Mittwoch, 16. Januar 2013

Sehnsucht

Seit Langem frage ich mich
warum bin ich allein
und warum stehen sich die Angst vor Nähe,
dem Sich wirklich aufeinander einlassen
und die große, tiefe Sehnsucht nach genau diesen Erfahrungen
gegenseitig im Weg?
Ich bin lange allein
und genau so lange habe ich versucht, mir einzureden
dass Unabhängigkeit und Ungebundensein
auch ihr Gutes haben.
Ich bin frei und könnte
in den Clubs und Kneipen dieser Stadt
jede Nacht eine Andere mit nach Haue nehmen
um unbeschwerten, unverbindlichen Spaß zu haben,
meine Freiheit genießen, zelebrieren...
Doch ich tue es nicht und was bleibt
ist diese tiefe Leere und die schmerzhafte Erkenntnis
dass es keine Freiheit ist, sondern mein Gefangensein in der Vergangenheit
mein Nicht-Vergessen-Können und
die lähmende Sehnsucht nach einem Ideal
dem keine Wirklichkeit gerecht wird.
Und so bitter und abstrus es scheint:
Wer keine wirkliche Liebe erfahren hat
dessen Kindheit durch Angst,
durch krankhafte Dominanz des anderen Geschlechts geprägt ist-
wie soll ich Liebe verstehen, geben und empfangen?
Liebe bedingt Vertrauen,
die Bereitschaft, sich aufeinander einzulassen
ohne sich selber zu verlieren und aufzugeben
Grenzen zu erweitern und neue zu finden-
Und je älter ich werde, um so schwerer wird es...
Ich habe nie diese Leichtigkeit und Unbeschwertheit in mir gespürt
die es braucht, sondern stets das dumpfe Gefühl nagender Unsicherheit und der Gewissheit:
Es ist nur ein Missverständnis, von diesem Menschen gemocht zu werden.
Und so war ich lieber allein
anstatt mich und andere zu enttäuschen.
Und doch ist da diese Sehnsucht nach dem einen Menschen
die mich leise hoffen lässt.






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