Dienstag, 17. Mai 2016

Zwischenstand mit leichten Bauchschmerzen

Ich hätte auf mein Bauchgefühl hören sollen. Obwohl ich erst am Freitag wieder arbeiten muss, konnte ich in den letzten Tagen nicht wirklich abschalten, geschweige denn, die freien Tage unbeschwert genießen und ausspannen. Selbst bis in meine Träume hat mich die Arbeit verfolgt. Und das ist nicht gut! Gerade in meinem Fall sollte die Arbeit ein "Goodie" sein, das mir zusätzliche Einnahmen und sinnvolle Beschäftigung beschert, ohne mich über Gebühr zu beanspruchen, oder mich gar aus dem Gleichgewicht zu bringen. Und beides droht mir sehr real im Moment.

Noch vor einiger Zeit hätte mir diese Situation eine veritable Depression verursacht, und das mit allen üblen und altbekannten Konsequenzen. Darauf habe ich keine Lust mehr! Ich habe den Anspruch an und für mich, dass es mir gut geht, und dass ich dafür alles Notwendige unternehme.

Am Donnerstag habe ich ein Vorstellungsgespräch, auf das ich sehr gespannt bin und bei dem mein Bauchgefühl stimmig ist. Das ist ein gutes Zeichen und ich bin mir sicher, dass ich gute Chancen habe, zu überzeugen. Dort wären wesentlich angenehmere Rahmenbedingungen für mich, und eine Tätigkeit, die mir und meinen Interessen weit mehr entspricht als das, was ich zur Zeit tue.

Die einzige etwas kritische Frage die ich mir zur Zeit stelle, lautet: warum ich nicht von Vornherein auf mich gehört -, und das leise Unbehagen ignoriert habe. Manchmal neige ich dazu, etwas übereilt und zu euphorisch an Neues heranzugehen. Mögliche Unstimmigkeiten blende ich dann aus, und lasse mich statt dessen von den potentiellen Möglichkeiten und dem Gefühl verführen, dass ich es schon schaffen werde und, dass ich nach einer sehr langen Durststrecke als Arbeitnehmer endlich wieder gefragt bin. Vermutlich würde das nicht geschehen, hätte ich in diesen Bereichen mehr Routine.

Gerade in Bezug auf "das Leben da draussen" fehlt es mir an Übung und an fundierter Erfahrung. Ich war zu lange von allen Herausforderungen des normalen Alltags abgeschnitten, und statt dessen darauf fokussiert, mein Leben mit meiner Erkrankung irgendwie auszutarieren. Das hat so lange gedauert, wie es eben gedauert hat. Und jetzt stehe ich am Anfang eines neuen Lebensabschnittes, in dem ich mich erst einmal zurechtfinden und orientieren muss. Das ist ungewohnt und verursacht manchmal gewisse Irritationen und die in der Überschrift angesprochenen Bauchschmerzen. Und manchmal muss man einen Weg erst gehen um zu erkennen, dass er in eine Sackgasse führt. Das ist in Ordnung und gehört dazu. Und es bringt mich nicht davon ab, es einfach weiter zu versuchen, bis ich meinen Weg gefunden habe.

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