Dienstag, 30. Juli 2013

Kampf mit der Sprache

Manchmal ringe ich mit der Sprache-
stolpere über Worte, versuche,
ihren Sinn zu erfassen und merke,
dass sie mir entgleiten.

Manchmal ist mir die Sprache
ein Buch mit sieben Siegeln-
ich reihe Worte aneinander,
die mir im Nachgang hohl
und nichtssagend erscheinen
und deren wahrer Sinn
sich mir verweigert.

Ich bilde mir ein,
mit Sprache umgehen zu können,
ihre Feinheiten und Nuancen zu kennen-
im Wortsinn sprachgewandt zu sein und doch
fühle ich mich unbeholfen, unzureichend
und kratze nur an ihrer Oberfläche.

Sie entzieht sich mir
wie eine unwillige Geliebte
und gibt mir, wenn ich Feinheit brauche,
nur grobes Geröll.

Ich will erzählen
und schaffe nur Fragmente
ohne Resonanzboden
und ohne räumliche Wirkung.

Sprachlosigkeit war lange
mein Lebenshindernis, das mich
von der Welt isoliert hielt-
im entscheidenden Moment
fehlten immer die Worte.

Und nur langsam taste ich mich wieder
ohne großes Vertrauen an sie heran,
zögerlich und vielleicht
ein wenig ängstlich, aber beseelt
vom Wunsch nach Geborgenheit in ihr.

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen