Sonntag, 24. Juli 2016

Begegnungen in Gedanken

In letzter Zeit habe ich häufiger unglaublich interessante und berührende - und vor allem unverhoffte Begegnungen. Es sind Menschen, denen ich teilweise online begegnet bin, und wo sich unversehens eine sehr intensive und erstaunlich offene, ehrliche Kommunikation entwickelt.
Ich weiß nicht, ob es daran liegt, dass die Anonymität des Internets dazu verleitet, relativ leicht die eigene Scheu zu überwinden - denn schließlich sitzt einem der Gesprächspartner ja nicht von Angesicht zu Angesicht gegenüber, sondern irgendwo zuhause ebenfalls an seinem Rechner. Und auch der Wahrheitsgehalt des Geschriebenen lässt sich nicht ohne Weiteres verifizieren. Es bestünde also durchaus die Möglichkeit, dass anstatt einer attraktiven und gebildeten, tiefgründigen Frau, ein schmieriger Möbelpacker Ende Fünfzig aus Oer-Erkenschwick am anderen Ende sitzt. Wobei: diese Option ist dann angesichts der Komplexität der Themen doch eher unwahrscheinlich...
Tatsache ist: es gibt anscheinend mehr Menschen, die einen dem meinen ähnlichen biografischen Hintergrund haben, und froh darüber sind, sich frei austauschen zu können, als ich es gedacht, oder zu hoffen gewagt habe. Und ich empfinde es als Geschenk, mich so frei von Angst vor Zurückweisung oder Missverständnissen äußern zu können.

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