Donnerstag, 1. November 2012

Zum Tod meines Vaters

 Am 24.07.2012, früh am Morgen, ist mein Vater nach einem Herzinfarkt im Alter von fast 89 Jahren gestorben. Sein Tod hat mich sehr tief berührt und für lange Zeit sprach- und fassungslos gemacht.
Wie trauert man richtig? Gibt es überhaupt einen allgemeingültigen Weg der Trauer? Und wie geht man (wie gehe ich) richtig und heilsam mit den Gefühlen um, die der Tod auslöst?

Dieses Gedicht ist mein Versuch einer Antwort und mein letzter Gruß an ihn:
 
Mein Bild von dir:
Ganz friedlich und
mit einem feinen Lächeln.
Deine Hände gefaltet.
Erst vor einer Stunde
bist du eingeschlafen und
fassungslos und ohne Worte
stehe ich
an deinem Totenbett.

Die letzten Tage im Krankenhaus
widersprachen deinem Ethos und deiner
lebenslangen Würde.
Deine Verwirrung
Schläuche, Zugänge, ein Blasenkatheter
das warst nicht mehr du.

Aber deine Worte, dein Humor
waren noch da und
ließen uns selbst im Angesicht
deines Sterbens
noch lächeln.

Die Strukturen
haben sich mit deinem Tod
verändert.
Kein Gleichgewicht mehr
nur unterdrückter Schmerz und
der Verlust eines geliebten
unterschätzten Menschen.

Jeder Mensch trauert
auf seine Weise
und ich möchte
nicht mehr länger schweigen
und dir sagen: Du fehlst!

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