Montag, 27. Juni 2016

Begegnungen

Das Thema "Begegnungen" und mit ihm untrennbar verbunden mein Verhältnis zu mir selber, hat in jüngster Zeit für mich wieder zunehmend an Bedeutung gewonnen. Dabei geht es in erster Linie um die Wechselwirkungen zwischen der "Substanz", oder Qualität einer solchen Begegnung, und der Ausprägung meines Selbstwert-Gefühls, meiner Selbstsicherheit in diesem Moment. Und Letzteres hängt natürlich immer auch davon ab, wie es mir aktuell geht, und welcher Art meine Erfahrungen und Erlebnisse in den Tagen und Wochen zuvor waren.
Gerade Selbstzweifel begleiten mich schon mein Leben lang, und wenn ich in jüngster Zeit Erfahrungen gemacht habe, die ihnen ausreichend Nahrung bieten, dann hat das unmittelbare Auswirkungen darauf, wie eine Begegnung, ein Gespräch - insbesondere mit Fremden - sich aus meiner Perspektive entwickelt, und natürlich ebenso auf meine "Außenwirkung". Gerade gegenüber Fremden ist Mensch automatisch immer darauf bedacht, einen möglichst guten Eindruck von sich zu vermitteln - umso mehr, wenn es tatsächlich um etwas Wichtiges geht, wie beispielsweise einen neuen Job, oder auch bei einem ersten Date. Und hier kommt ein weiterer Gesichtspunkt ins Spiel: Authentizität.
Bis vor einigen Jahren habe ich gerade diesem Aspekt nur wenig Bedeutung beigemessen. Unsicher und gehemmt wie ich war, wollte ich um jeden Preis einfach nur ein optimales Bild von mir vermitteln, und meine Schwächen und Unsicherheiten möglichst vollständig "unter den Tisch fallen lassen" - aus Angst vor Unverständnis und Zurückweisung. Das ist mittlerweile anders: Authentizität ist zu einem wichtigen, ja unverzichtbaren Bestandteil meiner Lebensführung geworden. Und das nicht zuletzt aus der Erkenntnis heraus, dass ich es ohnehin nie allen Menschen werde recht machen können, und, weil ich gelernt habe, dass erst alle Facetten eines Menschen das Bild vollständig werden lassen.
Noch immer erfahre ich gelegentlich Ablehnung und Zurückweisung, und noch immer fühle ich mich dadurch verletzt und traurig. Aber es bestärkt mich auch in meinem Weg. Denn die Sympathien, die ich für meine Offenheit ernte, wiegen die Ablehnungen reichlich auf. Und ich erfahre im Gegenzug viel mehr Offenheit und Vertrauen als früher. Und ich fühle mich von Mal zu Mal sicherer, wenn ich Menschen begegne - auch an schlechten Tagen.

1 Kommentar:

  1. schön ist es menschen begegnen zu können, ohne sich all diese gedanken machen zu müssen....einfach sein ....ohne zu hinterfragen.....ich denke oft darüber nach, ob ich das irgendwann wieder kann....so wie ich es als kind noch konnte

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