16. Januar 2019

Müssen oder dürfen?

Mit Sprache zu arbeiten und mich hin und wieder mit dem tieferen Sinn und der Wirkung eines einzelnen Wortes zu beschäftigen, finde ich ungemein spannend.

Kürzlich kam mir das Wort "Dürfen" in den Sinn, als ich an einem Text arbeitete. Welche Empfindungen löst dieses Wort in dir aus?
Laut Duden beschreibt "Dürfen" sinngemäß, dass es (von wem auch immer) erlaubt wurde, etwas Bestimmtes zu tun. Laut dieser Definition muss ich also zunächst um Erlaubnis bitten, bevor ich etwas darf. Ich begebe mich also in eine Abhängigkeit: das Gegenteil von Freiheit.

Für mich hat dieses Wort jedoch noch einen viel tieferen und spirituellen, von der Definition des Duden deutlich abweichenden Inhalt: Es ist für mich viel mehr das freiheitliche Gegenteil von "etwas müssen". Anstatt den Zwang zu verspüren, etwas tun zu müssen, "darf" ich es. 

In diesem Fall habe ich es mir also in gewisser Weise selbst erlaubt, ohne mich in eine fremdbestimmte Abhängigkeit zu begeben: Ich "darf" mich beispielsweise wohlfühlen, obwohl es meinem Gegenüber vielleicht gerade nicht gut geht. Ich "darf" nein sagen, obwohl "die Gesellschaft" von mir höchstwahrscheinlich ein "Ja" erwartet. Oder ich "darf" mich aus einer Situation verabschieden, die mir nicht gut tut, obwohl mein Gegenüber etwas anderes von mir erwartet. Das Gefühl etwas zu dürfen, verknüpfe ich also ganz persönlich mit einem Gefühl von Freiheit, Entspannung und innerer Weite. 

Inzwischen habe ich das Wort "Müssen" sogar ganz aus meinem Wortschatz gestrichen. Anstatt zu sagen: "Ich muss dieses oder jenes tun!" sage ich ganz bewusst: "Ich darf dieses oder jenes tun!" Damit ist es jedes Mal meine freie, selbstgewählte Entscheidung, die ich innerlich vollkommen unabhängig von möglichen Erwartungen Anderer treffe. Das Gleiche gilt selbstverständlich auch für die Erwartungen, die ich gelegentlich noch immer an mich selbst richte: "Ich "muss" meine Wohnung nicht putzen oder aufräumen, sondern ich "darf" es tun. 

Diese innere Haltung nimmt mir den Druck, irgendwelchen vermeintlichen, oder auch ganz realen, Erwartungen entsprechen zu müssen; seien es meine eigenen, oder die von anderen Menschen. 
Je mehr es mir gelingt, diese Haltung zu verinnerlichen, sie zur Selbstverständlichkeit zu machen, umso unabhängiger und innerlich freier werde ich. Und das ist mein Ziel!


Den eigenen Selbstwert erkennen lernen - Ein spannender Weg zu sich selbst

In meinem letzten Text habe ich über das Thema "Authentizität" geschrieben. Es ging mir dabei darum aufzuzeigen, wie wichtig es ist, zunächst zu sich selbst zu finden, zu sich und seiner Individualität zu stehen, mit all ihren Eigenheiten und Besonderheiten; gerade auch im Zusammensein, sowie in der Auseinandersetzung mit anderen Menschen.

Das Besondere an diesem Prozess der Selbst-Findung ist, dass man dabei immer deutlicher seinen eigenen Wert zu erkennen und zu schätzen lernt, den man sich - auch im Verhältnis zu anderen Menschen - selbst beimisst. Um Missverständnissen vorzubeugen: Dabei geht es nicht darum, sein Gegenüber "abzuwerten" oder sich selbst in arroganter Weise im Verhältnis zum Gegenüber zu erhöhen. Sondern es entsteht vielmehr eine Art innerer Instanz, die mich zu den Fragen geleitet: "Bin ich es mir wert, mich auf diese oder jene Situation einzulassen?" Oder: "Bin ich es mir wert, mich von meinem Gegenüber respektlos oder abschätzig behandeln zu lassen?" 

Auch diese Art von Fragestellung kann natürlich zu Spannungen und in der Folge dazu führen, dass soziale Bindungen sich gravierend verändern, oder gar zum Erliegen kommen. 

Solche Veränderungen im sozialen Miteinander sind zunächst eine Herausforderung. Zumindest, soweit es mich betrifft. Denn mir sind Harmonie im Miteinander und gegenseitiges Einverständnis besonders wichtig. Doch in jüngster Zeit stelle ich immer wieder fest, dass ich nicht länger bereit bin, für diese Harmonie und das Übereinstimmen mit anderen Menschen jeden Preis zu zahlen. Fühlt sich für mich etwas nicht richtig an, dann formuliere ich diese empfundene Unstimmigkeit sehr deutlich und wäge für mich ab, was für mich richtig ist. 

Dieses sich klar und unmissverständlich Positionieren ist ungewohnt und mit einer deutlich spürbaren inneren Unsicherheit verbunden. Es ist gänzlich neues Terrain. Doch gleichzeitig fühlt es sich so an, als gewönne ich dadurch noch mehr innere Klarheit und an Kontur. Ich werde für mich und andere noch deutlicher sichtbar. 

Dieses Sichtbarer Werden, das deutliche Erleben des eigenen Wertes, den ich mir zugestehe, sind nicht nur Anzeichen einer ständig wachsenden Authentizität. Sondern sie spiegeln ebenso eine stetig wachsende Selbst-Liebe und Selbst-Achtung wider: Ich bin es mir wert, mich zu schützen, mich abzugrenzen, mich zu positionieren, anstatt, mich wie früher auszuliefern, zu fügen oder blindlings überreden zu lassen. Und: Ich habe nicht länger das Gefühl, mich für meine Haltung und meine Entscheidungen erklären und rechtfertigen zu müssen.

Dies alles allmählich nicht nur vom Verstand her zu erkennen, sondern es auch deutlich als inneren Reifungsprozess zu spüren, ist ungemein spannend. Und es bestätigt mich darin, dass ich auf dem richtigen Weg bin. Denn es fühlt sich folgerichtig und konsequent an.

13. Januar 2019

Meine neue Autorenseite ist online!

Liebe Leserinnen und Leser,

nach mehrtägiger Frickelei ist meine neue Autorenseite nun online.

Ihr erreicht sie unter www.schriftstellerei-eckhardneuhoff.com

Dort könnt Ihr meine Bücher bestellen und Leseproben downloaden. Außerdem erfahrt Ihr dort etwas mehr über mich, über meine aktuelle Lesungen und könnt mich dort auch buchen.

Ich wünsche Euch viel Vergnügen und Anregung beim Stöbern!

8. Januar 2019

Neues aus der Schreibwerkstatt

Es ist vollbracht: Mein neues Buch "Vom Grenzgänger zum Freien Menschen" ist fertig!
Cover und Druckvorlage wurden soeben von mir an den Verlag übermittelt. Und das Buch kann in etwa 4 Wochen für 
10,00 € bestellt werden!
Ich bin unendlich froh und glücklich darüber, auch dieses Projekt zu einem guten Ende gebracht zu haben. Und: Ich freue mich schon sehr darauf, das erste Exemplar in Händen zu halten!

6. Januar 2019

Seelenliebe- ein gemeinsamer und sehr persönlicher Erkenntnisweg

Als ich vor circa eineinhalb Jahren meine Seelenpartnerin Petra kennenlernen durfte, waren mir zunächst die Dimensionen dieser Begegnung nicht einmal im Ansatz bewusst. Dennoch verspürten wir beide vom ersten Moment eine ungewöhnlich starke und innige Verbindung und Vertrautheit miteinander. Und ich hatte das tiefe, gleichsam schöne und mich aufwühlende Gefühl, einem Menschen zu begegnen, den ich schon sehr lange kenne und der mich vom ersten Moment an in meinem Innersten erkennt und berührt. 

Obwohl es über einen Monat dauerte, bis sie und ich uns dann das erste Mal von Angesicht zu Angesicht begegneten, wuchs dieses Gefühl einer tiefen und besonderen Verbindung in unzähligen, langen Telefonaten immer mehr, bis hin zu der Gewissheit, dass ich der Liebe meines Lebens begegnet war, die ich schon so lange herbeigesehnt hatte.

Trotz dieser Gewissheit, waren die Gespräche und ersten persönlichen Begegnungen mit ihr manches Mal eine echte Herausforderung an mich: nicht nur, weil sie mich von Beginn an durchschaute und mir meine wunden Punkte schonungslos offenbarte, sondern auch, weil sie mich mit mir vollkommen neuen und radikal freiheitlichen Denkansätzen über Konventionen und Partnerschaft konfrontierte. Auch war sie es, die mich erstmals mit dem Gesetz der Anziehung vertraut machte, was mein bisheriges Leben in seiner vertrauten und überaus bequemen Ausrichtung gänzlich auf den Kopf stellte und ihm auf diese Weise im Laufe der kommenden Monate eine völlig neue und ungemein spannende Richtung gab.

