Samstag, 13. Juli 2013

(K)ein Lamento

Es nervt, wenn bestimmte Menschen
ihr Sich-Schlecht- Fühlen demonstrativ
und übertrieben feierlich,
wie eine Monstranz,vor sich hertragen.

Sie heischen nach Aufmerksamkeit,
die ihnen ohne die Theatralik ihrer
ach so tiefen Depression nie zuteil würde 
und reagieren empfindlich,
wenn man sie demaskiert.

Voller Stolz verweisen sie
auf ihr Scheitern an der Gesellschaft,
sehen sich als heimliche Rebellen
und die einzig wahren Gesellschaftskritiker.

Sie haben damit abgeschlossen,
sich mit der Welt
und mit sich auseinanderzusetzten,
das eigene Tun und Sein
kritisch zu hinterfragen
und zu reflektieren.

Sie verweigern sich jeder Veränderung
aus Angst, sie könnten aus der Rolle fallen,
die sie so sorgsam eingeübt haben.

So wird Krankheit zur Rechtfertigung
für alles, was aus Bequemlichkeit verneint wird
und zum Schlag ins Gesicht für die,
die den Kampf um ihre Existenz
noch nicht aufgegeben haben.


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