Freitag, 20. Mai 2016

Durchhalten

Mein Leben ist deutlich komplizierter geworden, seitdem ich den Ballast der Vergangenheit weitestgehend abgeworfen habe. Das mag unter anderem daran liegen, dass ich mehr Mut zum Risiko entwickelt habe, mir mehr zutraue, und es zunehmend spannend finde, mich auszuprobieren.

Ich stoße jetzt deutlich öfter als vorher an meine Grenzen, und das ist anstrengend und fordert mich. Und manchmal sehne ich mich sehr kurzzeitig zurück in die Zeit, wo ich von alldem noch nichts wusste - zwar irgendwie unzufrieden war mit meinem Leben, aber auch keine konkreten Lösungen parat hatte. Das war deutlich einfacher, aber auch langweiliger. Aber in Wirklichkeit ist die Rückkehr in die Vergangenheit keine wirkliche Option. Ich würde freiwillig wieder in Resignation verfallen, hinter meinen Möglichkeiten bleiben, und das könnte ich mir nicht verzeihen.

 Es heißt: "Der Mensch wächst mit seinen Aufgaben." Vielleicht bedeutet das in meiner Situation, dass ich mir einfach die nötige Zeit einräumen muss, um mich an das Neue, Unbekannte, und mich ein wenig Ängstigende zu gewöhnen. Aber das ist meine Archillesferse. Ich bin zu ungeduldig mit mir selber, und kann mir eigene Fehler nur sehr schwer verzeihen. Dabei gehören Fehler zum Leben dazu. Auch zu meinem. Und aus ihnen soll man bekanntlich lernen können - habe ich mal gehört. Was die Geduld betrifft: sie sollte mir dabei helfen können, alles ein wenig zu entschleunigen und einfach auf mich zukommen zu lassen. Denn passieren kann höchstens, dass mein Bauchgefühl sich bestätigt. Das ist dann keine Schande, sondern gesunde Selbsteinschätzung. Und auch daraus kann ich lernen.

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