25. Januar 2020

Fragen an mein Leben

Seit gestern spüre ich in mir eine ungewisse Unruhe und Unzufriedenheit aufkeimen. Und ich merke, dass ich meinen bisherigen Weg, besser gesagt, seine Sinnhaftigkeit, seinen Inhalt, zu hinterfragen beginne. 

Seit etwa zweieinhalb Jahren widme ich mich dem Thema, dem Ziel "Innere Entwicklung". Ich meditiere regelmäßig, schreibe Texte, Gedichte und Bücher zu Entwicklungsthemen, reflektiere sehr gründlich über mich und mein Dasein, über Liebe, Dankbarkeit, Achtsamkeit, innere Stille. Ich erfahre und erlebe sehr aufmerksam und habe immer mal wieder sehr bereichernden und berührenden Austausch und Begegnungen mit anderen Menschen. 

Das alles ist sehr schön, regt mich immer wieder an zum Nachsinnen und Nachfühlen. Auch bekomme ich zu meinen Texten und zu den Begegnungen immer wieder sehr berührende und schöne Rückmeldungen, in denen ich erfahre, dass meine Impulse und Gedanken, meine Erfahrungen, die ich mit anderen gerne teile, Menschen tatsächlich und nachhaltig berühren und bewegen, ihnen dabei helfen, wertvolle und wichtige Erkenntnis über sich selbst und ihr Dasein zu gewinnen. 

Wie gesagt: das alles ist sehr schön und beschert mir immer wieder sehr glückliche und bestärkende Momente. So ist mein gegenwärtiges Leben keinesfalls "sinn-los" oder gar leer und langweilig. Doch dessen ungeachtet, bemerke ich, dass in mir immer lautere und drängendere Fragen entstehen: Ist das wirklich schon alles? Aus welchem Grund gehe ich diesen Weg? Ist der eigentliche, tiefere Sinn meines Daseins nur Entwicklung um der Entwicklung willen? Und wohin, ganz konkret, soll mich mein Weg führen? 

Ich merke, dass sich ob dieser plötzlich in mir entstehenden Fragen in meinem Innern eine gewisse Ratlosigkeit breit macht. Denn bis noch vor wenigen Tagen war ich mit dieser sehr besinnlichen und eher introvertierten Lebensweise, so ganz für mich, vollends zufrieden und glücklich. Aber ich stelle gleichzeitig immer wieder fest, dass ich mir für meinen Blog und für meine Bücher eine größere Reichweite wünsche und die doch eher überschaubaren Verkaufszahlen eine leise Enttäuschung in mir auslösen. Es ist ein Gefühl von "da geht mehr" und: "Ich stehe mir selbst und meinem Erfolg im Weg und blockiere mich". Habe ich am Ende gar Angst vor mehr Größe und mehr Fülle, vor der nächsten Entwicklungsstufe? Bin ich einem wie auch immer gearteten "viel mehr" überhaupt gewachsen? Oder hat es womöglich einen guten Grund, warum ich mich selbst limitiere und begrenze?

Noch weiß ich nicht, wohin mich diese Fragen letztendlich führen, oder ob sie am Ende nur eine vorübergehende "Phase" sind, anlässlich des Erreichens eines neuen Lebensjahres. Aber ich werde ihnen weiter nachgehen.

24. Januar 2020

Mein Konflikt von Denken, Fühlen und Sein

In den letzten Tagen war ich sehr damit beschäftigt, mein inneres Gleichgewicht wiederzufinden, wieder in meine Mitte, zu mir zu kommen. Und wieder einmal konnte ich mich dabei beobachten, wie viel Einfluss ich noch immer meinen Gedanken auf mein Befinden einräume.

Nun ist in den letzten Tagen und Wochen unglaublich viel geschehen, und mein Verstand hatte reichlich, womöglich zu viel, neue "Nahrung" zu verdauen. Und ich habe sehr deutlich und auch schmerzlich erlebt, wie sehr mich ein "Zuviel" noch immer verunsichert, verwirrt und sogar aggressiv (wem gegenüber eigentlich?) stimmt. Selbst in der Meditation war es mir nicht möglich, ganz zur Ruhe zu kommen und wirklich bei mir zu sein und mir, meinem Weg, meiner Intuition, einfach zu vertrauen.

Seitdem ich vor gut zweieinhalb Jahren damit begonnen habe, mich immer mehr meiner inneren Entwicklung zu widmen und im umfassenden Sinn selbst-bestimmt und unabhängig von äußeren Einflüssen zu leben, bin ich immer wieder auch an meine Grenzen gestoßen, habe mich in der Fülle von unglaublich spannenden Themen, die mir unterwegs begegnet sind, verzettelt und aus den Augen verloren. Begierig und enthusiastisch hat mein Verstand all die ihm zuströmenden Informationen aufgenommen und (immer wieder vergeblich) versucht, ihnen vollständig auf den Grund zu gehen, sie zu be-greifen.

Vor vielen Jahren, noch bevor ich mich selbst immer besser und umfassender kennengelernt und verstanden habe, wurde mir immer wieder, auch durchaus vorwurfsvoll, gesagt, dass ich nicht "in meiner Mitte" sei. Aber was genau bedeutet das eigentlich?

Schon sehr oft habe ich über die Auswirkungen meiner Hochsensibilität geschrieben und darüber, wie unglaublich rege, bisweilen ruhelos und komplex mein Verstand arbeitet, und wie tief, präsent und vielfältig mein Gefühlserleben ist. Und immer wieder aufs Neue werde ich damit konfrontiert, wie schwer es mir fällt, diese beiden Gegenpole miteinander in Übereinstimmung, in Harmonie zu bringen. Erste zarte Impulse, diese Herausforderung anzugehen, habe ich gerade in jüngster Zeit immer wieder bekommen. Aber noch mangelt es ihnen offensichtlich an Nachhaltigkeit. Sie sind noch längst nicht fest in mir verwurzelt. Und so fühle ich mich, gerade im Moment, häufig wie ein Schilfrohr im Wind; ständig von außen und von innen in extreme, nur schwer von mir zu kontrollierende Bewegung gebracht, anstatt aufrecht, gefestigt und gehalten von starken Wurzeln, ganz im Gegenwärtigen, einfach nur zu sein.

Mein erklärtes Ziel ist es, mehr aus meiner Mitte heraus zu agieren, mehr meinem Herzen, meiner inneren Stimme zu vertrauen, sie bewusst wahrzunehmen und zu schulen, und ihr deutlich mehr Aufmerksamkeit zu widmen. In der Konsequenz bedeutet das zu lernen, meinen alltäglichen Verstand ebenso bewusst und entschlossen zum Schweigen zu bringen, wenn er wieder Purzelbäume schlägt und mich aus meiner Bahn zu bringen droht. Mein Motto hierzu lautet: "Glaube nicht alles, was Du denkst!" Den Satz des Philosophen René Descartes: "Ich denke, also bin ich!" ersetze ich für mich durch: "Ich bin, also bin ich!" Je mehr ich einfach nur "bin", bin ich auch in meiner Mitte.

















22. Januar 2020

Innehalten

Immer mal wieder (so wie gerade jetzt) bemerke ich, wie wichtig, ja regelrecht unverzichtbar es für mich ist, zwischendurch innezuhalten und mich darauf zu besinnen, was mich im Innersten ausmacht, was meine ureigenen und wahrhaftigen Überzeugungen sind, und wo genau im Moment ich stehe.

Die Fülle an neuen Begegnungen, das neue Projekt und die daraus sich entwickelnden neuen Impulse, Ideen und Anregungen haben mich in den letzten Tagen ein wenig überrollt und ich habe bemerkt, dass noch immer alte Verhaltensmuster in mir vorhanden sind, die dann die Kontrolle übernehmen möchten. Ich werde innerlich unruhig und regelrecht hektisch, während ich versuche, alles gleichzeitig aufzunehmen und umzusetzen. "Schneller, weiter, höher" ist dann ganz unversehens mein euphorisches, und nur wenig achtsames Motto.

Ich bin ein leicht zu begeisternder Mensch, der immer wieder die Inspiration braucht und auch sucht. Das ist auch gut so, denn durch Inspiration gelange ich zu neuen Erkenntnissen, die mir wiederum neue Wege weisen und die mich mit Menschen in Kontakt bringen, die meine Ideale und Ideen teilen und sich von meiner Begeisterung anstecken lassen. Das ist schön, birgt aber auch die Gefahr, dabei die Bodenhaftung zu verlieren und sich gegenseitig anzutreiben, ohne dabei die ebenso wichtige, der unverzichtbaren seelischen Balance dienliche, innere Ruhe und Entspanntheit im Blick zu haben

Die letzten zweieinhalb Jahre waren eine ungeheuer bewegte und spannende Zeit für mich, in der sehr viel Entwicklung und seelisches Wachstum in mir stattgefunden haben. Das alles wäre ohne die zahlreichen, oft gegenseitigen Inspirationen nicht möglich gewesen. Eine für mich unverzichtbare Nachhaltigkeit dieser Entwicklungen aber, hätte sich ohne entsprechendes Innehalten, dem Neuen achtsam und ruhig nachspüren und nachfühlen, daraus nicht ergeben. Stattdessen wäre es ein Strohfeuer gewesen, ohne klare Richtung und ohne Ziel.

Für mich sind gelegentliche Ruhephasen des bei mir wieder Ankommens, des mich achtsam Umschauens und nur bei mir Verweilens, unverzichtbar. Denn nur aus der inneren Ruhe heraus kann ich abspüren, was für mich im Moment tatsächlich in meiner Entwicklung "dran" ist und welche Themen mir zur Zeit auch wirklich dienlich sind. Das ändert nichts daran, dass es noch unendlich viele Themenbereiche und Herausforderungen gibt, die darauf warten, von mir entdeckt und ergriffen zu werden. Darauf freue ich mich. Aber ich stelle mich ihnen erst dann, wenn ich deutlich spüre und die sichere, innere Gewissheit habe, dass ich soweit bin und mich damit nicht überfordere. Denn auch, wenn ich seelisch genesen und gereift bin, trage ich eine gewisse innere Fragilität in mir, die ich um meiner selbst Willen zu beachten habe; auch, und vielleicht gerade dann, wenn andere Menschen mich (zu) sehr begeistern.

Ich bin es mir inzwischen wert, zuerst nur auf mich zu hören und den Impulsen, die ich bekomme, in meinem unreigenen Tempo zu folgen. Denn Entwicklung ist kein Wettkampf, sondern ein lebenslanger Weg, den ich voller Freude und Dankbarkeit gehe; wie auch in der Gewissheit und im festen Vertrauen darauf, dass er mich ganz sicher zu meinem Ziel führen wird, dessen genaue (Aus)Richtung ich im Moment nur sehr vage erahnen kann. 










19. Januar 2020

Sternstunden der Begegnung

Das immer intensivere und wachere Zulassen und Erfahren, das mich bewusst immer mehr Öffnen für, und offen bereite mich Einlassen auf mein ganz zentrales Thema "Liebe": es trägt erste, wunderschöne Früchte: Seit etwa einem Monat bewege ich das Mantra "Mein Wesen ist Liebe" den ganzen Tag in mir; mal laut gesprochen, mal innerlich. Zusätzlich lausche ich jeden Morgen sogenannten "Subliminals", von entspannender und schöner Musik getragenen und für das menschliche Ohr unhörbaren Affirmationen, zum Thema "Universelle Liebe".

Auf diese Weise erhöht sich meine innere "Schwingung" immer mehr und ich fühle mich von dieser so starken universellen Kraft durch den Tag und durch alles, was während des Tages geschieht, hindurch getragen und begleitet. Immer mehr spüre ich gelassene, heitere Ruhe und Gewissheit gegenüber allem, was mir während des Tages begegnet an Ereignissen und Situationen. Ich fühle mich gelöst, offen, achtsam und von Herzen zugewandt. Und ich spüre neuen Mut und Bereitschaft, mich auf wahrhaftige und innige Begegnung einzulassen und damit auch meine Komfort-Zone und Altbekanntes infrage zu stellen und hinter mir zu lassen.

Seit ein paar Tagen bin ich in sehr intensivem und regem Austausch mit einem ganz besonderen Menschen, dem ich durch das gemeinsame Buchprojekt "Der Stille lauschen" begegnen durfte. Der Text, den sie mir für das Buch zukommen ließ, hat mich so sehr berührt, dass ich den starken Eindruck hatte: hier entsteht etwas, das weit über dieses Projekt hinausgeht, etwas Neues und unerhört Wichtiges, das uns beide betrifft. Und mit ganz viel Interesse am jeweils Anderen, mit offenem Herzen und ebenso offener Bereitschaft, den Anderen kennenlernen, erkennen und verstehen zu wollen, bewegen wir uns ganz behutsam, allmählich und voller Freude, aufeinander zu.

Für uns beide ist es gänzlich unbekanntes Terrain, auf dem wir uns hier bewegen. Und weder sie noch ich wissen, wohin genau die Reise geht. Was wir aber beide wissen und gleichermaßen spüren - und das ist das Schöne und Großartige an dieser neuen Begegnung - ist, dass wir auf geheimnisvolle und tief-gründige Weise schon jetzt miteinander verbunden sind. 

Entgegen aller meiner bisherigen diesbezüglichen Erfahrungen, spüre ich hier keinerlei Drängen und Unruhe in mir. Ganz im Gegenteil: Ich fühle Frieden in mir und eine tiefe, innere Ruhe in dieser Begegnung. Diese Begegnung "fließt" wie eine tiefe Meditation. Wohin uns dieser Weg auch immer führen mag: es ist schon jetzt eine neue und uns beiden unbekannte Dimension der Liebe.













15. Januar 2020

Entsprechungen

Es ist gerade sehr spannend und schön für mich zu beobachten und zu erleben, welch bewegende und berührende Rückmeldungen ich zur Zeit auf meine Texte hier im Blog bekomme. Und nicht nur das, sondern auch mein neues Projekt erzeugt eine sehr deutliche und klare, sehr interessierte und begeisterte Resonanz.

Mein Eindruck ist der, dass hier ein unmittelbarer Zusammenhang besteht zwischen der Deutlichkeit und Tiefe, in der ich mich einerseits für mich allein immer mehr bewege, sie bewusst und immer ausschließlicher und konsequenter lebe, und andererseits auch hier immer mehr zum Ausdruck bringe und damit ja auch aussende.

Immer mehr Menschen, die sich auf der Suche befinden, fühlen sich von meinen Texte und Impulsen berührt und zum Innehalten und Nachsinnen angeregt. Für mich ist das eine völlig unerwartete und damit umso schönere Bestätigung, dass ich wirklich auf meinem Weg bin und immer mehr und vollständiger ankomme. Damit bestätigt sich für mich das hermetische Gesetz der Entsprechung: "Wie innen, so außen": Je mehr Vollständigkeit, Überzeugung und Authentizität, umso klarere Resonanz und auch Rückmeldung. Dafür bin ich gerade sehr sehr dankbar und möchte Euch daran teilhaben lassen.

14. Januar 2020

Ein altes Gedicht, ganz neu entdeckt

Passend zum neuen Buchprojekt, habe ich eines meiner frühen Gedichte aus den Neunzigern wiederentdeckt und überarbeitet:
Der Stille lauschen
Lausche der Stimme der Stille…
Vertraue dich an
dem Fließen dem Klang
dem Tönen unendlicher Zeit

Mach dich bereit:
Denn dort wo die Stille
dein Dunkel durchbricht
erkennt deine Seele wahrhaftiges Licht
Ist es Dein Wille
dann lausche der Stille
Erkenne dein Streben
Brich Bahn deinem Leben
Und finde hin zu dir selbst

12. Januar 2020

Über Meditation schreiben

Gemeinsam mit der Autorin Lesley B. Strong arbeite ich seit ein paar Tagen an einem ganz besonderen Buch über Meditation. Unter dem Titel "Der Stille lauschen" entsteht eine Reihe von sehr persönlichen Texten über unsere jeweiligen Meditationswege und -erfahrungen. Das Besondere dabei ist unsere Perspektive: wir beide sind nämlich hochsensible Menschen, mit einer ganz besonders feinen und empfindsamen, sehr tiefen Wahrnehmung und der gemeinsamen Intention, anderen hochsensiblen Menschen mit diesem Buch Anregungen zu geben und Mut zu machen für eine ganz individuelle, zu innerem Frieden führende Meditationspraxis.

Über derart persönliche, ja nahezu intime Erlebnisse und Erfahrungen zu schreiben, ist eine Herausforderung. Denn innere Prozesse, innere Entwicklung, für andere Menschen lebendig, authentisch und nachvollziehbar zu beschreiben, ist nicht leicht. Und zugleich ist es eine unfassbar schöne und innige, sehr tiefgreifende Erfahrung, sich (be)schreibend diesem Thema zu widmen.

Zwar habe ich in den letzten zwei Jahren schon den einen oder anderen Text über Meditation verfasst, aber der gegenwärtige Prozess des sich für sich selbst und für Andere ganz konzentriert Hinwendens und Fokussierens, ist ungleich intensiver; auch im Hinblick auf den sehr bewussten und achtsamen Umgang mit der Sprache, der für mich selbst schon etwas Meditatives, Kontemplatives an sich hat. Es ist eine überaus spannende und sehr besinnliche, zugleich gelassene Reise nach Innen, die mir große Freude bereitet.

Meditation ist jedes Mal eine sehr einzigartige Erfahrung und keine Meditation gleicht der anderen. Aus diesem Spannungsfeld heraus etwas auch nur annähernd Allgemeingültiges zu extrahieren, ist und bleibt ein (auch sprachliches) Experiment mit ungewissem Ausgang. Damit bekommt der Begriff "Schrift-Steller" für mich noch eine ganz andere, viel tiefere Dimension und Bedeutung und nähert sich mit diesem Buchprojekt dem Wesentlichen, dem Eigentlichen an. Danke Lesley, für diese schöne und so wichtige Erfahrung!