Sonntag, 9. Dezember 2012

Ein ungeschriebener Brief an meine Mutter

Du bist
alt geworden
grau
verbittert
einsam
deine Mundwinkel
weit nach unten.

Du hast
dein Leben
selber gewählt
und musst dich
mit den Folgen
zurechtfinden.

Das Leben
hat dich
ein Lebenlang
nur enttäuscht
nie warst du
zufrieden
hast Anderen
ihre Zufriedenheit
nie gegönnt.

Warst immer Opfer
nie Täter
das ist bequem
und einfach
aber nicht ehrlich.

Wie soll ich dir
mit Achtung
mit Liebe begegnen
wenn du dich
zum Mittelpunkt
deines eigenen
kleinen Universums erklärst
zu dem niemand
Zutritt hat?

Du beklagst dich
andere Menschen
seien selbstbezogen
unpersönlich
dabei müsstest du nur
in den Spiegel schauen
um zu sehen
wer gemeint ist.

Sollen Andere
für dein Unvermögen büßen?
Ich jedenfalls
tue das nicht länger
auch wenn es
immer wieder
schwerfällt
wehtut.

Ich ertrage
deine Lebenslüge nicht mehr
bin angewidert
traurig
enttäuscht.
bemühe mich
um die Konsequenz
die du nie
aufgebracht hast.

Mein Leben ist
von deinem gezeichnet
im Guten
wie im Schlechten
aber ich ziehe es vor
meine eigenen Spuren
zu hinterlassen.






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