eines Minijobs - keinen Stress mehr aushalten zu können, zu dünnhäutig zu sein - ist eine wirklich bittere Erkenntnis!
Und wieder kreisen die altbekannten Gedanken durch meinen Kopf: Ich hätte mich mehr anstrengen müssen, hätte mich in der letzten Woche nicht krankschreiben lassen dürfen, es einfach noch mehr versuchen müssen... Tatsächlich habe ich alles gegeben was ich hatte, um meinen Job gut zu machen, mich einzuarbeiten, mich einzugewöhnen. Es hat nur nicht gereicht. Und mir einzugestehen, dass die Arbeitswelt vermutlich nicht mehr meine Welt ist, dass ich einfach zu kaputt, zu wenig belastbar bin, fällt mir nicht leicht. Zu gerne hätte ich mir und "der Welt da draussen" das Gegenteil bewiesen. Zu gerne hätte ich die Bestätigung gehabt, dass ich zumindest im kleinen Rahmen noch arbeitsfähig bin. Aber ich bin es nicht, und wirklich begreifen kann ich es nicht. Jedenfalls nicht jetzt.
Aber ich weiß, dass ich für mich, für mein Wohlbefinden, eine Aufgabe brauche. Etwas, dass meinem Leben Sinn und Struktur und Zufriedenheit verleiht. Und wahrscheinlich wird es das Schreiben sein. Denn Ideen und erste Entwürfe gibt es genug. Und Zeit habe ich ja jetzt auch wieder reichlich, um mich ihnen zu widmen. Nur an Kraft fehlt es im Moment. Aber sie wird wiederkommen.





1 Kommentar:

  1. in dieser arbeitswelt klar zu kommen ist ja nun wirklich auch eine kunst:
    entweder hat man/frau ein sehr dickes fell, oder man hat großes glück einen guten job zu finden oder man hat einen tollen chef/chefin, oder man misst der arbeit nicht soviel bedeutung zu .....
    ich glaube viele menschen werden in unserer gesellschaft erst durch die arbeit krank und sind somit in allen lebenslagen wenig belastbar....
    dass du dort nicht einfach fuss fassen wirst liegt da leider völlig auf der hand.....schade, aber so ist es doch auch in den meisten "sozialen" betrieben mittlerweile....
    aber ich würde nicht aufgeben und das auch nicht auf mich selbst beziehen....denn du hast auch das recht auf arbeit und einen passenden arbeitsplatz....
    vielen menschen ergeht es so, aber viele halten einfach aus.....lassen es mit sich geschehen....was vielleicht noch viel schlimmer ist, als zu gehen oder gegangen zu werden....wer weiss...
    nicht den kopf hängen lassen....
    Rita

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