Samstag, 21. Mai 2016

Erwägungen

Böse Zungen könnten behaupten, ich sei wankelmütig und nicht imstande, konsistente Entscheidungen zu treffen. Und in der Tat gleicht die letzte Woche eher einer Achterbahnfahrt widerstreitender Gefühle, als einem ruhigen und überlegten Abwägen.

Insgesamt waren die letzten drei Wochen recht schwierig für mich. Ich habe begonnen zu arbeiten, fühlte mich erschlagen von der Fülle an Informationen und den zu bewältigenden Aufgaben, und ich hatte Angst um mein seelisches Gleichgewicht. Gleichzeitig habe ich darum gekämpft, den Überblick zu behalten, um keine voreilige und überstürzte Entscheidung zu treffen, so wie ich es früher getan hätte.

Tatsache ist, der neue Job ist schwierig für mich. Er stellt mich vor ungewohnte Herausforderungen, was die Arbeitsmenge und das notwendige Arbeitstempo betrifft. Zusätzlich habe ich Sorge, die Anforderungen der Tätigkeit auf Dauer nicht erfüllen zu können - auch wenn ich den Eindruck habe, dass meine Vorgesetzten alles dafür tun, um mir den vor allem selbstgemachten Erfolgsdruck zu nehmen. Das ist einerseits eine sehr schöne Erfahrung. Aber andererseits stellt sich mir die Frage, wie lange das so funktionieren kann. Denn schließlich arbeite ich nicht in einer Behinderteneinrichtung, sondern in einem Unternehmen, wo die Abläufe auf Dauer einfach funktionieren müssen, und die Aufgaben innerhalb bestimmter Fristen erledigt sein müssen.

Ich habe mich entschieden, diese wirklich große Herausforderung einstweilen anzunehmen. Es hat einen gewissen Reiz für mich auszuprobieren, in wieweit die "normale" Arbeitswelt und ich tatsächlich zueinander passen und es miteinander aushalten können. Und es ist eine wirklich schöne Erfahrung zu beobachten, dass meine Grenzen offensichtlich weiter gesteckt sind, als ich es bisher angenommen habe. Es bleibt also abzuwarten (und das mit ein wenig mehr innerer Gelassenheit).

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