Donnerstag, 5. Mai 2016

Erstes Resumee

Die erste Arbeitstage sind geschafft, und ein verlängertes Wochenende liegt vor mir. Beides ist gut, denn die ersten Tage habe ich in einem Wechselbad der Gefühle verbracht.

Meine Kollegin und ich sind sehr freundlich und offen von den Mitarbeitern empfangen worden. Wirklich alle waren sehr hilfsbereit - das hatte ich nicht erwartet; ebenso wenig, dass ich mich mit meiner Kollegin so gut verstehen würde.

Die Arbeit selber ist ziemlich komplex - es müssen sehr viele Dinge gleichzeitig beachtet werden, und ich muss mich in eine für mich komplett unbekannte Software einarbeiten. Das alles ist eine große Herausforderung an meine Konzentrationsfähigkeit und meinen Durchhaltewillen - zumal ich mich auch überhaupt erst wieder daran gewöhnen muss, mich mehrere Stunden am Tag am Stück einer Sache zu widmen, und ihr meine volle Aufmerksamkeit zu schenken.

Es ist anstrengend! Auch wenn es "nur" fünf Stunden am Tag sind - ich bin es nicht mehr gewohnt, und merke, dass meine Belastbarkeit begrenzt ist. Für mich heißt das, nach der Arbeit passiert nicht mehr viel, weil ich völlig erschöpft bin, und einfach nur meine Ruhe brauche. Natürlich weiß ich, dass nach den zwei Wochen Einarbeitung (die übrigens auch dringend notwendig ist) sich alles normalisieren wird, und ich nur jeweils einen Tag pro Woche dort arbeiten werde. Aber schaffe ich das wirklich auf Dauer? Vielleicht ist es gut, wenn ich mir ein "Hintertürchen" offen halte, und ein mögliches Scheitern von vornherein mit einkalkuliere. Ich habe nichts zu verlieren, und wenn es nicht klappen sollte, kehre ich einfach zum vorherigen Status quo zurück. Das hat etwas Beruhigendes, denn ich muss nicht arbeiten! Und mir bleibt immer noch das Schreiben.

Ich glaube, es ist immer gut, einen "Plan B" zu haben. Das hilft, wenn "Plan A" sich als Fehler entpuppt, und man kann alles mit einer gewissen Gelassenheit angehen. Und Gelassenheit ist etwas, das in meinem bisherigen Leben immer Mangelware war. Ich hatte immer nur ein Ziel im Blick, und wenn sich dieses Ziel als unrealistisch entpuppte, dann lag meine ganze Welt in Trümmern. Aber andererseits ist das, was ich jetzt ausprobiere, eine echte Herausforderung für mich, die ich freiwillig angenommen habe, und der ich mich auch - solange es mir tatsächlich gut damit geht - auch gerne stelle. Und genau das ist eigentlich der wichtigste Punkt überhaupt: Es muss mir mit dem, was ich tue, auch tatsächlich gut gehen! Da gibt es keine faulen Kompromisse mehr, auf die ich mich aus der Not heraus einlasse. Es ist ausschließlich meine Wahl, worauf ich mich einlasse, und nicht die anderer Menschen!

Das ist eine deutliche und spürbare Veränderung: ich habe die Wahl, was ich tue, und unterliege keinem inneren Zwang mehr, mich in den Augen anderer beweisen zu müssen. Statt dessen gehe ich meinen Weg unbeirrt und unbehindert von irgendwelchen Meinungen und Ratschlägen, denn "Rat-Schläge" können eben auch Schläge sein, und davon habe ich in meinem Leben genug bekommen. 


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