Montag, 28. Januar 2013

Gedanken zur Sexismusdebatte

Sexismus ist ein weit-verbreitetes Phänomen: Überall dort, wo sich Macht und Größenwahn konzentrieren und das Lieblingsbild sich im eigenen Spiegel befindet, ist er zuhause.
Die emotionale Diskussion, die durch einen Artikel im Stern losgetreten wurde, ist längst überfällig und es wundert mich, dass erst das mutmaßliche Fehlverhalten eines verbrauchten und überschätzten Politikers dazu geführt hat. Denn Sexismus und die Diskriminierung des anderen Geschlechts haben eine lange und unrühmliche Tradition: Sie beginnt mit der Ungleichbehandlung von Mann und Frau im Berufsleben und endet bei brutalen Vergewaltigungen wie zuletzt in Indien. Dazwischen gibt es ein breites Spektrum in unterschiedlichen Schattierungen: Bis in die Neunzehnhundertsechzigerjahre brauchten verheiratete Frauen in Deutschland die Erlaubnis ihres Ehemannes, um einen Beruf ausüben zu dürfen. Dazu kommen die tagtägliche Reduzierung der Frau zum reinen Lust- und Sexualobjekt und das weit-verbreitete Klischee vom "schwachen Geschlecht". Natürlich unterscheiden sich Frau und Mann sowohl physiologisch als auch psychologisch voneinander, aber beide Geschlechter haben ihre starken und schwachen Seiten, die sich im Idealfall ergänzen und im Zusammenleben eigentlich nicht signifikant zutage treten.
Ohnehin ist es mir ein Rätsel, warum Frauen im alltäglichen Umgang anders behandelt werden. Denn es ist schlichtweg dumm und primitiv, sein Gegenüber herabzuwürdigen, oder auf seine Geschlechtsmerkmale zu reduzieren, anstatt einfach "nur" den Menschen gegenüber wahrzunehmen. Natürlich kann sich niemand davon freisprechen, besondere Attribute als attraktiv wahrzunehmen und auch vielleicht bestimmte Fantasien daran zu knüpfen. Aber es ist eine Frage von Anstand und Respekt, wie damit umgegangen wird und ob man dieser Attraktivität und den möglichen Fantasien lautstark und plump Ausdruck verleiht.
Letztendlich gibt es eine ganz einfache und praktikable Lösung für dieses scheinbar so große Problem: Behandelt euer Gegenüber so, wie ihr selber behandelt werden wollt!

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