Mittwoch, 12. Juni 2013

Psychokram

Manchmal hängt mir
der ganze Psychokram zum Hals raus...
Ich verfluche meine Beschränktheit
und sehne mich nach Weite
in meinen Gedanken
und meinem Gefühlsleben.

Fühle mich eingesperrt
in den festen Mauern meiner kranken Seele und
möchte ausbrechen, mich befreien
und stoße doch immer wieder schmerzhaft
an das mich Begrenzende.

Immer wieder wurde mir gesagt,
ich solle auf das Erreichte stolz sein
und die Politik der kleinen Schritte befolgen.
Aber lohnt es sich, meine Eigenständigkeit,
die mühselig erreichte Unabhängigkeit von
psychiatrischen Hilfesystemen
mit Stolz zu betrachten?

Ist es tatsächlich mein Verdienst,
nicht auf der Straße oder im Knast
gelandet zu sein?

Andere hatten nicht soviel Glück
und vegetieren in Unselbstständigkeit,
von Helfern und gesetzlichen Betreuern gepampert,
stumpf vor sich hin.
Man hat ihnen
ihren freien Willen abgesprochen
und ihre Menschenwürde
haben sie gegen umfassende Betreuung getauscht.

So betrachtet, habe ich Glück gehabt.
Auch ich hätte so enden können;
statt dessen lebe ich selbstbestimmt
und frei von Repressalien.
Also sollte ich vielleicht
aufhören zu jammern und das genießen,
was ich habe.






Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen