Freitag, 19. Oktober 2018

Aus der Stille

Inmitten meiner lauten Gedanken
meiner starken Wünsche und sehnenden Hoffnungen
suche ich die Ruhe
jenseits von allem das mich vorwärts drängt

Denn sie alle zerren an mir
und versperren mir den Blick auf das
was wirklich ist
was sein möchte

Nicht länger mit aller Macht etwas erreichen wollen
und nach guten Eigenschaften suchen
die ein fernes Ideal sehnsüchtig bestätigen
sondern einfach sein
denn Ich bin

Ganz allmählich erkenne ich
dass in der Stille meines Seins
alles längst vorhanden ist was mich ausmacht
und erst durch Loslassen und bedingungsloses Vertrauen
ans Tageslicht gelangen kann

So erkunde ich die Stille und die Ruhe
lausche in Demut meiner Seele
lerne in Gelassenheit dankbar zu vertrauen
und mich wirklich in meinem So-Sein anzunehmen

Was jetzt wirklich zählt
ist das Hier und Jetzt
und nicht länger das Gestern oder Morgen

Ich lerne mich von Selbstzweifeln und Ängsten
zu verabschieden
wie auch von Annahmen und Zuschreibungen der Anderen

Ich lerne mich zu lieben
die darin verborgene Freiheit zu erkennen zu be-greifen
und je mehr ich mich zu lieben lerne
kann ich diese Liebe auch Anderen schenken


Montag, 15. Oktober 2018

Wie das Schreiben mein Leben veränderte: Ein Gastbeitrag von Carolin Stark


Ich habe schon immer gern geschrieben: früher Tagebuch, heute Briefe, Karten, Mails. Das was mich bewegt, bringe ich gern zu Papier. Und teile es mit Freude. Sprache ist mir wichtig. Ich habe Spaß daran, Worte bedacht und mit voller Absicht zu wählen. Mir tut es gut, mich schriftlich auszudrücken; ich sortiere mich gern während des Schreibens. Auch heute schreibe ich lieber, als dass ich telefoniere, obgleich ich mir der Vorteile des Telefonierens durchaus bewusst bin.

Ich liebe es, mich hinzusetzen. Neben und vor mir ausgewählte Details - Kerzenlicht, Kaffee, ätherische Öle - die mich motivieren. Ich schreibe per Hand oder tippe in die Tasten. Im Winter vor fast drei Jahren, in der Ruhe am Meer, verfasste ich meinen ersten kurzen Text, von dem ich wusste, er würde nach „draußen“, in eine Öffentlichkeit gehen. Der Titel lautete „Ehrlich direkt – direkt ehrlich“. Kurz darauf entstanden die Zeilen zu „Bei sich selbst zu Hause sein“. Als Mutter, Musiktherapeutin, Menschenliebhaberin und Sinnsucherin fiel es mir nicht schwer, passende Worte zu finden.

Meine Intention war mir auch sehr schnell klar: 

Ich will und wollte Menschen dazu anregen, sich selbst zu reflektieren, darüber nachzusinnen, was für sie Wert und Sinn hat – zu wem oder was sie „Ja“ sagen in ihrem Leben. 

Ich möchte Menschen ansprechen, die sich trauen, sich ehrlich zu betrachten, sich selbst auf die Schliche zu kommen. Zeitgenossen, die frei und groß denken. Menschen, die kraftvoll, mutig, leicht und gleichzeitig selbstkritisch ihren Weg gehen. Auch wünsche ich mir, durch Anekdoten zu unterhalten. Meine Themen sind meine Vorstellungen von Lebenskunst: Selbstfürsorge, bewusste, wache Kommunikation, die Tiefen und Abgründe des Lebens. Dazu gleich mehr.

Die Reaktionen auf meine Texte, die ich im Familien-, Freundes- und Bekanntenkreis via Mail verschickte, waren überwiegend positiv: Einige erlebten meine Zeilen als „kleine Geschenke“, anderen sprach ich offenbar direkt aus Herz und Seele. Auch erhielt ich die Rückmeldung, ich sei in der Lage, die „Tiefen und Abgründe des Lebens auszuloten“. Letzteres inspirierte mich besonders, denn ja, mir liegt es, auch über Themen zu schreiben, zu denen nicht allzu viel zu finden ist, so auch Tabuisiertes: Schattenarbeit, unliebsame Eigenschaften, Schwierigkeiten in der Kommunikation, Thema Tod.

Mit Hilfe des Buches „Werde verrückt“ von Veit Lindau und vielen, vielen kleinen Schritten brachte ich dann im Frühjahr 2016 meinen Lebenskunst-Blog „auf die Straße“: www.seisofrei-lebenskunst.de. Und spürte: Ich wollte weiter hinaus, aus mir heraus, ich wünschte und wünsche mir mehr Leser, mehr Reichweite. 