Dennoch waren es durchweg zutiefst beglückende und befreiende Erfahrungen, die ich mit ihr an meiner Seite machen durfte und bis heute machen darf. 
So kristallisierte sich in unserem Miteinander immer deutlicher heraus, dass wir uns nicht regelmäßig zu sehen brauchen, um unserer frei-willigen Verbindung Gewissheit und Verbindlichkeit zu verleihen. Und je besser und vollständiger wir uns im Laufe der Zeit, mit offenem Interesse am Anderen, kennenlernten und weiterhin kennenlernen, umso deutlicher traten sowohl unsere Gemeinsamkeiten, als auch unsere Unterschiede zutage. 

Nur ganz allmählich und bisweilen auch schmerzhaft, erkannte ich, dass genau dieses Spannungsfeld aus völliger Übereinstimmung  und gleichzeitiger Verschiedenheit eine gemeinsame und bewusste Entwicklung überhaupt möglich macht.

„Normale“ Partnerschaften scheitern häufig, neben unzähligen anderen Gründen,  an sich erst im Nachhinein offenbarenden, zu unterschiedlichen Lebensentwürfen, an Gleichgültigkeit gegenüber dem Anderen oder an der zu großen, unbewältigten eigenen Verletzlichkeit.

Eine wirkliche Seelenpartnerschaft zeichnet sich jedoch nach meiner Erfahrung dadurch aus, auch an genau solchen Themen mit gegenseitigem Respekt, tiefem, gegenseitigem Vertrauen, Achtsamkeit und nie nachlassendem, liebevollem Interesse am Anderen, gemeinsam arbeiten zu wollen. Denn beide haben die Gewissheit, dass sie, ungeachtet aller Differenzen, zueinander gehören, weil ihre Seelen eine untrennbare Einheit bilden und sich miteinander weiterentwickeln möchten.

Ich habe bisher keinen Menschen kennengelernt, der mich in meinem schöpferischen Tun so inspiriert, wie meine große Liebe. So sind im Laufe des letzten Jahres unzählige, ihr gewidmete Gedichte entstanden, die unseren gemeinsamen spirituellen Weg, die besondere Qualität unserer Liebe und unsere gemeinsame Entwicklung zum Thema haben. Genauso sind auch viele Ideen zu Texten (wie zu diesem hier!) und Buchprojekten überhaupt erst durch Gespräche mit ihr über unsere gemeinsamen Interessen, Wünsche und Träume, möglich geworden.  Auch ist sie zugleich mein größter Fan und größter Kritiker, wenn es um meine schriftstellerische Arbeit geht. Alles was ich schreibe, begleitet sie mit großer Anteilnahme, Sachkenntnis und Begeisterung.

Das im Wortsinn „begeisterte Erkunden und gemeinsame Erleben von Freiheit und gegenseitiger Inspiration ist die Grundlage jeder wirklichen Seelenpartnerschaft.  So hat mich die Erkenntnis, dass sie ein wirklich freiheitsliebender Mensch ist, dazu gebracht zu begreifen, dass wahre Seelenliebe ohne die vollständige Akzeptanz sowohl der eigenen Freiheit als auch der des geliebten Menschen, vollkommen undenkbar ist.

Diese Entdeckung hat gerade zu Beginn unserer gemeinsamen Reise bei mir zunächst dazu geführt, dass ich mir meiner Verletzlichkeit und Verlustangst noch einmal sehr deutlich bewusst wurde. 

Aber durch das immer stärker werdende Gefühl der bedingungslosen Zugehörigkeit, das ich mit ihr teile, haben sich diese Ängste inzwischen nahezu vollständig aufgelöst. 

Jeder von uns lebt vollkommen unabhängig vom Anderen sein Leben. Doch gerade auch dieses nur scheinbar Trennende verbindet uns. Denn es birgt für uns beide die großartige Möglichkeit in sich, neue Erfahrungen zu machen, voneinander zu lernen und uns aneinander und miteinander weiter zu entwickeln.




5. Januar 2019

Neuer Artikel im Compassioner: Stress als wertvoller Wegweiser zu dir selbst

In meinem neuen Artikel  befasse ich mich mit der spannenden Frage, wie Stress sich anfühlt und was Freiheit damit zu tun hat.