Freitag, 14. Juni 2013

Fehlende Worte

Im Juli jährt sich der Todestag meines Vaters. Dieses Gedicht ist ihm gewidmet:

Ich habe dich geliebt,
auch wenn wir nie wirklich
zueinander gefunden haben.

Wir brauchten keine Sprache,
haben uns ohne sie verstanden
und trotzdem tat es oft weh,
keine Worte zu haben.

Erst sehr spät hatten wir
wirkliche Gespräche und haben
miteinander über uns gesprochen.
Aber selbst hierbei
fehlten uns die Worte.

Ich habe dich geliebt,
auch weil wir uns so ähnlich waren-
still, bescheiden und schüchtern.

Innere Emigration
war unser beider Stichwort,
wenn es um Liebe,
um Beziehung ging.

Waren beide überfordert,
wenn Gefühle uns übermannten.
Und doch habe ich bei dir
so manche Freudenträne gesehen.

Bevor du leise von uns gegangen bist,
hast du mich in den Arm genommen-
das erste und letzte Mal-
und hast mir damit
ein kostbares Geschenk gemacht,
das mir keiner nehmen kann.

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