Ich hatte Lust auf mehr Resonanz, auch mehr Abenteuer

Nicht zu wissen, was kommt, wie was ankommt, was meine Worte auslösen. Auch wollte ich etwas erschaffen und andere ermutigen, ihre ganz eigene Wahrheit zu leben. Mein Blog sollte ein Ort des Mitgefühls und der Wertschätzung werden. Die Freude ist immer noch riesig, wenn ich mit Gleichgesinnten in den Austausch komme und wir uns gegenseitig inspirieren.

Das Schöpferisch-Tätigsein ist meins – in der Musik, im Schreiben, Fotografieren, während der Kundalini-Yoga-Praxis, einfach im Sein, kann ich mich ausdrücken, meine Kreativität leben – und andere auf diese Weisen berühren. 

Die Ausbildung zur Kundalini-Yogalehrerin, die ich zeitgleich zu den „Schreib-Schritten“ absolvierte, veränderte mich: Ich lernte mich tiefer kennen, wurde mutiger, präsenter. 

Aus Mut erwächst Mut, oh ja! 

Sichtbarer werden, immer neue Bühnen betreten – sei es als Musiker, der sein Publikum in der Tiefe berühren möchte, sei es als Autor oder Blogger, der etwas Preis gibt, das wiederum ihn in der Tiefe berührt – machte mir immer mehr Freude. Und tut es heute.

Parallel zum Blog suchte ich weitere Orte und Plattformen, in denen ich mich „austoben“ konnte: So kam ich mit dem Online-Magazin "Compassioner" in Kontakt und schreibe dort auch heute noch leidenschaftlich gern. Mittlerweile hat es einer meiner Artikel, „Sich dem Leben hingeben“, sogar in eine Print-Ausgabe des Maas-Magazins geschafft, worauf ich sehr stolz bin.

Und so folge ich weiter der Freude und vor allem meinen inneren Impulsen, meinem Herzen. Meine Leser möchte ich gern dazu ermutigen, das zu leben und “auszuspucken”, was in ihnen steckt

Dranzubleiben an einer Sache, selbst wenn’s holprig wird. 

Erfolg kann heißen: zu wissen was du in der Tiefe willst und dich dann auf den Weg zu machen, dein Potential dafür einzusetzen. Und: Scheitern ist nicht nur ok, sondern wichtig und lehrreich.

Einen herzlichen Dank an Eckhard, mit dem ich mich menschlich und schriftstellerisch verbunden fühle.

In diesem Sinne: Gehaben wir uns wohl!
Carolin Stark

Über Carolin Stark  


Carolin Stark schreibt fein beobachtend über Heiteres, Kurioses und zum Nachdenken Anregendes aus ihrem Leben. Dabei scheut sie sich nicht davor, die Tiefen und Abgründe des Lebens – Tabuisiertes, Tod und Triggerndes  - auszuloten und ehrlich zu reflektieren. Ihre Leser*innen möchte sie dazu anstecken, mit sich selbst in Tuchfühlung zu kommen und sich bewusst, tiefgehend und gleichzeitig wertschätzend zu beobachten.




Sonntag, 14. Oktober 2018

Achtsamkeit

Seitdem ich achtsam bin und achtsam lebe
werden ich der Schönheit der Natur
ihrer Einzigartigkeit und Kraft 
immer mehr gewahr

Nie war die Morgenluft so würzig klar
das Farbenspiel des Herbstes schöner
der Morgennebel auf den Wiesen geheimnisvoller
seit ich mit wachem und bewusstem Blick durchs Leben gehe

Und während ich früher all dies wohl sah
es mich aber nicht im Innersten erreichte und berührte
bin ich inzwischen von Herzen dankbar 
für diese wundervolle Pracht zu jeder Jahreszeit









Montag, 8. Oktober 2018

Was ich wirklich will

Ich bin ein sehr kreativer Mensch und habe ständig neue Ideen in Kopf für neue Buchprojekte, Texte, und Gedichte. Manche dieser Ideen sind eher flüchtig, andere dagegen tauchen immer wieder auf und nehmen immer deutlicher Gestalt an.

Seit ein paar Monaten beschäftigt mich allerdings sehr intensiv eine Idee, die mir wie eine Art Weiterentwicklung meines Schriftsteller-Seins erscheint und die für mich noch vor einem Jahr völlig undenkbar erschienen wäre: einen eigenen Verlag zu gründen! 

Nun bin ich aber keinesfalls der geborene Verkäufer oder Vertriebler. Und auch Betriebswirtschaft gehört nicht gerade zu meinen Lieblingsthemen. Ich bin mit Leib und Seele Schriftsteller. Ich arbeite aus Liebe zur Sprache und mit der Intention, durch meine Texte andere Menschen zu inspirieren und zum Nachdenken anzuregen.

Seitdem ich immer öfter die Gelegenheiten geschenkt bekomme, mit anderen Autoren zusammenzuarbeiten, sei es in Form von Gastbeiträgen in ihren Blogs, oder erst kürzlich in Form eines gemeinsam geschriebenen Artikels, ist diese Idee des Verleger-sein- Wollens immer deutlicher und bestimmender zutage getreten. Es erscheint mir sehr reizvoll, andere Menschen darin zu unterstützen, ihr erstes Buch zu schreiben und ihnen mit Rat und Tat zur Seite zu stehen. Außerdem habe ich immer wieder die Erfahrung gemacht, wie schwer es ist, außergewöhnliche Manuskripte, die sich den gängigen Kategorien entziehen, bei Verlagen unterzubringen. 

