Mittwoch, 29. Juni 2016

Gedanken zur Partnersuche

Jeder Mensch macht sich seine Gedanken darüber, wie sein potentieller Partner fürs Leben "gestrickt" sein sollte, damit eine Beziehung möglichst harmonisch und dauerhaft sein kann. Und er macht sich mit Sicherheit auch Gedanken darüber, welche Eigenheiten, oder Charakterzüge, oder Vorlieben er zumindest bereit ist zu tolerieren, und welche mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit nicht. Und ich glaube, die Kunst besteht darin, für beide tragfähige Kompromisse zu finden, mit denen man (oder Frau) gut leben kann.
Kompromissfähigkeit setzt voraus, die eigenen Grenzen gut zu kennen, und sich seiner selbst sicher genug zu sein, um diese im Notfall auch deutlich machen zu können. Das ist wichtig, um sich nicht über das gesunde Maß hinaus zu verbiegen und einen Teil seiner Persönlichkeit aufzugeben, oder gar zu verlieren.
Ich bin seit über zehn Jahren allein, und in den Phasen hilfloser Bedürftigkeit hätte ich mich vermutlich auf Vieles eingelassen, nur um das Alleinsein beenden zu können. Heute weiß ich, dass ich mit dieser Einstellung weder dauerhaft glücklich geworden wäre, noch eine Frau gefunden hätte, die mit diesem Häufchen Elend längerfristig zufrieden gewesen wäre. Im Nachhinein ist es also gut, dass ich in dieser Zeit allein geblieben bin, und sich bietende Möglichkeiten ausgeschlagen, oder auch garnicht bemerkt habe.
Auch ich habe meine Präferenzen und Vorstellungen dazu, wie eine für mich harmonische und erfüllende Beziehung aussehen soll, und was für ein Mensch dafür vonnöten ist, um meinem Wunsch Gestalt zu verleihen. Aber ich bin auch Realist genug um zu wissen, dass eine Partnerschaft nicht nur aus rosa Wölkchen besteht, sonder ihre Konsistenz und ihre Substanz erst zeigt, wenn sie sich im Alltag beweisen kann. Und ich kenne mich inzwischen gut genug um erkannt zu haben, wo ich bereit bin, Kompromisse einzugehen, und wo definitiv nicht. Das macht es einerseits leichter, mich für oder gegen einen Menschen zu entscheiden, aber andererseits auch deutlich schwerer, einen zu mir passenden Menschen überhaupt zu finden.
In den letzten Wochen habe ich ein paar Bekanntschaften gemacht, die großenteils zumindest anfänglich vielversprechend, oder interessant waren, aber letztendlich mit zu vielen Unwägbarkeiten und fehlender Kompromissbereitschaft behaftet waren, als dass ein persönliches Kennenlernen für mich überhaupt sinnvoll gewesen wäre. Aber je mehr ich über andere Menschen im Kontakt erfahre, umso mehr erfahre ich auch über mich selber, lerne mich besser kennen. Und das finde ich sehr spannend und hilfreich.
Ich bin zur Zeit offensichtlich in einer Lebensphase, die meiner Erfahrung permanent neue Nuancen und Wendungen hinzufügt, die ich nicht vorherahnen konnte, und die mich in Bewegung hält. Das ist gut so, und ich lerne mit der Zeit, auch hiermit entspannt umzugehen.

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen