Donnerstag, 7. Februar 2013

Helau...oder so ähnlich

Karneval- die Zeit von roten Nasen
und von komischen Menschen in noch komischeren Kostümen
die sich bereitwillig und weit entfernt von jeglicher Form der Selbstironie
einmal im Jahr zum Honk machen.
Jedes Jahr ein probates Brechmittel:
Aufgesetzte Heiterkeit bei unterirdischen Witzen
und nur unzureichend verdeckte Wahlkampfhilfe für die Etablierten.
Und selbst im einundzwanzigsten Jahrhundert noch "Herrensitzungen",
wo der Vergleich mit "Herrenmenschen" leider allzu nahe liegt...
Bis zum Erbrechen wird getuscht und geschunkelt,
das sich die Balken und Mägen biegen
wohl in dem Bewusstsein: Zu Karneval werden
die Grenzen des guten Geschmacks mehrheitstauglich aufgehoben.
Und der Spießer jubelt, denn er darf seine Beschränktheit, sein Verklemmtsein
einfach vergessen und seine heimliche Lust am Exzess einmal ausleben...
Und am Aschermittwoch wird alles wieder zusammengepackt,
die Heiterkeit verschwindet aus den Gesichtern
wie ein geplatzter Ballon
und alles schleppt sich wieder
in den Irrsinn des Alltags.

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