Auch in der spirituellen Verlagsszene gibt es so etwas wie "Mainstream", der sich sowohl durch seine Beliebigkeit in der Themenauswahl, als auch durch vermeintlich allgemeingültige "Rezepte" zur Optimierung des eigenen Lebens und zum Auffinden des eigentlichen Lebenssinns "auszeichnet".

Ich durfte in jüngster Zeit zu meiner großen Freude einige Autor*Innen kennenlernen, denen eben jener Mainstream genau so zuwider ist, wie mir. Und wie ich, legen sie großen Wert auf die sprachliche und inhaltliche Qualität und Einzigartigkeit ihrer Texte. 

Wir gehen gemeinsam ausschließlich von unseren eigenen Erfahrungen aus und verstehen unsere Texte lediglich als vollkommen freilassende und vor allem gänzlich undogmatische Anregungen für unsere Leser. Wir möchten dazu ermutigen, den ureigenen Lebensweg zu finden. Und indem wir von unseren ganz individuellen Erfahrungen und Erlebnissen berichten, möchten wir den Lesenden Mut machen, sich ganz und gar auf sich selbst und die eigenen, vielleicht noch schlummernden Herzenswünsche in Bezug auf die eigene Lebensführung, einzulassen.

Durch diese Herangehensweise sind unsere Texte sehr individuell und ganz bewusst nicht allgemein gültig. Der vordergründige Nachteil dieser Besonderheit ist jedoch, dass bewusst in diesem freilassenden Duktus gehaltene Bücher für rein gewinnorientierte Verlage nicht attraktiv sind. Aus genau diesem Grund erscheint mir die Idee eines unabhängigen, nicht nur auf Gewinn ausgelegten Verlages so verlockend.

Vielleicht ist es an der Zeit, auch hier neue Wege zu suchen, die diesen Idealismus mit verlegerischem Erfolg zusammenbringen. Und auch, wenn ich als Schriftsteller nicht zum Verleger tauge: womöglich lassen sich finanzstarke und ebenso idealistische Partner finden, die meine, unsere Ideale teilen und unterstützen, und sie gemeinsam mit mir, mit uns, auch in die Welt bringen möchten. 

Das was ich tue, tue ich mit absoluter Hingabe, Überzeugung und Liebe. Und ich glaube fest daran, dass diese innere Einstellung auch immer - über kurz oder lang - zum Erfolg führt. Wie auch immer dieser Erfolg dann aussehen mag.





Samstag, 6. Oktober 2018

Donnerstag, 4. Oktober 2018

NEUERSCHEINUNG "GRENZGÄNGER"



Das Warten hat sich gelohnt! 
Mein Buch "Grenzgänger" ist in einer vollständig überarbeiteten Version, und mit einem Vorwort des großartigen Dichters Hermann Borgerding versehen, soeben erschienen!

"Neuerscheinung! Das großartige Werk von Eckhard Neuhoff. 110 Seiten - 12 € mit einem Vorwort von Hermann Borgerding. 
Kann über https://literafreakpress.jimdo.com/ oder auch bei Amazon bestellt werden. Danke an Eckhard Neuhoff, mit dessen Werk hier auch eine neue Serie ProduKtTheMa beginnt.

.... Nein,
„Grenzgänger“ ist kein Ratgeber. Kein
Sachbuch. Ja, es ist ein ehrlicher, schonungsloser und dennoch auch oft sehr stiller und beruhigender Bericht eines, in einer
psychischen Erkrankung Gestrandeten.
Und es ist eine anspruchsvolle Autobiographie, die den Lesern zeigt, wie man sich aus angst-
verzerrten oder depressiven Höllen befreien und ein neues, anderes Leben beginnen kann.
Eckhard Neuhoff beschreibt sich und seine (Ex-)Welt – ohne
zu belehren. Sein Buch ist weise und klug. Und ohne Weltschmerz. Es ist auch ein Bericht des Verzeihens… Sich und den Anderen… (Ralf Preusker)

„Die quälende, über viele Jahre immer wiederkehrende Frage: „Warum bin ich psychisch krank geworden?“ war es, die mich letztlich dazu bewegte, das nun vorliegende Buch zu schreiben. Zwar hatte ich mich schon in den Jahren zuvor im Rahmen diverser Klinikaufenthalte und Psychotherapien mit einzelnen Aspekten meiner Biografie und mit meiner Erkrankung beschäftigt, aber noch nie hatte ich mich getraut, meine Empfindungen und Gedanken dazu in einer Gesamtschau genauer zu betrachten. Offen gestanden, ich hatte sogar große Angst davor verspürt, in den tiefen und dunklen Abgrund meiner Seele zu schauen.“ (Eckhard Neuhoff)