22. Januar 2020

Innehalten

Immer mal wieder (so wie gerade jetzt) bemerke ich, wie wichtig, ja regelrecht unverzichtbar es für mich ist, zwischendurch innezuhalten und mich darauf zu besinnen, was mich im Innersten ausmacht, was meine ureigenen und wahrhaftigen Überzeugungen sind, und wo genau im Moment ich stehe.

Die Fülle an neuen Begegnungen, das neue Projekt und die daraus sich entwickelnden neuen Impulse, Ideen und Anregungen haben mich in den letzten Tagen ein wenig überrollt und ich habe bemerkt, dass noch immer alte Verhaltensmuster in mir vorhanden sind, die dann die Kontrolle übernehmen möchten. Ich werde innerlich unruhig und regelrecht hektisch, während ich versuche, alles gleichzeitig aufzunehmen und umzusetzen. "Schneller, weiter, höher" ist dann ganz unversehens mein euphorisches, und nur wenig achtsames Motto.

Ich bin ein leicht zu begeisternder Mensch, der immer wieder die Inspiration braucht und auch sucht. Das ist auch gut so, denn durch Inspiration gelange ich zu neuen Erkenntnissen, die mir wiederum neue Wege weisen und die mich mit Menschen in Kontakt bringen, die meine Ideale und Ideen teilen und sich von meiner Begeisterung anstecken lassen. Das ist schön, birgt aber auch die Gefahr, dabei die Bodenhaftung zu verlieren und sich gegenseitig anzutreiben, ohne dabei die ebenso wichtige, der unverzichtbaren seelischen Balance dienliche, innere Ruhe und Entspanntheit im Blick zu haben

Die letzten zweieinhalb Jahre waren eine ungeheuer bewegte und spannende Zeit für mich, in der sehr viel Entwicklung und seelisches Wachstum in mir stattgefunden haben. Das alles wäre ohne die zahlreichen, oft gegenseitigen Inspirationen nicht möglich gewesen. Eine für mich unverzichtbare Nachhaltigkeit dieser Entwicklungen aber, hätte sich ohne entsprechendes Innehalten, dem Neuen achtsam und ruhig nachspüren und nachfühlen, daraus nicht ergeben. Stattdessen wäre es ein Strohfeuer gewesen, ohne klare Richtung und ohne Ziel.

Für mich sind gelegentliche Ruhephasen des bei mir wieder Ankommens, des mich achtsam Umschauens und nur bei mir Verweilens, unverzichtbar. Denn nur aus der inneren Ruhe heraus kann ich abspüren, was für mich im Moment tatsächlich in meiner Entwicklung "dran" ist und welche Themen mir zur Zeit auch wirklich dienlich sind. Das ändert nichts daran, dass es noch unendlich viele Themenbereiche und Herausforderungen gibt, die darauf warten, von mir entdeckt und ergriffen zu werden. Darauf freue ich mich. Aber ich stelle mich ihnen erst dann, wenn ich deutlich spüre und die sichere, innere Gewissheit habe, dass ich soweit bin und mich damit nicht überfordere. Denn auch, wenn ich seelisch genesen und gereift bin, trage ich eine gewisse innere Fragilität in mir, die ich um meiner selbst Willen zu beachten habe; auch, und vielleicht gerade dann, wenn andere Menschen mich (zu) sehr begeistern.

Ich bin es mir inzwischen wert, zuerst nur auf mich zu hören und den Impulsen, die ich bekomme, in meinem unreigenen Tempo zu folgen. Denn Entwicklung ist kein Wettkampf, sondern ein lebenslanger Weg, den ich voller Freude und Dankbarkeit gehe; wie auch in der Gewissheit und im festen Vertrauen darauf, dass er mich ganz sicher zu meinem Ziel führen wird, dessen genaue (Aus)Richtung ich im Moment nur sehr vage erahnen kann. 










19. Januar 2020

Sternstunden der Begegnung

Das immer intensivere und wachere Zulassen und Erfahren, das mich bewusst immer mehr Öffnen für, und offen bereite mich Einlassen auf mein ganz zentrales Thema "Liebe": es trägt erste, wunderschöne Früchte: Seit etwa einem Monat bewege ich das Mantra "Mein Wesen ist Liebe" den ganzen Tag in mir; mal laut gesprochen, mal innerlich. Zusätzlich lausche ich jeden Morgen sogenannten "Subliminals", von entspannender und schöner Musik getragenen und für das menschliche Ohr unhörbaren Affirmationen, zum Thema "Universelle Liebe".

Auf diese Weise erhöht sich meine innere "Schwingung" immer mehr und ich fühle mich von dieser so starken universellen Kraft durch den Tag und durch alles, was während des Tages geschieht, hindurch getragen und begleitet. Immer mehr spüre ich gelassene, heitere Ruhe und Gewissheit gegenüber allem, was mir während des Tages begegnet an Ereignissen und Situationen. Ich fühle mich gelöst, offen, achtsam und von Herzen zugewandt. Und ich spüre neuen Mut und Bereitschaft, mich auf wahrhaftige und innige Begegnung einzulassen und damit auch meine Komfort-Zone und Altbekanntes infrage zu stellen und hinter mir zu lassen.

Seit ein paar Tagen bin ich in sehr intensivem und regem Austausch mit einem ganz besonderen Menschen, dem ich durch das gemeinsame Buchprojekt "Der Stille lauschen" begegnen durfte. Der Text, den sie mir für das Buch zukommen ließ, hat mich so sehr berührt, dass ich den starken Eindruck hatte: hier entsteht etwas, das weit über dieses Projekt hinausgeht, etwas Neues und unerhört Wichtiges, das uns beide betrifft. Und mit ganz viel Interesse am jeweils Anderen, mit offenem Herzen und ebenso offener Bereitschaft, den Anderen kennenlernen, erkennen und verstehen zu wollen, bewegen wir uns ganz behutsam, allmählich und voller Freude, aufeinander zu.

Für uns beide ist es gänzlich unbekanntes Terrain, auf dem wir uns hier bewegen. Und weder sie noch ich wissen, wohin genau die Reise geht. Was wir aber beide wissen und gleichermaßen spüren - und das ist das Schöne und Großartige an dieser neuen Begegnung - ist, dass wir auf geheimnisvolle und tief-gründige Weise schon jetzt miteinander verbunden sind. 

Entgegen aller meiner bisherigen diesbezüglichen Erfahrungen, spüre ich hier keinerlei Drängen und Unruhe in mir. Ganz im Gegenteil: Ich fühle Frieden in mir und eine tiefe, innere Ruhe in dieser Begegnung. Diese Begegnung "fließt" wie eine tiefe Meditation. Wohin uns dieser Weg auch immer führen mag: es ist schon jetzt eine neue und uns beiden unbekannte Dimension der Liebe.













15. Januar 2020

Entsprechungen

Es ist gerade sehr spannend und schön für mich zu beobachten und zu erleben, welch bewegende und berührende Rückmeldungen ich zur Zeit auf meine Texte hier im Blog bekomme. Und nicht nur das, sondern auch mein neues Projekt erzeugt eine sehr deutliche und klare, sehr interessierte und begeisterte Resonanz.

Mein Eindruck ist der, dass hier ein unmittelbarer Zusammenhang besteht zwischen der Deutlichkeit und Tiefe, in der ich mich einerseits für mich allein immer mehr bewege, sie bewusst und immer ausschließlicher und konsequenter lebe, und andererseits auch hier immer mehr zum Ausdruck bringe und damit ja auch aussende.

Immer mehr Menschen, die sich auf der Suche befinden, fühlen sich von meinen Texte und Impulsen berührt und zum Innehalten und Nachsinnen angeregt. Für mich ist das eine völlig unerwartete und damit umso schönere Bestätigung, dass ich wirklich auf meinem Weg bin und immer mehr und vollständiger ankomme. Damit bestätigt sich für mich das hermetische Gesetz der Entsprechung: "Wie innen, so außen": Je mehr Vollständigkeit, Überzeugung und Authentizität, umso klarere Resonanz und auch Rückmeldung. Dafür bin ich gerade sehr sehr dankbar und möchte Euch daran teilhaben lassen.

14. Januar 2020

Ein altes Gedicht, ganz neu entdeckt

Passend zum neuen Buchprojekt, habe ich eines meiner frühen Gedichte aus den Neunzigern wiederentdeckt und überarbeitet:
Der Stille lauschen
Lausche der Stimme der Stille…
Vertraue dich an
dem Fließen dem Klang
dem Tönen unendlicher Zeit

Mach dich bereit:
Denn dort wo die Stille
dein Dunkel durchbricht
erkennt deine Seele wahrhaftiges Licht
Ist es Dein Wille
dann lausche der Stille
Erkenne dein Streben
Brich Bahn deinem Leben
Und finde hin zu dir selbst

12. Januar 2020

Über Meditation schreiben

Gemeinsam mit der Autorin Lesley B. Strong arbeite ich seit ein paar Tagen an einem ganz besonderen Buch über Meditation. Unter dem Titel "Der Stille lauschen" entsteht eine Reihe von sehr persönlichen Texten über unsere jeweiligen Meditationswege und -erfahrungen. Das Besondere dabei ist unsere Perspektive: wir beide sind nämlich hochsensible Menschen, mit einer ganz besonders feinen und empfindsamen, sehr tiefen Wahrnehmung und der gemeinsamen Intention, anderen hochsensiblen Menschen mit diesem Buch Anregungen zu geben und Mut zu machen für eine ganz individuelle, zu innerem Frieden führende Meditationspraxis.

Über derart persönliche, ja nahezu intime Erlebnisse und Erfahrungen zu schreiben, ist eine Herausforderung. Denn innere Prozesse, innere Entwicklung, für andere Menschen lebendig, authentisch und nachvollziehbar zu beschreiben, ist nicht leicht. Und zugleich ist es eine unfassbar schöne und innige, sehr tiefgreifende Erfahrung, sich (be)schreibend diesem Thema zu widmen.

Zwar habe ich in den letzten zwei Jahren schon den einen oder anderen Text über Meditation verfasst, aber der gegenwärtige Prozess des sich für sich selbst und für Andere ganz konzentriert Hinwendens und Fokussierens, ist ungleich intensiver; auch im Hinblick auf den sehr bewussten und achtsamen Umgang mit der Sprache, der für mich selbst schon etwas Meditatives, Kontemplatives an sich hat. Es ist eine überaus spannende und sehr besinnliche, zugleich gelassene Reise nach Innen, die mir große Freude bereitet.

Meditation ist jedes Mal eine sehr einzigartige Erfahrung und keine Meditation gleicht der anderen. Aus diesem Spannungsfeld heraus etwas auch nur annähernd Allgemeingültiges zu extrahieren, ist und bleibt ein (auch sprachliches) Experiment mit ungewissem Ausgang. Damit bekommt der Begriff "Schrift-Steller" für mich noch eine ganz andere, viel tiefere Dimension und Bedeutung und nähert sich mit diesem Buchprojekt dem Wesentlichen, dem Eigentlichen an. Danke Lesley, für diese schöne und so wichtige Erfahrung!


9. Januar 2020

Der Stille lauschen

"Der Stille lauschen": Was ursprünglich als Arbeitstitel für ein Buch über unterschiedliche Meditationswege und -erfahrungen begonnen hat, wird für mich seit gestern ein überaus spannender und nach meinem inneren Empfinden für mich sehr wichtiger Übungs- und Erfahrungsweg.

Seit meiner Kindheit und Jugend bin ich es gewohnt, aus meinem damaligen Empfinden von tiefer Einsamkeit heraus, Selbstgespräche zu führen und viele meiner Gedankengänge für mich laut zu formulieren. Es ist eine fest verankerte Gewohnheit, die ich bislang nie hinterfragt, sondern als eine meiner "Marotten" einfach hingenommen habe. Auf diese Weise konnte ich bisher auch -neben dem Schreiben- viele meiner inneren Konflikte und Herausforderungen lösen. Als ich mich gestern Abend mit meiner kleinen Katze beschäftigte, sie streichelte und ihr meine ganze Aufmerksamkeit zukommen ließ, wurde mir jedoch ganz plötzlich bewusst: Ich rede zu viel und nehme mir damit selbst die Möglichkeit, (auch meiner Katze) sorgsam und aufmerksam zuzuhören. Indem ich viele meiner auch alltäglichen Gedanken laut formuliere, übertöne ich damit die "leisen" und womöglich viel wichtigeren Gedanken und Impulse, die sich nicht so laut und bestimmend in den Vordergrund drängen, sondern mehr mit Herzenswünschen und entscheidenden Lebens-Impulsen, dem ganz "simplen" Da-Sein zu tun haben.

Interessant zu beobachten war, dass meine kleine Katze, als ich aufhörte mit ihr zu reden und ihr ganz still meine Aufmerksamkeit schenkte, mit einem Mal viel ruhiger wurde und nicht immer wieder hektisch hin- und her lief, so wie sonst. Stattdessen blieb sie ruhig sitzen und genoss sichtlich meine Zuwendung und Streicheleinheiten. Es schien fast so, als spüre sie, dass meine Aufmerksamkeit konzentrierter als sonst war.

Diese, wenn auch gewöhnungsbedürftige, aber dennoch schöne und berührende Erfahrung nehme ich nun für mich zum Anlass, im Tagesverlauf immer mal wieder bewusst in die Stille zu gehen, um  mir selbst besser und aufmerksamer zuzuhören. Und bereits jetzt stelle ich fest, dass sich etwas verändert: meine Gedanken werden ruhiger und leiser, weniger hektisch und abschweifend. Das Gleiche gilt für meine so häufig geführten inneren Dialoge und Monologe: sie werden weniger! Und: Ich muss nicht länger ständig denken, sondern kann meinem Geist zwischendurch Ruhepausen gönnen, in denen er entspannen und sich von seiner überaus regen Tätigkeit erholen kann. 

Auch diesen Text habe ich tatsächlich schweigend geschrieben; viel konzentrierter und weniger abgelenkt als sonst. Was eine wirklich schöne Erfahrung ist, der ich auch weiterhin nachgehen und achtsam lauschen werde.

7. Januar 2020

Dankbarkeit

Vor gut zwei Wochen habe ich damit begonnen, regelmäßig ein Dankbarkeitstagebuch zu führen. An jedem Vormittag nehme ich mir ganz bewusst ein paar Minuten Zeit, um von Hand dort fünf Dinge aufzuschreiben, für die ich an diesem Tag dankbar bin. Das kann beispielsweise meine warme und gemütliche Wohnung sein, ein schöner Austausch mit einem interessanten Menschen, oder auch die Tatsache, dass es mir inzwischen gesundheitlich so fantastisch geht.

Seitdem ich dieses Tagebuch führe, fühle ich mich auf eine neue und nachhaltige Weise durch den Tag "getragen" und werde mir auch zwischendurch immer häufiger vermeintlich kleiner Dinge bewusst, für die ich eine tiefe Dankbarkeit empfinde und mache es mir zur Gewohnheit, dies dann auch laut auszusprechen.

Bewusst dankbar zu sein, hebt -nicht nur für diesen einen kurzen Moment, sondern insgesamt- deutlich spürbar die Stimmung. Dankbarkeit vermittelt Freude und Leichtigkeit und verändert unversehens so manchen Blickwinkel auf die Geschehnisse und Erlebnisse eines Tages

Heute Morgen wurde mir mit einem Mal bewusst, dass ich nun schon seit fast drei Jahren keine Depressionen mehr habe und durchweg positiv gestimmt und gänzlich frei von Angst und Zweifeln im Leben stehe. Nach langer Suche habe ich endlich meine Bestimmung gefunden: Das Schreiben. 

Es bereitet mir so unendlich viel Freude, andere Menschen auf diesem Weg an meinen Erfahrungen, Gedanken und Empfindungen teilhaben zu lassen, sie anzuregen, zu berühren, zu ermutigen. Und, während des Schreibens immer wieder die Erfahrung zu machen, wie sich so mancher seelische Knoten ganz unvermittelt löst und Platz macht für eine ruhige und im umfassenden Sinn tief gegründete, friedvolle Klarheit, Wahrhaftigkeit und Gewissheit.

Aus ganzer Seele dankbar zu sein, macht mich innerlich wie äußerlich frei und schafft ganz neue Räume, in denen Wunderbares reifen und entstehen kann. Danke!