Montag, 2. Dezember 2013

Was ist eigentlich mit der Silbe "Ver"?

Ein kluger Mensch hat mir vor Jahren mal erklärt, dass alle Worte, die mit der Silbe "Ver" beginnen, etwas Negatives beschreiben. Also ver-loren, ver-dammt, ver-gessen... Aber gilt diese Regel auch für ver-liebt?
Das Wort "Verliebt" beschreibt die Phase einer Partnerschaft, in der man sich in einer handfesten Psychose befindet. Alles ist rosarot, man geht auf Wölkchen und hat einen sehr eigenen Blick auf die Realität und natürlich auch auf den neuen Partner/die neue Partnerin. Alles ist schön und schön bunt.
In der romantischen Lyrik wird die Liebe oft als der einzig wahre und einzig erstrebenswerte Zustand beschrieben, hinter dem alles andere zurückzustehen hat und an Bedeutung verliert. Und zahlreiche, kitschgetränkte Filme und Romane wollen uns glaubenmachen, dass Liebe die endgültige und allein seligmachende Lösung aller Menschheitsprobleme ist.
Es mag sein, dass mein zugegebenermaßen etwas zynischer und kaltherziger Blick auf dieses Phänomen der Tatsache geschuldet ist, dass ich schon sehr lange alleine lebe und was dieses Gefühl betrifft, ziemlich aus der Übung bin. Tatsächlich sind Liebe und auch das Verliebtsein für mich ein großes Mysterium, das außerdem mit Angstgefühlen, großer Schüchternheit und zuvielen negativen Erfahrungen verbunden ist. Alle meine Partnerschaften, oder Liebesbeziehungen, oder wie man das auch immer nennen mag, sind unschön gescheitert (sicherlich nicht ohne Grund) und haben mich in der Summe zutiefst verunsichert und frustriert zurückgelassen.
Und doch vermisse ich genau diese verwirrenden, angstmachenden und aufwühlenden Momente in meinem Leben, die es eigentlich erst vollkommen und rund machen...

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