Sonntag, 31. März 2013

Auseinandersetzung

Als mein Vater verstarb, war ich voller Trauer
aber ich konnte ihn gehen lassen-
da war nichts mehr, was zwischen uns stand-
wir waren uns gut.
Liebevoll konnte ich mich
von ihm verabschieden, sein Sterben begleiten.
Es war eine Art von trauriger Gelassenheit,
denn er hatte sein Leben gelebt
und war mit sich und der Welt im Reinen.
Noch immer habe ich ihn
in liebevollem Andenken
und betrachte sein Foto
mit einer gewissen melancholischen Leichtigkeit.
Der Tod meiner Mutter
hat mich aus der Bahn geworfen.
Ihr Sterben, ihr Leiden
waren Abbild unserer aufwühlenden
lebenslangen Beziehung zueinander,
die keinen Frieden
keinen wirklichen Ausgleich kannte.
Zuviel wurde nicht gesagt,
zuviel an Wesentlichem verschwiegen
und selbst am Totenbett
war die Distanz zu groß.
Da gab es keinen Frieden-
nur einen auf unbestimmte Zeit
geschlossenen Waffenstillstand-
vermischt mit Resignation
und verdrängter Enttäuschung.
Ich hätte mir in unserem Miteinander
mehr Souveränität,
mehr Vergebungswillen gewünscht.
Und so hart es klingen mag:
Wir waren nicht fertig miteinander!
Selbst hier nimmt sie
mehr Raum für sich ein
als ihr eigentlich zusteht und wohl deshalb
fällt mir der Abschied, das Gehenlassen
so unendlich schwer...

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