Donnerstag, 26. Mai 2016

Therapieerfolge und auf der Suche

Seit ziemlich genau einem Jahr mache ich (mal wieder) eine Psychotherapie - und das erste Mal in einer Gruppe. Ich hatte mich zu diesem Schritt entschlossen, nachdem es mir im Frühjahr des letzten Jahren derart beschissen ging, dass ich so beklemmende und angsteinflößende, wie reale  Selbstmordgedanken hatte.
Eigentlich wollte ich wieder eine Einzeltherapie, denn der Gedanke, in einer Gruppe von Menschen über meine innersten Gefühle und Gedanken zu sprechen, bereitete mir großes Unbehagen. Aber schließlich willigte ich ein, nachdem mir die Therapeutin Mut machte, und ich von der Richtigkeit ihrer Einschätzung überzeugt war.
Anfangs tat ich mich schwer. Ich fühlte mich gehemmt, und es kostete mich jedes Mal große Überwindung, Persönliches preiszugeben. Mit der Zeit wurde es leichter, denn ich erfuhr großen Rückhalt und Verständnis in der Gruppe, und es entwickelte sich ein starkes Zugehörigkeitsgefühl. Die wöchentlichen Sitzungen wurden zu einem Fixpunkt in meiner Woche, auf den ich mich jedes Mal beinahe schon freute. Aber es gab auch Zeiten, in denen ich mich innerhalb der Gruppe isoliert und unverstanden fühlte - ohne eigenes, ausgefülltes Leben, um das ich die Anderen beneidete. Und ohne es selber zu bemerken, begann die Veränderung: ich fing an, mich erstmals wirklich ernsthaft und kritisch mit mir und meinem Leben auseinanderzusetzen. Dabei herausgekommen ist mein Buch "Grenzgänger" - mein persönlicher Befreiungsschlag.
Ich bin seit etwa zehn Jahren allein. Und ich glaube, bis jetzt hätte eine Partnerschaft auch nicht funktioniert, weil ich viel zu sehr mit meiner Vergangenheit verstrickt war, und ein sehr unvorteilhaftes Selbstbild hatte. Es hätte mich, und es hätte die Frau an meiner Seite überfordert, gemeinsam mit mir und dem Paket leben zu müssen, das ich seit meiner Kindheit mit mir herumgeschleppt habe. Und außerdem: ich wäre viel zu verängstigt gewesen, um einen anderen Menschen überhaupt an mich heranzulassen - eine Grundvoraussetzung für eine wirkliche Beziehung.
Jetzt habe ich ein neues "Projekt": Ich suche eine Lebenspartnerin! Vor ein paar Tagen habe ich eine Kontaktanzeige geschaltet und mich beim Onlinedating angemeldet. Und bevor jetzt spöttische Kommentare kommen: Es liegt mir nicht sonderlich, fremde Frauen anzusprechen, und ich bin kein Kneipen- oder Clubgänger. Das schränkt meine Möglichkeiten etwas ein, eine Frau kennenzulernen. Außerdem fällt es mir schwer, Frauen einfach anzusprechen, und die Resultate, die ich früher in betrunkenem Zustand erzielt habe, waren nicht sehr überzeugend, geschweige denn von Dauer.
Es ist also ein längerfristigeres Unterfangen, das ich begonnen habe. Aber es ist eine bewusste Entscheidung. Denn ich habe in den letzten Monaten bemerkt, dass Frauen mich wieder interessieren, und ich wieder empfänglich für Flirts und weibliche Reize bin. Das war lange Zeit anders. Also Mädels: da bin ich!

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