Mittwoch, 12. Februar 2014

Blog, Depressionen und Gedanken

Mir ist durchaus bewusst, dass die Inhalte und Themen meines Blogs sehr speziell und nur für Wenige interessant oder verständlich sind.
Depressionen, Ängste und Selbstzweifel, oder auch Agression und Wut auf die eigenen Lebensumstände in all ihren Facetten beschrieben, sind mit Sicherheit für Viele nur schwer zu ertragen und man darf durchaus die Frage stellen, ob diese Themen überhaupt in einen öffentlich zugänglichen Blog gehören.
Allerdings: würde ich dieses Medium nur zu rein literarischen, oder zu politisch-gesellschaftlichen Statments nutzen, wäre mein Blog nur einer unter unendlich vielen, zum Teil sehr beliebigen Seiten im Internet, über dessen Qualität und Originalität man trefflich streiten könnte.
Vor etwas über einem Jahr habe ich mich bewußt entschieden, meine Erkrankung und meinen Umgang mit ihr in allen Höhen, Tiefen und Ungereimtheiten, öffentlich zu machen und das in der Absicht, interessierte Menschen zum Nachdenken zu bringen. Ich bin oft kontrovers, vielleicht auch schwer erträglich, und manches erscheint mir im Nachhinein wenig gelungen und vor allem sehr unvollkommen im Ausdruck. Aber genau hier spiegeln sich eben auch die Phänomene und Eigenheiten meiner Depressionen und der fehlenden Logik dieser Erkrankung wider.
Als vernunftbegabter Mensch mit gesundem Verstand leide ich genau an dieser Unlogik und der Unberechenbarkeit von Depressionen und psychischen Erkrankungen überhaupt. Denn es ist eine echte Qual, sich bei wachem Verstand hilflos dabei zusehen zu müssen, wie sämtliche Strukturen und alle scheinbaren Sicherheiten im Leben regelmäßig außer Kraft gesetzt werden und ihren Platz für ein unzähmbares, dunkles Chaos räumen, das sich kaum in Worte fassen lässt.
Depression ist ein dumpfes, wut- und angsterfülltes vor sich hin Vegetieren in einem verwirrenden Labyrint, dessen Ausgang sich nicht finden lässt und in dem einem die Kraft fehlt, diesen überhaupt zu suchen. Und Hilfsangebote wirken in diesem Zustand eher bedrohlich, ist man doch seiner Existenz und seiner grundlegenden menschlichen Fähigkeiten nicht mehr sicher.
In so einer Situation hilft es mir manchmal zu versuchen, dieses dunkle Chaos mit geschriebener Sprache, mit einfachen und klaren Worten, ein wenig zu ordnen und mich selber wiederzufinden. Denn Deperession bedeutet auch den zeitweiligen Verlust der eigenen Identität. Man ist buchstäblich verloren und ohne jedes Ziel.
Das alles mag für Außenstehende nur schwer, oder auch garnicht nachvollziehbar sein und sich für den Einen oder Anderen vielleicht auch beängstigend anfühlen. Aber es ist ja die freie Entscheidung jedes Einzelnen, sich damit auseinanderzusetzen. Ich zwinge niemanden, meine Texte, meine Gedichte zu lesen und sich damit auf mich und meine Gedanken einzulassen.
Denjenigen, die mich hier begleiten und die vorherrschende Dunkelheit ertragen, möchte ich Danke sagen!

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