Freitag, 29. März 2013

Ein halbes Leben

Ein halbes Leben- dreiundsechzig Jahre-
waren meine Eltern verheiratet.
Für meine Mutter war es Flucht
vor ihrem dominanten Vater-
für meinen Vater war es die große Liebe.
Diese Diskrepanz war immer
Reibungspunkt und Bruchstelle ihrer Ehe
und auch wir Kinder waren immer
Spielball dieser Situation.
Wie oft
haben wir uns gefragt
warum haben sie sich nie getrennt?
Und doch brauchten sie einander
auch wenn jeder
seiner eigenen Wege ging.
Mein Vater hat sich
im Alter aufgeopfert
und ihr bis zuletzt
und über seine Kräfte
zur Seite gestanden.
Sie hat es ihm nie gedankt-
war immer unzufrieden
hat genörgelt-auch über seinen
Tod hinaus.
Nun sind sie
wieder vereint und hoffentlich
können sie endlich
ihren Frieden miteinander machen.

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