Mittwoch, 13. Februar 2013

Gelassenheit

Depressiven Menschen wird nachgesagt,
sie seien ungeduldig und könnten sich nur schwer
mit dem status quo abfinden.
Und oft stelle ich  fest,
dass ich tatsächlich und immer wieder
schon längst gefällte und nur schwer zu revidierende
Entscheidungen missmutig und kräftezehrend infrage stelle.
Was hätte nicht alles sein können, wenn nicht...
oder wenn ich statt dessen...
Alles Fragen ohne ein tatsächliches Ende
und gänzlich ohne helfende Begrenzung,
die mich vom Eigentlichen ablenken und
mich davon abhalten, frei nach vorne zu blicken.
Welch befreiende Gelassenheit könnte
mein Leben ausmachen und welch innere Ruhe
hätten mein Leben und ich
ohne diese sich wiederholende Qual
des nichtigen Nachtrauerns.
Die Hoffnungen und Möglichkeiten liegen
im Blick nach vorne
und nicht in gestrigen und nostalgisch verklärten Träumen.
Würde ich alle versäumten Chancen, hochtrabenden Pläne
und geplatzte Träume zusammensammeln,
dann hätte ich einen großen Scheiterhaufen,
auf dem ich all das und mein vergangenes Ich
dem Vergessen überantworten könnte.
Aber all das ist Teil meines Lebens,
hat mich geprägt und sollte vielleicht
mit liebevoller Distanz betrachtet werden.

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