Mittwoch, 6. März 2013

Abbitte

Vor ein paar Tagen
habe ich meine Mutter besucht
und war erschrocken
wieviel weniger sie in kurzer Zeit geworden ist.
Es ist so, als ob sie sich
immer mehr aus dieser Welt zurückzöge
und schon mit einem Fuß
in einem anderen Leben stünde.
Und das erste Mal
empfinde ich sowas wie Mitgefühl-
diese kleine, verhärmte
und lebens- müde Frau hat ihren Schrecken verloren
und kämpft sich durch ihre letzten Tage.
Vielleicht ist sie schon auf der Zielgeraden
und bemüht sich, mit den ihr Verbliebenen
Frieden zu schließen.
Zum ersten Mal erlebe ich
echte Dankbarkeit und Freude
über meinen Besuch bei ihr
und möchte ihr meine Hand reichen
damit sie ihre letzte Zeit
nicht alleine verbringen muss.


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