Montag, 18. Februar 2013

Aus gegebenem Anlass

Wenn der zügellose, ungehemmte Raubtierkapitalismus sein hässliches Gesicht zeigt
dann schreien alle Gutmenschen empört auf und fordern einen Boykott des Bösewichts.
Die Politik entdeckt ihr Gewissen wieder ("Wo hast du nur so lange gesteckt?"),
fordert schonungslose Aufklärung und gibt sich betroffen...
Allerdings werden dabei zu gerne ein paar Dinge vergessen:
Wer hat die Bedingungen für diese ungebremste Entfaltung der Gier,
der Menschenverachtung, der Ausbeutung erst geschaffen?
Wer trägt die Verantwortung dafür, dass Menschen auf billigste Preise angewiesen sind?
Wie gerne würde ich nachhaltig und fair produzierte Waren kaufen
und regionale Produzenten mit meinem Geld unterstützen!
Aber so zynisch es auch klingt: Dieses Gewissen kann ich mir nicht leisten!
Ich kann es mir nicht erlauben, beim Einkauf ethische Überlegungen anzustellen,
bevor ich mit schmalem Budget die alltäglichen Notwendigkeiten erstehe!
Und so wie mir ergeht es Millionen anderer Menschen auch,
die auf billigste Ware angewiesen und gezwungen sind,
nach Berthold Brechts Zitat: "Erst kommt das Fressen, dann kommt die Moral!" zu überleben!
Deshalb ist es scheinheilig und widerlich, wenn moralresistente
und der Lebenswirklichkeit entfremdete Marionetten von Banken und Wirtschaft so tun,
als läge ihnen etwas an der Veränderung der Zustände!
Linke werden als naiv und wirklichkeitsfremd verlacht und verspottet,
wenn sie eine radikale Veränderung des bestehenden Systems fordern.
Aber in Wirklichkeit sind sie die Einzigen die erkannt haben,
dass der wiederauferstandene ungezügelte Kapitalismus der Gründerzeit
mit seiner Missachtung von Menschenrechten und Menschenwürde
dringend gebändigt werden muss!






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